dort läuten hört . « Vreneli sah der rasch dahin sich schiebenden Base nach und sagte für sich : O Base , du hast recht , das böse Wetter hat erst angefangen , es wird seine Zeit haben wollen wie alles in der Welt . Du hast geredet wie ein Engel und deine Worte waren Samen vom rechten . Aber Base , der Same ist noch nicht Frucht , erst muß er verwesen , dann keimen , dann grünen , dann blühen , dann reifen . Ach Base , wie lange wird es gehen , bis er Früchte trägt bei mir , von wegen meine Natur ist hitzig und wild , und wenn die Sonne höher steigt , wird das Beste verwelken . Vreneli bangte nicht umsonst , seine Natur war eine echt aristokratische , sie hatte große Anlagen zum Regieren . Solchen Naturen wird die christliche Ergebung und das Unterordnen unter einen Willen , der eng ist , kleinlicht , vielleicht auch verderblich , gar zu schwer , gar zu schwer , sich selbst Gott zu fügen in allen Dingen und zu sagen : Vater , nicht mein , sondern dein Wille geschehe . Schmutzige Naturen haben heiße Reinigungsfeuer nötig , bis sie christliche Naturen geworden sind , aber edle , großartige Naturen haben nicht weniger schwere Prüfungen zu bestehen , bis sie zu Kindern Gottes sich aufgeschwungen haben . Satan war nicht der niedrigste der Engel . Doch wohl verstanden , wir reden von aristokratischen Naturen , welche auch im Zwilchkittel zu finden sind , nicht von aristokratischen Angewöhnungen und einem gemachten aristokratischen Äußern . Es gibt solche gemachte Figuren , welche zu den aristokratischen Gebärden noch die christlichen annehmen . Dann ist es aber ein wunderlich Zusehen , wie bald eine Sorte von Gebärden und Redensarten sichtbar wird , bald die andere , wie im Umgang mit der einen Klasse von Menschen die christlichen Gebärden vorstehen , bei einer andern die aristokratischen . Als Regel kann man annehmen , daß das Christliche vorherrscht , solange weder Befürchtung äußerer Beeinträchtigung der Ansprüche oder Widerspruch stattfinden . Über beide erhebt das Christliche sich nicht , sondern gegen sie werden die aristokratischen Manieren und Gebärden Meister . Überhaupt werden in solchen gemachten Figuren Aristokratisches und Christliches nie sich verschmelzen , sie treiben sich abgesondert im Leibe herum wie Kraut und Rüben in einer Bettlersuppe . Es gibt aber auch eine gewisse Sorte Christentum , welches sich für das aristokratische hält , welcher die Plätze zur Rechten und zur Linken im Himmelreich gehören . Die Christen , welche zu dieser Sorte gehören , mühen sich auch ab mit Gebärden , welche fast wie aristokratische aussehen , diese ihre Meinung von sich selbst auszudrücken . Sie sollten es nicht tun , es steht so übel . Fünftes Kapitel Kraut und Rüben durcheinander , wie es sich gibt in einer Haushaltung Uli wurde von so freundlichem Winde nicht angeweht , sondern blieb sich selbsten überlassen . Ihn dünkte , er hätte nicht bloß recht in der Sache , sondern er müsse einmal zeigen , daß er auch jemand sei und zwar eigentlich der Mann , der die Hosen anhabe . Wenn er das immer so gehen ließe , so könnte seine Frau zuletzt ein Recht daraus machen wollen und meinen , er solle zu keiner Sache was sagen . Zu solchen Ansprüchen berechtige sie doch endlich ihr Vermögen nicht ; was sie eingebracht , habe an einem kleinen Orte Platz . Er nahm da , her das Gespräch über das Gesinde nicht wieder auf , nahm Vrenelis Freundlichkeit mit dem Mißtrauen , als ob es auf diesem Wege probieren wolle , was es auf dem andern nicht zuwege gebracht . Da er sich auf dieser Seite schwach fühlte , so verpalisadierte er sich mit desto düstererer Miene . Noch ungerner als mit Vreneli sprach Uli mit dem Gesinde selbst darüber , nur daran zu denken war ihm zuwider . Es waren eine gewisse Schüchternheit und eine gewisse Unbehülflichkeit bei einander , von wegen nicht bloß Meister zu sein , sondern sich auch als Meister darzustellen auf die rechte Weise und in allen Dingen , ist eine Kunst , zu welcher viele alte Bauern nie gelangen ; wie sollte man sie von einem jungen Pächter fordern können , der erst noch selbst Knecht gewesen ? Darüber wurden die Knechte ungeduldig . » Hat er mit dir gesprochen ? « frug einer den andern , » dich gefragt , ob du bleiben oder gehen wollest ? « Der eine der Knechte sagte : » Ich halte ihm nicht an , mein Brauch war es nie , daß ich um den Dienst fragte ; der Meister mußte mich fragen , und frägt er mich bis Sonntags nicht , so sage ich dem Kabismüller zu . Es ist ein schwerer Dienst , aber der Lohn auch darnach , und verdienen muß man , während man jung ist . « Ein anderer sagte : » Wollte nicht pressieren , er wird das Maul schon noch auftun ; mir wäre es zuwider fort , wechsle nicht gerne . « » Wartet , am Samstag soll ich mit dem Meister Spreu holen , da gibt vielleicht ein Wort das andere . « » Meinethalb , « sagte der andere , » aber daß es mir viel machen würde , weiterzudingen , kann ich nicht sagen . Er ist nicht mehr der Gleiche . Man kann nicht genug schaffen , und doch ist er nie recht zufrieden . Es dünket mich , er habe schon vergessen , was ein Knecht gerne oder ungerne hat , und meint , er müsse aus Äckern und Wiesen , Vieh und Menschen das Äußerste , das letzte Tröpflein Saft herauspressen , damit er ein reicher Mann werde . Bloß wegem Zins hätte er das nicht nötig . Wie ich habe merken mögen , ist der so , daß er deswegen keinen Kummer zu haben braucht . Warum nun alle bös haben sollen , um einen