Haarkräuslerinnen , Bartscheerern , Garköchen und - Schweinhirten in eben dieselbe Linie stellt . Die gesunde Stadt , wovon anfangs die Rede war , und ihr Gebiet , wird also ( fährt er fort ) für alle diese Menschen sowohl als für die große Menge von allen Arten Thieren , die der Ueppigkeit zur Nahrung dienen , viel zu klein seyn ; wir werden sie sehr ansehnlich vergrößern und erweitern müssen , und da dieß nicht anders als auf Unkosten unsrer Nachbarn geschehen kann , welche dieß , wie natürlich , nicht leiden , und , wenn sie eben so habsüchtig und lüstern sind wie wir , sich das Nämliche gegen uns herausnehmen werden , was wird die Folge seyn ? Wir werden uns mit ihnen schlagen müssen , Glaukon ? oder wie ist zu helfen ? Wir schlagen uns , antwortet Glaukon ohne sich zu besinnen . Wir werden also , fährt Sokrates fort , ohne jetzt aller andern Uebel , die den Krieg begleiten , zu gedenken , unsre Stadt abermals erweitern müssen , um für ein ansehnliches Kriegsheer Raum zu bekommen ? - Glaukon hält dieß für unnöthig ; die Bürger , meint er , womit die Stadt bereits so ansehnlich bevölkert sey , wären zu ihrer Vertheidigung hinreichend . Aber Sokrates beweist ihm mit der unbarmherzigsten Ausführlichkeit , daß ein eigener Stand , der nichts anders zu thun habe als sich mit den Waffen zu beschäftigen , in einem wohlbestellten Staat ganz unentbehrlich sey . Er stützt sich hierbei auf einen Grundsatz , den er gleich anfangs festgesetzt hatte , da von den verschiedenen Professionen die Rede war , deren wechselseitige Hülfsleistung zu Befriedigung der gemeinschaftlichen Bedürfnisse die Veranlassung und der Zweck der ersten Stifter seiner Republik war ; nehmlich : daß jeder , um es in seinem Geschäfte desto gewisser zur gehörigen Vollkommenheit zu bringen , sich der Kunst oder Hanthierung , wozu er am meisten Neigung und Geschick habe , mit Ausschluß aller andern widmen müsse . Da nun Krieg führen , und alle Arten von Waffen recht zu gebrauchen wissen , unstreitig eine Kunst sey , welche viel Vorbereitung , Geschicklichkeit und Kenntniß erfordere , so würde es ungereimt seyn , wenn man dem Schuster verböte , den Weber oder Baumeister oder Ackermann zu machen , die Kunst des Kriegsmanns hingegen für so leicht und unbedeutend hielte , daß jedermann sie zugleich mit seiner eigentlichen Profession als eine Nebensache treiben könne . Es sollte dem guten Glaukon , wofern er nur die Hälfte seines vorhin so stark erprobten Witzes härte anwenden wollen , nicht schwer gefallen seyn , dieser Behauptung des Sokrates , und den Gründen womit er sie unterstützt , triftige Einwürfe entgegenzustellen : aber Plato hat noch so vielen und mannichfaltigen Stoff in diesem Dialog zu verarbeiten , daß er sich an das dramatische Gesetz , jeder Person ihr Recht anzuthun , so genau nicht binden kann ; und da die Rede nun einmal ( wiewohl bloß zufälligerweise ) von den Beschützern des Staats ist , aus welchen sein Sokrates die zweite Classe der Bürger seiner Republik bestellt : so fährt er sogleich in seiner erotematischen Methode ( wobei er uns mit den Antworten des Gefragten und dem unzähligemal wiederholten , tödtlich ermüdenden : » sagte ich , « und » sagte er , « fast immer hätte verschonen können ) fort , sich über die Naturgaben und wesentlichen Eigenschaften , die einem guten Soldaten unentbehrlich sind , vernehmen zu lassen . Ich gestehe , daß der Einfall , sich hierzu der Vergleichung des Staatsbeschützers mit einem tüchtigen Hofhunde zu bedienen , und zum Theil auch die Art wie er sich dabei benimmt , so völlig im Charakter und in der Manier des wahren Sokrates ist , daß Plato ihn vielleicht eher seinem Gedächtniß als seiner Nachahmungskunst zu danken haben könnte . Es kommen solcher Stellen hier und da in diesem Werke mehrere vor , die , in meinen Augen , gerade das Gefälligste und Anziehendste darin sind . Nur Schade daß Plato es auch hier nicht lassen kann , dem reinen Sokratischen Gold etwas von seinem eignen Blei beizumischen . Oder dünkt es dich nicht auch , Eurybates , daß der witzige Einfall , dem Hunde ( außer der Stärke , Behendigkeit , Wachsamkeit , Zornmüthigkeit und der sonderbaren Eigenheit , die ihn von den eigentlich sogenannten wilden Thieren unterscheidet , daß er seinen anschnaubenden beißigen Naturtrieb nur gegen Fremde und Unbekannte ausläßt , gegen Heimische , Hausfreunde und Bekannte hingegen sanft und freundlich ist ) - sogar noch ein philosophisches Naturell zuzuschreiben , dünkt es dich nicht , daß dieser Einfall eher dem Aristophanischen Sokrates , als dem , den wir gekannt haben , ähnlich sieht , und bloß dazu da ist , um die Aehnlichkeit zwischen einem guten Hund und einem braven Kriegsmann , der , nach Platon , schlechterdings auch Philosoph seyn muß , vollständig zu machen ? Wenigstens ist der doppelte Beweis , warum sowohl der Soldat als der Hund Philosoph ist , so ächt Platonisch , daß ich mir ' s nicht verwehren kann , dir diese Stelle , zu Ersparung des Nachschlagens , von Wort zu Wort vor Augen zu legen ; wär ' es auch nur , damit du mir nicht etwa einwendest , Sokrates habe diesen Einfall nur scherzweise vorgebracht . Sokrates . Dünkt es dich nicht , daß ein künftiger Wächter und Beschirmer des Staats zu dem jähzornigen Wesen , das ihm nöthig ist , auch noch von Natur Philosoph seyn müsse ? Glauk . Wie so ? ich verstehe nicht , was du damit sagen willst . Sokr . Auch das kannst du an den Hunden ausfindig machen ; es ist wirklich etwas Bewundernswürdiges an diesem Thiere . Glauk . Und was wäre das ? Sokr . Sobald der Hund einen Unbekannten erblickt , fängt er an zu knurren und böse zu werden , wiewohl ihm jener nichts zu Leide gethan hat ; den Bekannten hingegen bewillkommt er , nach