Er war ein sehr braver und in großer Achtung stehender Soldat , ein feiner und gebildeter Weltmann , ein Freund der Literatur und der Kunst . Der große König schätzte ihn hoch , besonders auch , weil er das Regiment Gensdarmes fast den ganzen Siebenjährigen Krieg hindurch , statt des eigentlichen Kommandeurs , Grafen von Schwerin , mit dem größten Sukzeß geführt hatte . Bei Zorndorf war er mit unter den besten gewesen . So kam das Jahr 1760 . Der König hatte nicht vergessen , daß es sächsische Truppen gewesen , die das Jahr vorher Schloß Charlottenburg geplündert hatten , und voll Begier nach Revanche gab er beim Einrücken in Sachsen sofort Befehl , Schloß Hubertusburg – dasselbe , das später durch den Friedensschluß berühmt wurde – zu zerstören . Das Mobiliar des Schlosses sollte dem plündernden Offiziere zufallen . Der Befehl zur Ausführung traf unsern Marwitz , der damals Oberst war . Dieser schüttelte den Kopf . Nach einigen Tagen fragte ihn der König bei Tisch , ob Schloß Hubertusburg ausgeplündert sei ? » Nein « , erwiderte der Oberst . Eine andere halbe Woche verging und der König wiederholte seine Frage , worauf dieselbe lakonische Antwort erfolgte . » Warum nicht ? « fuhr der König auf . » Weil sich dies allenfalls für Offiziere eines Freibataillons schicken würde , nicht aber für den Kommandeur von Seiner Majestät Gensdarmes . « Der entrüstete König stand von der Tafel auf und schenkte das Mobiliar des Schlosses dem Obersten Quintus Icilius 37 , der bald darauf alles rein ausplünderte . Bei allen Revuen nach dem Frieden war nun der König immer höchst unzufrieden , andere Offiziere wurden dem tapferen Gensdarmenobersten vorgezogen und Marwitz forderte seinen Abschied . Der König verweigerte ihn . Neue Kränkungen blieben indes nicht aus und Marwitz kam abermals um seine Entlassung ein . Keine Antwort . Da tat Johann Friedrich Adolf keinen Dienst mehr und blieb ein ganzes Jahr lang zu Hause . Nun lenkte der König ein und versprach ihm das nächste vakante Regiment . Aber vergeblich . Er ließ antworten : er habe so gedient , daß er sich kein passe droit brauche gefallen zu lassen ; was geschehen sei , sei geschehen , und könne kein König mehr ungeschehen machen . Zugleich forderte er zum drittenmal seinen Abschied und erhielt ihn nun ( 1769 ) . Er war damals erst sechsundvierzig Jahre alt . Das Ende seines Lebens entsprach nicht dem ruhmreichen Anfang . Aller regelnden Tätigkeit und jener wohltätigen Disziplin , die der » Dienst « auf die Kräfte und Leidenschaften starker Naturen ausübt , überhoben , verfiel er einem glänzenden Müßiggange , den er nunmehr mit derselben Konsequenz und Energie wie früher seine soldatischen Tugenden durchführte . Den größten Teil des Tages verbrachte er beim Spiel . Kam er nach Friedersdorf , so war er sicher von seiner » Partie « begleitet . Unter der großen Linde welche hinter dem Hause im Garten steht , hatte er sich eine Laube einrichten lassen . Dort saß er schon am Morgen und spielte . Dann wurde mit großem Aufwande getafelt , viel und gut und lange getrunken , bis der Abend die Beschäftigung des Morgens wieder aufnahm . Er besaß ein höchst wertvolle Bibliothek , die sich jetzt noch im Friedersdorfer Schloß befindet . Alle diese Bücher hatte er , partienweise , dem Quintus Icilius im Spiel abgewonnen und sich dadurch nachträglich und auf dem Wege rechtens in Besitz derselben Bibliothek gesetzt , deren Fortführung aus Schloß Hubertusburg er , als unwürdig eines Marwitz und Obersten der Gensdarmes , verweigert hatte . Dieser Johann Friedrich Adolf , oder der Hubertusburg-Marwitz , wie wir ihn genannt haben , starb 1781 . Die Friedersdorfer Kirche bewahrt sein Andenken durch einen Grabstein , auf dem wir die Worte lesen : » Johann Friedrich Adolf . Er sah Friedrichs Heldenzeit und kämpfte mit ihm in allen seinen Kriegen . Wählte Ungnade , wo Gehorsam nicht Ehre brachte . « Sein jüngerer Bruder war der Hochkirch-Marwitz ( Gustav Ludwig ) . Er diente ebenfalls im Regiment Gensdarmes und focht bei Hochkirch mit solcher Auszeichnung , daß er , unmittelbar nach der Schlacht , vom Rittmeister zum Major anvancierte und den Pour le mérite erhielt . Er ist nicht zu verwechseln mit dem Quartiermeister von der Marwitz , dessen Name in noch glänzenderer Weise mit der verhängnisvollen Nacht von Hochkirch verwoben ist . Dieser letztere von der Marwitz , mit der Friedersdorfer Linie nur weitläufig verwandt , weigerte sich bekanntlich , das Lager , das einen Überfall gleichsam herauszufordern schien , an der angewiesenen Stelle abzustecken , und erhielt dafür nicht nur keinen Pour le mérite , sondern fiel in Ungnade . Er starb bereits im folgenden Jahre 1759 . » Son mérite et ses services seraient oubliés sie ce monument n ' en conservait le mémoire « , so schrieb Prinz Heinrich unter den Namen dieses Marwitz ( des Quartiermeisters ) und reihte denselben unter die Namen ein , die den Sockel des großen Rheinsberger Obelisken in goldner Schrift umziehen . Unser Hochkirch-Marwitz aber stieg von Stufe zu Stufe , kommandierte das altmärkische Kürassierregiment , das zu Salzwedel lag , und starb erst 1797 als Generalleutnant . Die Friedersdorfer Kirche erwähnt seiner nicht . Der dritte und jüngste Bruder war der Kammerherr Marwitz ( Bernd Friedrich August ) . Sein Leben verlief ohne historische Momente , ohne Taten nach außen . Kurz vor seinem Tode ward er als interimistischer Intendant an die Spitze der königlichen Schauspiele berufen . Die Memoiren seines Sohnes äußern sich bei dieser Gelegenheit : » Der Ärger über das scheußliche Komödiantenvolk , mit dem er verkehren mußte , vorzüglich aber die unvermeidlichen Erkältungen während der Vorstellungen gaben ihm den letzten Stoß . « Er starb 1793 . Seine Gedenktafel in der Friedersdorfer Kirche fügt seinem Namen einfach die Worte hinzu : » Grad , bieder , rechtschaffen . « So war er . Es war ihm nicht gegeben , zum Ruhme seiner Familie