nun wüßtest , daß in jeder Stunde überall immer wieder neue Veränderungen vorkommen , würdest Du nicht sagen müssen , daß hinter diesen Wunderfrüchten unsäglich viele schöne Dinge stecken ? « » Das könnt ich , « sagte ich still , » nicht leugnen . « » Nun mußt Du aber , « fuhr die Stimme fort , » wissen , daß alle Dinge , die Du auf Erden siehst , ebenfalls solche Wunderfrüchte sind . Hinter jeder Erscheinungswelt steckt eben eine unendliche Reihe andrer Erscheinungswelten . « Ich fühlte nach diesen Worten eine große , sehr angenehme Schlaffheit in allen Gliedern . Und es kam mir so vor , als verstünde ich die ganze Welt . Und ich begann zu reden - wie im Traum . Was ich redete , erschien mir außerordentlich scharfsinnig . So als wären alle Weltgeheimnisse vor mir aufgelöst - so wurde mir . Und ich sah nicht mehr die kostbaren Früchte des Wundergartens . Ich schwebte zwischen perlgrauen Wolken und redete ohn Unterlaß . Aber heute weiß ich leider nicht mehr , was ich redete ; das habe ich total vergessen . Ich weiß nur noch , daß ich damals mitten im Reden einschlief und dann weiter träumte - und mich im Traume auch noch reden hörte - sehr weise kam ich mir vor - und ich fühlte mich sehr glücklich . Und das große Glücksgefühl verließ mich lange Zeit nicht ; ich muß damals sehr lange geschlafen haben . Mir ist heute noch so , als wenn das , was ich damals im Schlafe fühlte , das Herrlichste war - von Allem , was ich je erlebte . Als ich die Nilpferdchen in einem kleinen weißen Sammetzimmer wiedersah - in dem Zimmer war Alles von weißem Sammet - da fühlte ich noch immer die ganze Traumseligkeit wie vorhin . Und die alten Ägypter , denen ich davon sehr ruhig , aber auch sehr heiter erzählte , wollten nun etwas von mir lesen , in dem was vom Traumglück gesagt wird . Ich erinnerte mich , daß ich so was bei mir hatte . Katta-Kottu Japaneske » Ja wohl ! « sagte der Admiral Tiko , » man kann auf dieser Erde anfangen , was man will - lange freut man sich doch nicht über seine Taten . « Die Sonne ging langsam im Westen unter , und der Waldsee des Königs wurde bunt wie ein Pfau . Ein paar Frösche quakten . Lebende Libellen flogen überm Wasser hastig hin und her allmählich den Ufern zu , wo die Fliederbüsche dufteten und die Ameisen fleißig waren . Der Admiral Tiko , eine große Persönlichkeit , besah seinen köstlichen Siegelring , den er immer am rechten Zeigefinger trug , und dachte über das Leben nach . Der Waldsee wurde nun dunkler , aber drüben auf dem hohen Berge funkelte das Felsenschloß wie eine alte Königskrone . Die Frösche quakten lauter . Die Libellen verschwanden . Eine schwarze Ameise biß dem großen Admiral in den linken kleinen Zeh und starb . Der Abendwind zitterte in den Blütenkelchen und wehte ihren Duft vorsichtig in die Welt hinaus . Es bühten in den Gärten des Königs unzählige Blumen - Nelken , Tulpen und Narzissen . Tiko blickte zum Felsenschloß empor , und seine Gedanken wurden anders . Der König hätte das Felsenschloß gerne dem Admiral geschenkt zum Lohne für seine Taten . Der Tiko liebte das Schloß ; es war ein feines Kunstwerk und so still . Dort oben konnte man das weite blaue Meer überschauen und Ruhe haben bis ans Ende seines Lebens - wohlige Ruhe . Indessen - wollte der Tiko das Geschenk annehmen , so sollte er sein Kommando niederlegen und die Schiffe des Königs fahren lassen , ohne mitzufahren . Das gefiel dem großen Manne nicht . Das Schloß funkelte nicht mehr , denn die Sterne des Himmels fingen zu funkeln an . Die Farbenpracht der Sonne sank lautlos in die stille Nacht . Drüben am andern Ufer des Waldsees klatschten lange Ruder ins Wasser ; das taten die Feuerwerker . Es sollte ein großes Feuerwerk abgebrannt werden mit Platzbomben und Diamantraketen . Tikos Gedanken veränderten abermals ihre Richtung . Die Tochter des Königs , die witzige Prinzessin Katta-Kottu , feierte ihren Geburtstag , und Tiko sollte sehr bald mit der Prinzessin allein in einem kleinen Kahn sitzen - und rudern . So hatte es sich die Katta-Kottu gewünscht ; es erschien ihr so nett , sich während des Feuerwerks mit dem Admiral gemütlich zu unterhalten . Die Frösche quakten , und Tiko atmete tief auf . Für die berühmten Männer schwärmte die Katta-Kottu ; das war immer so gewesen . Tiko besah wieder seinen Siegelring . Der Abendwind säuselte duftig und milde . Die Sterne standen am Himmel und strahlten . Die Feuerwerker priesen die Nacht - sie lag so still da wie des Königs Schatzkammer . Der dicke Diener des Admirals meldete die Ankunft der Prinzessin . Tiko ging hin und begrüßte die Katta-Kottu voll Ehrfurcht und Bewunderung . Die hellblauen Papierlaternen der Hofdamen wackelten , die Kavaliere strichen sich den Schnurrbart und verbeugten sich . Alle waren in hellblauer Seide erschienen , nur Katta-Kottu ' s Kleider waren schneeweiß und die des Tiko zinnoberrot . Der Admiral stieg mit seiner Prinzessin in den kleinen goldenen Kahn , und die Kavaliere stiegen mit den Hofdamen in die anderen Kähne , die in Silber glänzten . Und dann ruderte man langsam ein paar Ellen weit auf den See hinaus und plauderte dabei . Tiko sagte befangen : » Der Mond scheint heute nicht . « Da lachte die Prinzessin und meinte , daß man auch ohne Mond gut träumen könne . » Träumen ? « fragt Tiko . » Nu ja ! was denn sonst ? « Also erwiderte die witzige Katta-Kottu . Der Admiral sah in seinem zinnoberroten Gewände so drollig aus , und die Prinzessin fand das so nett - so traumhaft . » Wenn er bloß nicht so viel schweigen