Ansprüche bezweifelte , erklärte er sich bereit , die Amerikaner an Bord des » Hussar « zu begleiten , um durch eine eigene Unterredung mit Costa ihnen genauere Information zu verschaffen . Welland erwartete in aufregender Spannung im Consulats-Gebäude ihre Rückkehr , und als er endlich das Boot von der Brigg wieder abstoßen , zur Corvette rudern und dann zum Lande zurückkehren sah , eilte er ihm auf die Marina entgegen . Der amerikanische Consul brachte jedoch schlechte Nachrichten . Costa hatte trotzig sich als Ungar erklärt und zwar angeführt , daß er sich einige Zeit in Amerika aufgehalten und von dort nach Smyrna gekommen sei , aber über seine Schutzangehörigkeit oder das Vorhandensein eines Passes keine , einigermaßen zum weiteren Einschreiten berechtigende Angaben machen können . Unter diesen Umständen hatten die Amerikaner von der Reclamation Abstand nehmen und den Ungar seinem Schicksale überlassen müssen , das er übrigens mit ungebeugtem Sinne trug . - Welland war sehr bestürzt über die Nachricht , der Consul jedoch führte ihn bei Seite und versicherte ihm , daß in der Angelegenheit noch Nichts verloren sei , da Herr von Wexbecker sich weiter bereit erklärt hatte , vor der Abführung Costa ' s mit dem nächsten Lloyddampfer nach Triest erst die weitere Entscheidung der beiden Gesandtschaften in Constantinopel abwarten zu wollen , an die sofort die nöthigen Berichte gesendet werden sollten . Der amerikanische Capitain war bereits angewiesen , sich jeder früheren Wegführung des Gefangenen nöthigenfalls mit Gewalt zu widersetzen . Für das Weitere , meinte mit schlauem Lächeln der Amerikaner , werde man schon in Constantinopel sorgen . Beruhigt schied Welland von ihm und wandte sich wieder zu Marina , um den Fremden Costa ' s diese tröstliche Nachricht mitzutheilen , denn rasch hatte sich die Kunde von der verweigerten Auslieferung in der Stadt verbreitetet . Eine Zeitung zur Hand nehmend , setzte er sich am Eingang des englischen Café ' s ( Café Paulo ) nieder . Es war der Abend des 23. Juni . Das Belvedere des Caffeehauases begann sich nach und nach mit Fremden und Einheimischen zu füllen . Bald darauf traten Arm in Arm zwei junge Offiziere von der österreichischen Brigg auf den offenen Raum , ließen sich an dem zweiten Tisch von Welland nieder und forderten Eis und Limonade . Es waren der Schiffslieutenant von Auerhaummer und der Marine-Aspirant Baron von Hackelberg , der einzige Sohn des Feldmarschall dieses Namens . In dem Zweiten erkannte Welland den Offizier , welcher am Morgen seiner Ankunft zum Egytto gekommen und das Boot der Italiener zurückgewiesen hatte . - Die beiden jungen Leute , keck die allgemeine Mißstimmung herausfordernd , lachten und scherzten ziemlich laut und hatten , wie man später erfuhr , schon während des ganzen Morgens sich unachtsam durch die Straßen Smyrna ' s umhergetrieben . Viele Blicke ruhten mißbilligend oder ängstlich auf ihnen , dennoch ahnte Niemand die schreckliche Katastrophe , die folgen sollte . Auch Welland hatte mit einer gewissen Unbehaglichkeit und Besorgniß die kecke Haltung der beiden hübschen jungen Männer bemerkt , und dies um so mehr , als kurz nach ihrem Erscheinen sein Wiener Reisegefährte sich für einige Augenblicke einfand , heimlich mit den beiden Offizieren sprach und einzelne auf ihn fallende Blicke zeigten , daß von ihm die Rede sei . Er wollte , um dem widrigen Eindruck zu entgehen , sich eben entfernen , als mit Lärmen und Geräusch , offenbar sehr erregt , eine neue Gesellschaft den Platz betrat und am Tische neben Welland , gegenüber dem der Offiziere , Platz nahm . Es waren Fumagalli , der Ungar Bassitsch , dessen Hand fortwährend in der Brusttasche spielte , Lepicq , ein französischer Fechtmeister , zwei andere lombardische Flüchtlinge , Budoli und Cugini , und der Pole Sczukowski . Aller Blicke hafteten sogleich auf den beiden Oesterreichern und Fumagalli gellte ein wildes Lachen auf , indem er Bassisch auf die Schulter schlug und offen auf den Baron wies . » Per bacco amico , da haben wir unser Vöglein von vorgestern ! Jetzt kann ich Revange nehmen ! « - Die Offiziere hatten Besonnenheit genug , die offenbare Beleidigung nicht zu bemerken , und unterhielten sich leise , während die Angekommenen ringsum die Stühle besetzen , so daß kein Ausgang offen blieb , und Welland rasch zu dem in der Nähe befindlichen Wirth des Café ' s , Signor Paulo , trat und ihm einige Worte zuflüsterte . » Bassa manelka ! « fluchte Bassitsch . » Grogk hierher ! Rasch ! « Der Arzt aber nahete sich der Gesellschaft und suchte durch ein geschicktes Manöver die Mitte zwischen den beiden Tischen zu decken . » Zum Teufel , Doctor , « schnob der ersichtlich schon angetrunkene Ungar , » gehen Sie mir da aus dem Wege , Sie geniren mich im Anblick der verfluchten Röcke , die wir an der Theiß und Donau manch liebes Mal geklopft haben . Ein Kossuth ! und der Teufel hole die deutschen Tyrannenknechte ! « Der Wirth , der das Verlangte gebracht , war am Tische der beiden Marine-Offiziere vorübergegangen , und sich dort ein Geschäft machend , flüsterte er ihnen zu : » Meine Herren , ich rathe Ihnen dringend , sich zu entfernen , es ist hier nicht geheuer für Sie und ich stehe für Nichts . « Eine kurze und leise Berathung zwischen den jungen Leuten folgte , dann standen Beide rasch auf und versuchten fortzugehen . Welland hatte in diesem Augenblicke ihnen den Rücken zugekehrt und war bemüht , Bassitsch , der ihm der Gefährlichste schien , zu beschäftigen . Er gewahrte deshalb nicht , wie das schwarze Auge des Italieners Fumagalli jeder Bewegung des Aspiranten folgte , gleich dem Blick der Schlange , mit dem sie die ängstlichen Windungen ihres Opfers belauert . Fumagalli hielt den Fuß weit vorgestreckt , so daß er damit den Ausgang zwischen den Stühlen versperrte . Der Baron von Hackelberg war voran ; obschon er die offenbare Herausforderung des Lombarden erkannte , hatte er Geistesgegenwart