und ist nach Mitternacht pfeifend durch den Wald zurückgekommen , der Köte zu , allwo die anderen lagen . Am Buchenberge hört er ' s auf einmal von ferne : Hoho , hoho , wod , wod , ho hallo ! Sie haben ihn jetzo bei einem Doktor – er ist nicht bei Sinnen , denn er hat sich in seinem Vergnügen lustig gemacht über den Wilden Jäger in der Luft . Am anderen Morgen hat man ihn gefunden mit zerbrochenem Arm und einer Schlagwunde auf der Stirn , und das ist anzusehen gewesen wie von einem beschlagenen Pferdefuß . Er ist heute noch nicht wieder bei Verstand , und der Hund , den er bei sich gehabt hat , hat sich auch den Verstand abgeheult , und sie haben ihn erschießen müssen ; denn der Hackelberg – « Der Erzähler brach ab und horchte – käsebleich , » Wod ! wod ! wod ! hoho , hu , kliff und klaff ! « lachte der Korporal noch ; aber dann horchte auch er mit allen übrigen starr und atemlos in das Gebrause und Gesause draußen vor Radebreckers Mühle . Durch das Tosen der Windsbraut klang es : Hoho , wod ! wod ! und dazu das Uhu der Tutursel . Es kam wie Hundeblaff und dann vom Sturm zerrissen der Klang eines Waldhorns , das zum Halali blies ! Die Jungfer Doris wollte noch einmal den jachen Schrecken der Mannsleute hellkreischend weglachen ; doch da tat ' s einen Schlag an die Tür , und dann wurde mit einem Kolben ein Fenster eingestoßen , daß die Glasscherben splitternd zwischen die Gesellschaft fuhren . Die Öllampe erlosch im Windzug , doch von draußen fiel Laternenschein in die Stube , und viele rauhe Stimmen ließen sich nebst den Hunden um die Mühle hören . » Im Namen Seiner Majestät , König Georg des Zweiten ! « rief jetzt über alle anderen Stimmen eine im Kommandotone weg , und eine zweite schrie womöglich noch gebieterischer : » De par le Roi – sa Majeste Louis Quinze , de France et de Navarre ! « Die Haustür zersplitterte gleichfalls unter den Büchsenkolben der Einlaßbegehrenden , und es kam wieder Vernunft in die Kumpanei ! Sie fuhren mit den scheußlichsten Flüchen durcheinander und suchten nach Auswegen und fanden sie allesamt versperrt und besetzt . Da kamen allerlei Waffen – Messer , Knittel , ja auch Feuergewehre zum Vorschein , doch alles das und die beste Courage dazu konnte wenig mehr fruchten . Der gute Meister Radebrecker fing mit einem Male an zu schluchzen und laut zu weinen und setzte den Mut seiner liebsten Gäste dadurch unter Wasser . Die Störenfriede , die Hausfriedenbrecher hatten doch über bessere Waffen – Jägerbüchsen , Hirschfänger und Musketen mit aufgepflanzten Bajonetten zu verfügen , und nach einem kurzen Geraufe , halb im Dunkel und halb im Laternenschein – einem Tumult , in welchem auch ein weniges Blut floß , war alles in der Buschmühle geordnet nach Wunsche Seiner Kurfürstlich Hannöverischen Durchlaucht und Großbritannischen Majestät Georg Rex trotz der fränkischen Besatzung des Landes . Sie fingen sie alle , und eine Stunde später war alles bereit zum Abmarsch in Kolonne nach Lautenthal . Die Jungfer Doris ging allein ungebunden im Zuge ; den übrigen waren sämtlich die Hände mit tüchtigen Stricken auf dem Rücken zusammengeknebelt . Dem armen einarmigen Korporal Jochen Brand hatte man wenigstens ein Seil um das linke Handgelenk gelegt , und er marschierte im gleichen Schritte höchst verwundert hinter dem französischen Korporal und Leutnant , die das Füsilier-Detachement kommandierten , welches sich die kurfürstlichen Forstmeister und Amtmänner von Wildemann und Lautenthal zu ihrer nächtlichen Expedition als Beihülfe vom Kommandanten von Goslar verschrieben hatten . Er machte nicht einmal den Versuch auf diesem Marsche , die fremden Kameraden zu der Überzeugung zu bringen , daß er besser sei als die Gesellschaft , in der man ihn gefunden hatte . Auch die Innerste ging still durch den stürmischen Wald mit ; was sonst noch von den kurfürstlichen und königlichen Jägern , Justizleuten und den fremdländischen Kriegsmännern mitgenommen wurde , fluchte bis auf den Meister Radebrecker , der sich am wenigsten in das Ding zu finden wußte und seinen Tränen den freiesten Lauf ließ . Leider hatte man aber ihm auch die Hände am festesten auf dem Buckel zusammengeschnürt . Elftes Kapitel Und die Innerste wurde sehr schlimm im Laufe des nächsten Monats . Gewaltige Regenstürme brachen mit dem rasenden Winter über das Gebirge herein , und alle Waldwasser schwollen auf wie seit Menschengedenken nicht . Nun toste die Hexe zwischen den Felsen und Fichten und verübte Unheil , soviel sie vermochte . In Wildemann und in Lautenthal hatte das Hüttenvolk bei Tag und Nacht zu wehren , daß sie nicht alles ruinierte ; aber in der Sägemühle zwischen den beiden Bergstädten befand sich niemand mehr , der ihr wehren konnte . Da trieb sie ihr tolles Spiel nach Herzenslust . Sie nahm das alte Rad in Trümmern mit ; sie brach in das Haus und bedeckte alles , so weit sie reichte , mit Kies und Puchsand . Sie zerfraß die Wände und warf die Pfosten um ; wie eine Tigerkatze spielte sie da mit ihrer Beute . Radebreckers Mühle stand für immer verlassen seit jenem Abend , wo die ewige Gerechtigkeit ihre Hand vermittelst der Hände der nächsten Behörden dranlegte . Nach den hannoverschen Grünröcken und den bunten Jacken des Herzogs von Richelieu bei Nacht waren noch einmal gar würdige Herren in schwarzen Röcken und amtsmäßigen Perücken bei Tage dagewesen , hatten noch einmal eine genaue Untersuchung des Ortes angestellt und auch mancherlei Dinge zum Kopfschütteln , Aha und Oho gefunden . Nachher mochten Eule , Wolf und Luchs ihr Quartier da aufschlagen ; das peinliche Gericht kümmerte sich nicht weiter drob . Was von den Ruderibus noch für Menschenbedürfnis zu brauchen war , das wurde im nächsten Frühjahr und Sommer so nach und nach abgeholt von Leuten der Umgegend , die altes Eisenwerk gebrauchen und dergleichen