mir ganz unmöglich , Flüssigkeiten zu bereiten . « » Oh ! « rief Lesabéndio , » das ist schlimm ! « » Ja « , fuhr Labu fort , » Tropfen würde ich mit Jubel begrüßen . Der Stern Pallas ist zu trocken . Zwanzig Quetschungen habe ich bei zwanzig Pallasianern bereits mit einer Masse eingerieben , die garnicht feucht ist und deshalb garnicht wirken kann . Die Ärmsten dauern mich . Ich weiß mir nicht mehr zu helfen . Wenn wir auf dem Stern Quikko Flüssigkeit entdecken könnten ... « » Das nimmt ja « , sagte Lesabéndio , » zu viel Zeit in Anspruch . Das geht ja garnicht . Dann müßten wir ja mindestens zwanzig Tage und zwanzig Nächte pausieren . « Nach diesen Worten hörten die Beiden in Pekas Atelier plötzlich einen furchtbaren Schrei , der in ganz unartikulierte Laute überging . Die Beiden sprangen auf und flogen zum Peka und sahen , wie er sich auf dem Fußboden wand wie eine Schlange - sein Körper zuckte . Und dann schrie der Peka noch lauter und rief plötzlich : » Du hast mich zerstört ! Du hast mir Alles genommen . Du hast mich vernichtet . Dein verfluchter Turm hat meinen Künstlerträumen ein erbärmliches Ende bereitet . Das kann ich nicht überleben . Du hast mich zerstört . « » Still ! still ! « sagte Lesabéndio , » Du brauchst ja oben nicht mehr mitzuarbeiten . Du kannst ja hier in Deinem Atelier bleiben . Sei doch nicht so aufgeregt . Ich konnte doch nicht anders . Ich mußte doch auf meinem Wege bleiben . Zürne mir nicht ! Vergib mir ! « Aber Peka schrie wieder wie ein Rasender , und große Tropfen stürzten aus seinen Augen . Und er sagte mit heiserer Stimme : » Dein Trost nützt mir nichts . Ich habe die Hoffnung verloren . Jetzt habe ich nicht mehr die Hoffnung , daß meine Ideen jemals ausgeführt werden . Daran ist nicht mehr zu denken . Alles hat Dein Turm verschlungen . Du hast mir Alles zerschlagen - alle meine Brillanten - alle meine harten Granitblöcke . Du hast mich selbst zerschlagen . Für die Wunden gibt es keine Salben . Ich gehöre nicht mehr auf den Pallas . Was soll ich hier ? Ich bin überflüssig . Und ich kann es nicht ertragen , überflüssig zu sein . Alle meine Träume von der glatt polierten Zukunft des Pallas sind zerflattert . Und ich kann das nicht ertragen . Ich möchte Deinen Turm zerreißen . Ja , das möchte ich , Lesabéndio ! « Und abermals traten dicke Tropfen aus Pekas Augen und rieselten über seine Wangen . Labu aber sprang hoch auf und schrie plötzlich auch . Sein Schrei klang aber wie der Schrei der höchsten Seligkeit . Wie ein Toller sprang Labu in Pekas hohem Atelier herum . Und dann riß er eine kleine Flasche von seinem Halsbande los , bückte sich zu Peka und rief : » Ich habs ! Ich habs ! Peka , gib mir mehr Tropfen aus Deinen Augen ! Dann kann ich wieder Salbe machen ! « Und er fing alle Tropfen , die aus Pekas Augen kamen , in seinem Fläschchen auf und lachte wie ein Toller . Peka sah den Labu ganz verwundert an und sagte leise : » Was ist denn das ? Ich verstehe Dich nicht . « » Oh ! « rief da der Lesabéndio , » ich verstehe , was es ist . Das sind sogenannte Tränen - kostbare Flüssigkeiten . Vor langer Zeit sind schon bei einem alten Pallasianer , der verschwunden ist , solche Tränen entdeckt worden . Man sagte damals , er habe geweint . Weine mehr , lieber Peka ! Den Labu wirst Du glücklich machen . Und die verwundeten Pallasianer wirst Du auch glücklich machen . Dein Schmerzensausbruch ist für uns ein großes Glück . « Da sah der Peka die Beiden groß an . Und als ihm Labu von seiner Verlegenheit erzählt hatte , traten dem Peka noch mehr Tränen in die Augen . Und da mußten plötzlich alle Drei furchtbar lachen - auch der Peka . Zwölftes Kapitel Die kleinen Quikkoïaner zeigen , was sie können . Der Nax tut sich ganz besonders hervor . Die weiche Natur der Quikkoïaner steht zur harten der Pallasianer in schroffem Gegensatz . Das zweite und das dritte Stockwerk des Turms werden gebaut . Peka ist sehr unglücklich , daß er bei einer Arbeit bleiben muß , die für seine Ideen wertlos ist . Nax will ihn trösten - das gelingt ihm aber nicht . Nax hat Mitleid mit dem Peka und will den Sofanti verhindern , seine Häute auszuspannen , die gegen die Spinngewebewolke , von der die Arbeit oben behindert wird , einen Schutz bilden sollen . Es gelingt aber dem Nax , den Sofanti vom großen Plan abzubringen , ebenfalls nicht . Dagegen gelingt dem Sofanti , die Häute so stark zu machen , daß sie von der Spinngewebewolke nicht mehr zerrissen werden können . Und alles lachte über Labus Tränenspaß , und der Peka mußte immer mitlachen , was ihm schließlich etwas schwerfiel . Aber den kleinen faustgroßen Quikkoïanern machte es den allergrößten Spaß , daß die Tränen der größten Wut und des größten Schmerzes zur Heilung kranker Gliedmaßen benutzt werden konnten . Peka und Labu hatten daher immer einen der Quikkoïaner am Halsbande . Deren lustige ziel- und sorgenlose Gemütsart erheiterte die Pallasianer . Der kleine Nax war ganz besonders ausgelassen ; er arrangierte immer wieder etwas Neues . » Wir sind an Eure große Schwerfälligkeit « , sagte er zwitschernd , » noch nicht gewöhnt . Auf dem Quikko haben wir uns niemals Mühe gegeben , etwas zu verbessern oder auszubauen . Daran dachten wir nie . Der Pallas ist ein ganz besondrer Stern . Der verändert sich nicht so leicht ; er ist sehr hart und trocken und undurchsichtig . Der Quikko dagegen ist sehr weich