mit ! « Die Augen der jungen Braut blitzten in stolzer Genugthuung . Das war der erste glanzvolle Gruß der Zukunft , die ihrer wartete , und sie war viel zu sehr ein Kind der großen Welt , um ihn nicht als einen Triumph zu empfinden . » Wie du willst , Felix , « entgegnete sie lächelnd . » Ich füge mich ganz deinen Wünschen , aber weshalb hast du denn heut schon gesprochen ? « » Weil du den ganzen Sommer fern sein wirst , und wer weiß , was dir da alles naht und dich umschwärmt . Ich hatte Furcht davor , Edith , ich wollte mir deine Hand sichern vor unserer Trennung . In drei bis vier Monaten wird jene Angelegenheit erledigt sein und damit auch die meine . Ich will erst als Felix von Ronald öffentlich um dich werben ! « » Du kannst immerhin darauf stolz sein , mein Kind , « mischte sich der Bankier ein , dem man selbst den geschmeichelten Stolz und die hohe Befriedigung ansah . » Solch eine Standeserhöhung ist selten genug bei uns . « » In unserem schwerfälligen , pedantischen Deutschland allerdings , « sagte Ronald mit herbem Spott . » Da gilt ja nicht der Mann und seine Erfolge , da fordert man erst noch alle möglichen › Garantien ‹ für die Zukunft . Wenn man mich nicht so notwendig brauchte ! Ich weiß , wie hoch ich diese › Anerkennung ‹ anzuschlagen habe . « – » Gleichviel , der Welt gegenüber behält sie ihre volle Geltung , « erklärte Marlow gelassen . » Aber nun werde ich Wilma holen , sie will dir doch auch Glück wünschen , Edith . Sie wird freilich nicht sehr überrascht sein , denn sie kennt den Grund Ihres Besuches , Felix . « Er stand auf und verließ den Salon , Edith wandte sich zu ihrem Verlobten . » Du scheinst gar keinen so großen Wert auf diese Standeserhöhung zu legen , « bemerkte sie . » Doch , den allergrößten , aber Freude habe ich nur um deinetwillen daran . Mich soll es nur decken gegen all die feindseligen Einflüsse – doch das geht mich allein an . Laß mir die Arbeit und die Sorge , dich soll nur der Glanz umgeben ! « » Das heißt , ich soll nur ein glänzendes Schmuckstück deines Hauses sein , und der Ernst deines Lebens soll mir ferne bleiben ? Felix , du kennst mich nicht , wenn du mir eine solche Rolle zumutest . « Das klang vorwurfsvoll , aber es war nicht der zärtliche Vorwurf einer Braut , die ihren Anteil fordert an den Sorgen des künftigen Gatten , und der Strahl , der eben wieder heiß aufflammte in den Augen des Mannes , erlosch vor den kühlen , ernsten Worten . » Ich weiß , daß du mir mehr sein kannst , « sagte er , sich zur Ruhe zwingend . » Aber es ist im Grunde nichts Neues , was du hören wirst . Die alte Geschichte von Neid und Mißgunst , von Haß gegen den › Emporkömmling ‹ , der sie alle überflügelt hat . Ich habe nie viel danach gefragt , aber jetzt regt es sich an allen Ecken und Enden , jetzt wird überall gewühlt und gehetzt gegen mich , im geheimen natürlich . Offen wagt es keiner , gegen mich aufzutreten , und ich wollte es auch keinem raten , aber diese Maulwurfsarbeit ist gefährlicher als ein offener Kampf . Es mußte irgend etwas geschehen , um dem Gesindel da unten Respekt beizubringen . Das Adelsdiplom gilt in unseren Kreisen noch immer für die höchste Auszeichnung , das gibt man nicht irgend einem glücklichen Spekulanten , der heut der Held des Tages ist und morgen verschwindet , und das gibt mir auch den nötigen Rückhalt nach oben hin . Felix Ronald konnte man fallen lassen , wenn der Wind einmal aus anderer Richtung weht – den Freiherrn von Ronald nicht ! Den hat man in die eigenen Kreise aufgenommen und muß diese Wahl vertreten . « Edith folgte mit steigender Betroffenheit seinen Worten . Sie hatte auch nur den Glanz gesehen in dieser meteorartigen Laufbahn , und nun blickte sie in eine dunkle Tiefe , wo sich allerlei feindselige Gewalten regten . » Ich habe nicht gewußt , daß du auf so schwankendem Boden stehst , « sagte sie leise . » Pah ! Ein Schiff auf der hohen See schwankt immer . Das kümmert den Kapitän nicht , aber er sichert es gegen den Sturm . Ich wußte , was ich that , als ich nicht den einfachen Adel , sondern den Freiherrn forderte . Ob widerwillig zugestanden oder nicht , es ist eine Thatsache , und sie setzt Beziehungen und Verbindungen voraus , die meine Gegner zum Schweigen bringen werden . Jetzt wagen sie sich nicht mehr an mich ! « Er sprach mit hochmütigem Siegesbewußtsein , aber die junge Braut schwieg . Ihre anfängliche freudige Genugthuung war vorbei , seit sie wußte , wie jene » Auszeichnung « errungen war und welchem Zweck sie dienen sollte . Es war überhaupt ein so seltsames Gespräch in der ersten Stunde der Verlobung . Da war nur von Haß und Feindschaft die Rede , von Kämpfen , die man bestehen , Stürmen , gegen die man sich sichern müsse . Edith dachte an die flammenden , drohenden Augen , die sie vorhin gesehen hatte , und fast unwillkürlich kam ihr die Frage auf die Lippen : » Felix , was liegt zwischen dir und diesem Raimar ? « Ein schnelles , blitzähnliches Aufzucken ging über die Züge Ronalds bei dieser jähen , unvermittelten Frage , aber schon in der nächsten Minute zeigten sie nur noch einen kalt verächtlichen Ausdruck . » Raimar ? « wiederholte er , als müsse er sich erst besinnen . » Ah so , du meinst den Notar von Heilsberg ! Und was zwischen uns liegt ,