und hielt das Kind warm an die Brust geschmiegt . Ich durchsuchte die Hütte nach der Mariandl , die mußte aber wohl schon wieder nach der Riedleralm zurück sein ; denn ich konnte sie nirgends finden . Überlegte also , was ich nun beginnen sollt , besonder da ich auch ganz allein war und in dem Schelmen , dem Ambros , einen gefährlichen , ja unheimlichen Patron sah . Mitnichten wollte ich allein in der Hütte bleiben ; stellte also der Nandl einen Weidling voll Milch auf einen Hocker vors Bett , legte einen Löffel , Brot und Butter dazu und schlich mich leise wieder davon und versperrte die Hütte . Nun sprang ich also eilends wieder hinab nach Sonnenreuth und war noch vor dem Abend am Weidhof . Der Meßmer saß gerad mit der Jungfer auf der Hausbank und hatte einen köstlichen Rauchmantel aus der Pfarrkirch vor ihr ausgebreitet , als ich durch den Gadern trat . » Flickst ' n halt a bißl z ' samm , daß mans nimmer gar so stark sieht , das Brandloch « , sagte er und zupfte an einer brüchigen , versengten Stelle des Mantels ; da ging ich auf ihn zu und sagte , ohne lang zu grüßen : » Der Ambros ist in der Schwaigen gwesen , der hat nix Guts im Sinn ; laßts wem Handlichen mitgehn , eh was passiert ! « Erschrocken fuhr er in die Höhe : » Was - der Lump - in der Schwaigen , sagst ? « Auch die Jungfer war aufgesprungen und hatte in dem Augenblick gewiß alles vergessen , was ich ihr zuvor angetan ; die Hände zusammenschlagend , rief sie aus : » Der Ambros ! Weidhofer , das gibt ein Unglück ! « Nun man willig auf mich hörte , berichtete ich alles , auch , daß die Nandl mit einem Bub in der Woch läge und daß wir so schnell wie möglich Hilf bräuchten , worauf der Meßmer den Rauchmantel der Jungfer auf den Schoß warf und sagte : » Leg ' n derweil in dei Stuben , Maidl ; ich muß Leut z ' sammtrommeln . « Dann pfiff er dem Ochsenbuben und der Stalldirn , gab der Weidhoferin Bericht und Befehle , nahm seinen Hut vom Nagel , und wir gingen alle zusammen fort . Der Tag war längst hinter den Bergen verschwunden , und die Nacht brach dunkel und sternlos herein , als wir auf unserm Almfleck anlangten , von da aus man noch ein guts Stück zu steigen hatte bis zur Schwaighütten . Da gewahrten wir durch den dichten , schwarzen Nebel einen seltsamen , hellen Schein . » Aber heunt geht der Mondscha wunderlich auf ! « meinte der Weidhofer , und auch uns mutete das Licht sonderbar an ; da fuhr es mir plötzlich durch den Sinn : Das ist von der Schwaigen . Am End ist die Nandl gar tot oder das Kindl . Ich glaubte nämlich damals fest daran , daß Leute sich , wenn sie von der Welt scheiden , anmelden oder dies durch Lichter anzeigen . Indem ich aber noch darüber nachgrüble und den Lichtschimmer mit starren Augen betrachte , deucht es mir plötzlich , als stiege über dem Schein ein dicker Rauch auf ; ein jäher Schreck durchfährt mich , und ich schreie gellend : » Das brennt ! O Gott ! D ' Nandl - s ' Kind ! « Dann stürz ich hin und weiß nichts mehr . Doch nicht lange dauert diese Ohnmacht ; ich raffe mich auf und finde mich allein , die andern sind wohl nach meinem Schrei sogleich dahingestürmt . Ich wende mich gegen die Richtung , wo ich vorhin das Licht gesehen ; allgütiger Gott ! Die Schwaigen brennt wirklich ! Nun fasse ich alle meine Kräfte zusammen und renne den Berg hinan und komme gerade in dem Augenblick an , wo das Dach über meiner Kammer mit Krachen und Zischen zusammenfällt . Es brennt nur ein Teil der Hütte ; der , in dem die Nandl liegt , ist außen noch unversehrt . Da fällt mir die Kranke und das Kind ein . Herrgott ! Ich habe ja den Schlüssel abgezogen ! Sie kann nicht entweichen , und die Helfer können nicht zu ihr ! Aber da kommt auch schon der Weidhofer und der Ochsenbub von der Seite her , wo die Haustür ist , und sie tragen die Mutter und das Kind samt dem Strohsack ; zwar ohne Besinnung , doch von dem Feuer unversehrt . Ich hocke mich daneben , unvermögend , etwas anderes zu tun , als unter Zähnklappern und Frost für mich hinzusagen : » Gottlob , sie haben s ' « , während die andern verzweifelt arbeiten , um zu retten , was noch zu retten ist ; denn das Feuer an der hölzernen Hütte zu löschen ist doch unmöglich . Dazwischen haben sie Müh und Not , die ängstlich gewordenen Tiere vom Feuer wegzubringen ; und am End schreit der Meßmer : » Treibt mir eins das Vieh hintern Berg und nachher tragts alles weg vom Feuer , Leutln . Was jetz no drin is , lassn mir brennen ! « Nun faßte auch ich mit an ; denn die Nandl hatte zuvor die Augen ein wenig aufgetan , nach ihrem schlafenden Kindl gegriffen und war mit einem Seufzer wieder zurückgesunken auf ihr Kissen . Ich lockte und rief also das Vieh und brachte es ziemlich weit vom Feuer weg ; der Weidhofer aber faßte den Strohsack der Wochnerin und trug diese mit Hilf des Ochsenbuben nach der Riedleralm . Darnach blieben wir die Nacht über beim Vieh und berieten , was nun geschehen sollt . Mit einer großen Ruhe sagte mein Ziehvater : » Heimtreiben muß man halt . D ' Hauptsach is , daß nix verbrunnen ist an Leut und Vieh . Das ander ist gleich , das baut man halt wieder auf ; gibt ja Holz genug . Aber den