dawider , sagte Johannes , » aber Resli , du weißt wohl , wenn ds Hurnuße nicht gewesen wäre , so wäre Manches gemacht , was nicht gemacht ist , und manches wäre unterwegs geblieben , was nichts abtragt . « Dem Resli kam der Tubak in den letzen Hals ; er mußte husten , und Johannes ging fürbas ; aber zu Uli sagte von wegen dem Zahlen niemand etwas mehr . Siebentes Kapitel Wie der Meister für den guten Samen einen Ofen heizt So kam er fast ungeschlagen aus großer Gefahr . Freilich reute ihn das vertane Geld , die verderbte Kleidung , und er konnte den Verlust fast nicht verwinden . Indessen erkannte er auch den großen Gewinn , den er gemacht hatte , daß er nämlich für immer begreifen gelernt , wer es gut und wer es bös mit ihm meine ; daß die vom Teufel seien , welche einen auf den breiten Weg locken , und die von Gott , welche an den schmalen Pfad mahnen , der so mühselig ist in seinem Anfang , aber so herrlich in seinem Ausgang . Um dieses Gewinnes willen verschmerzte er den Verlust und verlor den Mut zum Sparen nicht , wurde aber doch erst dann recht froh , als er den Schaden wieder erarbeitet und da fortfahren konnte , wo er bereits gewesen war . Das war ein groß Glück , denn nichts lähmt den Mut mehr und oft für immer , als wenn man wieder von vornen anfangen soll . Rasch will einer einen Berg hinauf , er kugelt wieder hinab ; er setzt noch einmal an , es geht ihm wie das erstemal ; da schleichen die Meisten lendenlahm weiter und lassen den Berg stehn . Laßt Pferde umsonst einen Wagen anziehen , durch einen ungeschickten Fuhrmann schlecht geleitet , und der Wagen kömmt nicht nach , so werden sie allemal schlechter anziehen und zuletzt es gar nicht mehr versuchen wollen . Gerade so ist es beim Hausen insbesonders , beim Besserwerden , sich Bekehren im allgemeinen : fruchtlose Versuche , Rückfälle sind die gefährlichsten Feinde wirklicher Besserungen . Uli erhielt sich indessen oben , wenn schon das eigene Fleisch und Blut und manche Gelegenheit ihn hinunterziehen wollten . Am schwersten waren ihm die Winterabende , in welchen es nichts zu rüsten gab , und die Sonntage im Winter ; da dünkte es ihn , es ziehe ihn jemand an allen Haaren nach irgend einem Versammlungsort der Jugend , wo man anfänglich scheinbar Unschuldiges treibt , um Nüsse spielt , dann um Branntwein , dann um Geld und endlich noch ausfliegt , um seine Lust weiters zu büßen . Es ist in gar vielen Häusern eine Eigentümlichkeit , welcher man bestimmt viele schlechte Diensten zu verdanken hat . In gar vielen Häusern haben nämlich die männlichen Diensten keine helle oder warme Stube , in welcher sie sich aufhalten können . Sie schlafen in den obern Kammern ; diese sind an den meisten Orten finster , an allen kalt , selten eine enthält Stühle , noch weniger Tische : es sind bloße Schlafstätten , in welchen oft im Winter Biecht an das Dackbett sich ansetzt , und wer einen Pfnüsel hat , soll häufig Eiszäpfen unter die Nase kriegen , ungefähr so , wie sie an Strohdächern zu Hunderten hangen . Hier können sie sich im Winter nicht anders aufhalten als im Bette , und schlafen mag man doch nicht immer ; von irgend etwas anders Machen ist nicht die Rede , nicht einmal von einem Knopf Annähen oder einem Fürfuß Platzen für die Notdurft . In der Stube , wo gegessen wird , duldet man sie meistens nicht . Gewöhnlich ist es die Wohnstube der ganzen Haushaltung . Aber die Knechte sollen nicht darin sein . Bis man zum Essen ruft , sollen sie nicht hineinkommen , und wenn abgegessen ist , so sollen sie wieder hinausgehen , sonst macht die Hausfrau saure Augen , und wenn die nichts nützen , so erhält der Meister den Auftrag , dem Knecht zu sagen , sein Tubak stinke gar , oder aber kurzweg : Wenn er gegessen habe , so hätte er nichts mehr in der Stube zu tun , er könne ins Gaden hinauf , dort sei sein Platz . Etwas besser haben es die Mägde ; die können doch in der Stube sein , auch an den Abenden , wo nichts zu rüsten ist , sie müssen spinnen . An Sonntagnachmittagen sieht man sie aber an vielen Orten auch nicht ungern wandern , und schon manche Bäurin hat zu der Magd gesagt : Ob sie denn nie von Hause weg wolle ; das zu Hause Plättern trage doch hell nichts ab , und es gebe nichts aus einem Meitschi , wenn es nicht von Hause wegkomme . Wo sie jung gewesen sei , da hätte man sie des Sonntags nicht einmal an einem neuen Hälsig daheimgehalten , da hätte es müssen öppe usgrüteret sy . Es gibt hie und da auch Dienstenstuben , aber da bemächtigen sich meist die Mägde derselben und entblöden sich nicht , die Knechte unter irgend einem Vorwand wegzujagen : bald wollen sie die Hühneraugen abhauen , bald sich anders anlegen usw. , und die Knechte müssen weichen . Einige Abweichungen von dieser Regel gibt es : wo die Meisterleute nicht aufpassen und die Diensten unter sich leben können , wie sie wollen , und die Knechte gerade die Liebhaber der Mägde sind , da wird die Toilette ziemlich ungeniert gemacht . Nun stelle man sich vor , was aus einem Knechte werden muß , der jahrelang keinen Platz hat , etwas zu schreiben oder zu lesen , der während einem ganzen Jahre vielleicht nicht ein Halbdutzend Male dazukömmt , etwas im Kalender nachzuschlagen , der hinausverwiesen ist in den Stall zum Vieh oder hinauf ins finstere Gaden , der noch dazu ausgelacht wird , wenn er statt in den Stall einmal in die Kinderlehre wollte . Man denke vernünftig nach ,