teilnehmend nach seinen Erlebnissen . Er gab einsilbige Antwort , schielte mißtrauisch nach der Alten und dachte : Was will sie mir antun , die Hexe ? Seine Ungewißheit über ihre Absichten dauerte nicht lange , die Hartnäckigkeit , mit der sie sich an seine Fersen heftete , ihre eifrig und ängstlich wiederholten Ermahnungen : » Wart doch ! ... Renn nicht so ! « führten ihn auf die rechte Spur : Von der Hütte wollte die Alte ihn fernhalten , in der Hütte ging etwas vor , dessen Zeuge er nicht sein sollte ... Den Verdacht kaum gefaßt , und sofort versetzte er sich in Trab , war bald an Ort und Stelle , stieß heftig die Tür auf und sprang in den Flur . Sein erster Blick richtete sich nach der Stube . Dort saß Vinska auf dem Bette , schön und nett angetan , hielt die Hände vor dem Gesicht und schluchzte . Vor ihr stand der Peter mit einer wahren Armensündermiene , war feuerrot und hatte sein Hütlein , das drei Pfauenfedern schmückten , weit zurück ins Genick geschoben . Als Pavel auf der Schwelle erschien , erhob Vinska sich rasch : » Bist wieder da ? was willst ? was suchst ? « rief sie . Er blickte finster und grimmig die Federn auf Peters Hütlein an und fragte : » Hast ihm die geschenkt ? « Eines Atemzugs Dauer war Vinska verwirrt , der Bürgermeisterssohn aber warf sich in die Brust . » Was untersteht sich der Hund ? - Geht ' s dich an ? « sprach er . » Troll dich ! « Pavel spreizte die Beine aus und stemmte sie auf den Boden , als ob er an ihn anwachsen wolle . » Für dich hab ich die Federn nicht gestohlen . Sie gehören der Vinska . Gib sie der Vinska zurück ! « Peter wandte den Kopf , ohne ihn zu erheben , brüllte ein langgedehntes drohendes » Du ! « und holte mit der Faust gegen Pavel aus . Im selben Augenblick glitt Vinska ihm in den Arm und lehnte sich an ihn mit der ganzen Wucht ihrer kräftig zierlichen Gestalt . Sie trocknete an seiner Schulter eine Träne ab , die ihr noch auf der Wange stand . » Tu ihm nichts , er weiß ja nichts « , sprach sie , » er ist so dumm ! « » Wer ? « stieß Pavel hervor , und kalter Schweiß trat ihm auf die Stirn . » Der fragt ! « antwortete das Mädchen , » und jetzt hör an und merk dir : Was mir gehört , gehört auch dem « - sie tippte mit dem Finger auf Peters Brust - , » ich brauch es ihm nicht erst zu schenken , weil ich selbst ihm gehöre mit Haut und Haar . Und solange er mich behalten will , ist ' s recht , und wenn er mich einmal nicht mehr will , geh ich in den Brunnen . « Der Bürgermeisterssohn wiederholte sein früheres » Du ! « aber diesmal richtete es sich an die Geliebte . Seine Drohung schloß einen zärtlichen Vorwurf ein , und so stämmig und selbstbewußt er dastand , und so hilflos und voll Hingebung sie an ihm lehnte , die Stärkere - schien sie . » Greine nur , ich weiß doch , daß ich in den Brunnen muß « , sprach sie seufzend ; » heiraten kann ja mein Liebster mich armes Mädel nicht . « » Heiraten , der- dich ? « Pavel brach in ein plumpes Gelächter aus . » Heiraten ? ... Das hast dir gedacht ? « » Nie - « entgegnete Vinska schwermütig . » Ich hab mir nie etwas anderes gedacht als : Er ist halt mein erster Schatz , ich werd schon loskommen von ihm , kommen ja so viele los von ihrem ersten Schatz ... Jetzt aber merk ich - ich kann ' s nicht , und wenn ' s heute heißt : der Peter gehorcht dem Vater und heiratet die reiche Miloslava , sag ich kein Wort und geh nur in den Brunnen . « » Mädel ! Mädel ! « schrie Peter , stampfte mit dem Fuße , faßte ihr rundes Köpfchen mit seinen beiden Händen und drückte einen leidenschaftlichen Kuß auf ihren Mund . Pavel stürzte aus der Hütte . Draußen schüttelte er sich , als ob er in einen Bremsenschwarm geraten wäre und das giftige Getier , das ihn von allen Seiten anfiel , loszuwerden suche . Dann begann er , so müde er war , ein rastloses Wandern durch das Dorf . Daß die Vinska , trotz des Versprechens , das er ihr abgerungen , die Geliebte Peters geblieben war , daran - suchte er sich einzureden - lag ihm nichts mehr . Aber daß sie , die Tochter des Trunkenbolds Virgil und seines verachteten Weibes , es darauf abgesehen hatte , die Frau des Bürgermeistersohnes zu werden , das erschien ihm unverzeihlich und frevelhaft ; dafür konnte die Strafe nicht ausbleiben und dafür mußte die Vinska am Ende wirklich in den Brunnen . Bei dem Gedanken ergriff ihn ein schneidendes , unerträgliches Weh und zugleich eine wütende Lust , den anderen etwas mitzuteilen von seiner Pein . Die Dunkelheit war hereingebrochen , tiefe Ruhe herrschte , und ihr Frieden empörte den Friedlosen , der umherirrte , grollend , mit kochendem Blut . Er hatte das Bereich der Häuslerhütten verlassen , er schritt am hoch eingeplankten Wirtsgarten dahin , dem gegenüber das Haus des Bürgermeisters sich erhob . Die Tür desselben wurde eben geöffnet , zwei Männer traten heraus , Pavel erkannte sie an ihren Stimmen , als sie jetzt über die Straße herüberkamen : es waren die zwei ältesten Geschworenen . » Steht schlecht mit ihm , wird ' s nicht mehr lang machen was meinst ? « sagte der eine . » Kaum mehr lang « , erwiderte der andere . Wer ? - Um