zu geben . Wir machen nun Ihm , junger Gesell , die Propositio , unser Helfer zu werden und dafür einen guten Sold zu empfahen . « Nicht ohne Mißtrauen sahe ich bald den einen , bald den andern an und schwieg . Hierauf setzten wir die Wanderung fort . Mit mir im Reinen , gab ich folgenden Bescheid : » Euer Antrag , Ihr Herren , ehrt mich ; indessen wüßt ' ich nicht , aus was Grunde ich ihn annehmen sollte . Was ich als Laborant und Apotheker gelernt habe , ist noch gar nicht viel , und so muß ich beflissen sein , mir die rechte Kunst anzueignen . Bei einem erfahrenen Mediko zu Prag soll das geschehen . « - » Hoho , « meinte Pomponius , » gläubet Ihr etwan , der hochberühmte Doktor Schrepfeisen sei nicht erfahren genung ? - von mir gänzlich zu schweigen .... « » Und kann Ihm denn Sein Prager Medicus etwas Besseres beibringen , als die Kunst , aus den Gebresten der Leute Gold zu machen ? « setzte der Bucklige eifrig hinzu . Ich wußte nicht , was auf diese Einreden zu antworten , und ging stumm des Weges . Der Bucklige redete weiter : » Ein Haufen Geld wird auf den Jahrmärkten zusammengescharrt , und Er soll davon sein gerecht Teil abhaben . Mein Wort darauf , daß für Ihn ein Goldstück täglich abfällt . « Da ich noch immer schwieg , meinte Pomponius spöttisch und etwas lauernd : » Nun freilich , wenn Er selber Gold genung im Wamse hat « .... - Ich stutzte und spürte , wie mir das Blut in die Wangen schoß , da ich der Meinung war , meine Begleiter hätten etwas von meiner eingenähten Erbschaft bemerkt . Aber ich faßte mich und gab die ausweichende Antwort : » Gold im Wamse haben , das freilich wäre eine schöne Sache und lockt mich wohl ; indessen muß ich ohne Zeitverlust nach Prag gelangen , da ich sonsten mein Amt als Heilgehilfe versäumen könnte . « - » Nach Belieben ! « meinte Pomponius kalt . Der Bucklige aber fügte hinzu : » Kommt Zeit , kommt Rat . Vielleicht überlegt Er sich unsern Antrag noch im stillen . « Nach längerem Schweigen hub ich zu reden an , indem ich den Pomponium ansahe : » Was hat der Herr eine majestätische Stimme . Man sollte meinen , Er gehöre einer Truppe jener Sänger aus Italia an , so kunstreiche Singspiele aufführen . « Pomponius antwortete aufgeblasen : » Seine Diagnosis , junger Gesell , hat etwas Zutreffendes . Allerdings war ich in früheren Jahren Singens und Komödiespielens beflissen und übete meine Kunst vor manch hoher Herrschaft . « Mit schlauem Lächeln fügte der Bucklige hinzu : » Und die Komödiantenkunst soll uns auch in Jung-Bunzlau zustatten kommen , denn es gibt keinen besseren Ausrufer als diesen ansehnlichen Jünger der Muse Thalia . « Das unweit gelegene Schloß Gitschin , dem Herzog Wallenstein gehörig , veranlaßte den Buckligen zu der Frage : » Ist es wahr , daß der Wallenstein seine Pferde aus silbernen Raufen fressen lässet ? « - » Allerdings , « - bestätigte Pomponius - » und in den Ställen fleußt das Trinkwasser durch marmorne Becken , manche Pferde haben gar gülden Geschirr . Um sein Schloß herum dehnet sich der schönste Garten mit seltenen Blumen . Aus Gebüschen lugen marmorne Standbilder glorioser Kriegeshelden , und zum Lustwandeln hat es dort prächtige Säulengänge und Loggien . Ja , der Wallenstein , neuerdings von der kaiserlichen Majestät zum Herzog erhoben , ist in teutschen Landen der reichste Fürst , dem antiken Kröso vergleichbar . Was aber sonderliche Bewunderung verdient , ist dieses Mannes Kunst , aus allem , womit er sich befasset , Gold zu machen . Früher ein armer Edelmann , hat er es verstanden , mächtiger als der Kaiser selbst zu werden , und zwar durch die Waffen , die ihn vom gemeinen Soldaten zum Generalissimo erhoben haben und noch auf einen Königsthron bringen werden , gebet acht ! « » Hol mich der Teufel , « meinte der Bucklige , » hätt ich nicht meine vermaledeite Kriegskasse hinten , mir wäre das Waffenhandwerk willkommen , da es für den Armen das beste Mittel , emporzukommen . « - » Für den Armen ? « fragte Pomponius . » Doch wohl nicht ! Sondern mehr für den Reichen . Der Reiche , wofern er nicht unternehmend , läuft in diesen Kriegszeiten stets Gefahr , seines Gutes beraubt zu werden ; drum tut er am besten , selber unter die Beutemacher zu gehen , sich mit einer Soldateska zu umgeben und allerwegen die Leute auszubeuteln . Gelegentlich mag ja auch der Arme als Krieger zu Reichtum gelangen . Aber die Offiziere nehmen ihm alleweil das Beste weg , und der Arme verliert im Felde sein Leben leichter als der Reiche . Sonsten hätt auch ich schon das Glück der Waffen versucht . Doch ich rieche das Pulver nicht gern und weiß mir bequemere Regulen , den Leuten das Geld abzunehmen . Übrigens bin ich schon in meinen Knabenjahren mehr darauf aus gewesen , Geld zu vertun als mühselig zu erringen . Zu den epikureischen Philosophis gehöre ich und überlasse das martialische Heldentum solchen , die sich dazu berufen fühlen . « Und Pomponius trällerte stolz : » Ein Hexlein weiß ich , schlangenglatt , Das Myriaden Buhlen hat ... « » Weißt du « - nahm der Bucklige das Wort - » an wen mich dein Hexlein erinnert ? An Jungfer Susannen ! Du kennest doch das Wirtshaus in Prag , zur Äpfelkammer geheißen ? « » Ei , diese Schönheit ist mir nicht bewußt , « sagte Pomponius ; » indessen ich doch sonsten im dortigen Weibsvolk Bescheid weiß . Susanne ? Erzähl Er des weiteren von dieser Tempeljungfer Bacchi et Veneris ! « - Der Bucklige machte verliebte Augen : » Denket euch des Rehes Wuchs ,