lustig zu , doch sprachen sie deutsch , denn ich hörte die Baronin nennen , und den Italiener sagen , ich bin der Frau größere Verbindlichkeiten schuldig als irgend jemand ahndet ; dann kam was von Aufruhr in der Seele , und Kampf und Sieg , das war mir zu gelehrt , ich zog die Bettdecke über den Kopf und schlief über dem Gesumse ein . Luisens Wangen glühten bei diesen letzten Worten , die recht wie ein unerwarteter Schlag ihr Innres trafen . Da erschien Emilie an Fernandos Arm , der ihr zufällig auf der Treppe begegnet war , und sie frisch und freudig in das Zimmer führte . Die kleine hingebende Blondine nahm sich recht wohl an der Seite des schönen Jünglings aus . Beider Anblick machte einen angenehmen Eindruck , das konnte sich auch Luise nicht verhehlen , ohnerachtet sie ein peinliches Gefühl dabei ergriff . Nach und nach versammelte sich die übrige Gesellschaft . Stein hatte die ganze Nacht von den alten Helden und Geistern des Schlosses geträumt , und viel wunderliche Gestalten gesehn . Er erzählte , daß ihm vorzüglich ein kleiner grauer Mann auf einem weißlichen Pferde einen seltsamen Schauer eingeflößt habe . Dieser sei unaufhörlich um den Felsen umhergeritten , ohne dem Pferde Ruhe zu gönnen , welches dabei stark gehinkt , als habe es ein Eisen verloren . Werner schlug vor , ein jeder solle die Träume , Eingebungen und Begebenheiten dieser Nacht erzählen , wobei sicher recht seltsame Bilder ans Licht treten würden . Nun , sagte Carl , ich bin bald fertig damit , denn ich habe die ganze Nacht eine Wassermühle gehört , die so brummte und sauste , daß mir noch der Kopf wehe thut . Alle lachten über den seltsamen Contrast mit Reinholds Erscheinungen , ohnerachtet nur Luise und Julius den eigentlichen Sinn dieser Worte verstanden . Fernando hatte indeß nicht so bald von Emilien gehört , daß Stein Dichter und musikalisch sei , als er ihn bat , die Gesellschaft mit einem Liede zu erfreuen , worauf dieser , durch einen Blick von Emilien bestimmt , folgende Worte zur Guitarre sang , auf welcher ihn Fernando sogleich accompagnirte . Der Sklave singt am Ruder , Auf wogender Galeere , Ein Spiel empörter Meere , Vom Vaterlande fern . Sein Leiden hört kein Bruder , Er folgt dem strengen Herrn , Oft rinnt die heiße Zähre ! Doch auf Gesanges Wogen , Schwebt süße Täuschung nieder , Schafft ihm die Heimath wieder , Und trautes , festes Land , Wo er , noch nie betrogen , Die Welt so freundlich fand ; O holder Geist der Lieder ! So tanzt um mich Gesänge , Ihr immer neu erglühten , Und treibt empor zu Blüthen , Die Bilder meiner Brust . Stürm ' nur du Weltgedränge ! Lock ' nur du Sinnenlust ! Mich soll das Lied behüten . Man drang darauf in Fernando , ebenfalls zu singen . Er meinte , er wisse kein passendes Lied auswendig , wenn man ihm indeß erlauben wollte , seinem Gefühle in seiner Muttersprache Worte zu leihen , so werde er wohl eine angemessene Musik dazu auffinden . Man war das gern zufrieden . Er stimmte daher einen Gesang an , den Werner nachher also übersetzte : Lang auf fremden Seen geschwommen , Lang durchzogen fremde Nacht , War der Sänger heimgekommen , Wo Italiens Sonne lacht . Wie er von den Alpenzinnen , Froh ins Land hinunterschaut , Lehnt an ihn , in süßes Sinnen Ganz verloren , seine Braut . Aus des hohen Nordens Pforten , Hat er mit sie hergeführt , Und sie spricht mit leisen Worten , Von des Südens Hauch berührt . » Lieber , welch ein großer Garten , Welch erquicklich Blumenspiel , Ihn zu hüten und zu warten , Braucht es wohl der Gärtner viel ? « » Schöne , nur der Sonne Lächeln , Hütet unsre Blumenflor . Gärtner ist der Lüfte Fächeln , Lockt sie überall hervor . « » Und die Häuserchen dahinter , Hell mit Farb und Gold geschmückt ! Doch was birgt Euch , wenn nun Winter , Hart auf Eure Fluren drückt ? « » Nie so grämlichen Bekannten , Triffst du an auf dieser Flur , Denn wir spotten des Verbannten Lieblingskinder der Natur . « » Wie viel schön umkränzte Bräute , Wie Musik sich hören läßt ! Dort im lust ' gen Tanz die Leute ! Sicher giebt ' s ein hohes Fest . « » Kränze , Lieder , lustge Reigen , Sind uns immer frisch und wach . Vor der heitren Sonne Steigen , Wird zum Fest ein jeder Tag . « » Oft ist mir dein Lied erklungen , Von Elysiums Lorbeerwald , Hast uns wohl emporgeschwungen , Zu der Sel ' gen Aufenthalt ? « » Schöne , nein , wir sind auf Erden , Ziehn in unsre Heimath ein ; Doch Elysium ganz zu werden , Braucht sie nur der Liebe Schein . « Die Baronin hatte indeß leise mit Luisen geredet , welche halb auf sie , halb auf die Musik hörte , dennoch zuletzt , durch die Wendung des Gesprächs , gezwungen ward zu antworten . Sie verzeihen mir also , sagte die warnende Freundin , wenn meine Besorgnisse ungegründet waren ? O gewiß , von ganzem Herzen , erwiederte Luise . Und sind nun ganz in der ruhigen Stimmung , fuhr die Erstre fort , in der ich Sie wünschte ? Luisen fiel eine Stricknadel aus der Hand , welche sie langsam aufhob , während sie die schönen Locken über das glühende Gesicht fallen ließ , in der ruhigsten von der Welt , erwiederte sie kaum hörbar . So - sagte die Baronin etwas trocken . Gleichwohl scheint eine Art von Mißverständniß zwischen Ihnen und Ihrem Gast obzuwalten , er meidet Sie auf eine seltsame Weise . O , fiel Luise halb verletzt , halb geängstigt , ein , das ist so seine Art , er ist