, ich will euch einen bessern Spruch sagen . « » Und ? « » Denen , die Gott lieben , müssen alle Dinge zum Besten dienen . « Achtundzwanzigstes Kapitel Aus Renatens Tagebuch Erzählungen schließen mit Verlobung oder Hochzeit . Aber ein Tagebuch , das sich bis auf diesen Tag im Hohen-Vietzer Herrenhause vorfindet und als ein teures Vermächtnis daselbst gehütet wird , gönnt uns noch einen Blick in die weitere Zukunft . Es sind Blätter von Renatens Hand , und aus ihnen ist es , daß ich das Folgende entnehme . » Lewin ist zurück . Ich habe nur auf diesen Tag gewartet , um , wie ich seit lange wollte , mit einem Tagebuche zu beginnen . Der Säbelhieb über die Stirn kleidet ihn gut ; der weiche Zug , den er hatte , ist nun fort ; Marie findet es auch . Wie war sie so glücklich ! Und doch ebenso ruhig , wie sie glücklich war . Und das freute mich am meisten . Denn mir ist nichts verhaßter als Lärm ; und nun gar Lärm in Gefühlen ! Es traf sich sonderbar , daß wir , eine Stunde vor Lewins Ankunft , den für Grell bestimmten Grabstein ausgepackt hatten . Ein kleiner Marmor . Es war nicht ohne Bewegung , daß wir Namen und Datum und die Hölderlinschen Zeilen lasen . Jeetze wollte den Stein verstecken , aber Maline sagte : Nein , nein , das bedeutet Glück , was natürlich meine gute Schorlemmer in Feuer und Flamme über die Unausrottbarkeit wendischen Aberglaubens brachte . ( Lewin übernimmt Guse ; sie werden dort als ein junges Paar leben . Es ist am besten so . ) « » Gestern war Hochzeit . In Bohlsdorf . Lewin hatte darauf bestanden ; er wollte da getraut werden , wo sich sein Leben entschieden habe . So fuhren wir in drei Wagen hinüber . Mit uns Drosselstein und Hirschfeldt ( der den Arm verloren hat , leider den rechten ) . Bamme war geheimnisvoll und erklärte , sein Brautgeschenk vorläufig vergraben zu haben . Aber der Tag der Auferstehung werde kommen . Die Schorlemmer über diesen Ausdruck empört , wir anderen neugierig . Seidentopf hielt die Rede ; nie hat er besser gesprochen ; es ist doch wahr , daß das Herz den Redner macht . Er nahm einen Bibeltext ; aber eigentlich sprach er über die Zeile : Und kann auf Sternen gehen . Nach der Trauung nahmen wir einen Imbiß auf dem Amtshofe . Die junge Frau noch hübscher geworden ; wieder an Kathinka erinnert . Rückfahrt im offenen Wagen . Entzückend . Die Sommerfäden flogen und setzten sich in Mariens grünen Kranz . Es war wie ein zweiter Brautschleier . Bamme , der nur den volkstümlichen Namen dieser Fäden kannte , ereiferte sich über die Ungalanterie des heurigen Septembers , beruhigte sich aber , als ich ihm sagte , daß diese Fäden auch Mariengarn heißen . Übrigens haben Lämmerhirt und Seidentopf Brüderschaft getrunken und wollen korrespondieren . Lämmerhirt sammelt auch Totentöpfe und ist germanisch . Also gegen Turgany . « » Heute haben wir unseren lieben Seidentopf zur letzten Ruhe gebracht . Auch Lewin und Marie kamen von Guse herüber und die drei ältesten Kinder . Sie brachten große Kränze von Flieder mit , der in diesem Jahre so schön in Guse blüht . Pastor Zabel von Dolgelin hielt die Grabrede ; gutgemeint und alltäglich . Papa will es nicht wahrhaben ; aber er legt immer aus seinem Eigenen zu . Auch Turgany war da ; sehr bewegt . Er führte mich , als wir zurückgingen , und sagte dann in seiner Art : Nun kann ich diesen Landesteil unangefochten für wendisch erklären ; aber ich tät es lieber nicht . « » Brief von Kathinka ( aus Paris ) . Teilnehmend , aber sehr vornehm . Wir sind ihr kleine Leute geworden . Sie kennt nur noch zweierlei : Polen und die Kirche . « » Wir waren gestern in Guse drüben , Papa , die Schorlemmer und ich . Als wir bei Tische saßen , wurde der Seelower Gerichtsdirektor gemeldet , der ein auf dem dortigen Gerichte niedergelegtes Dokument in Person überbrachte . Aufschrift : An Frau Marie von Vitzewitz . Nach meinem Ableben zu Händen der Adressatin . Bamme , Generalmajor . Wir öffneten und lasen . Er hat Marie sein ganzes Vermögen vermacht , alles in sehr Bammeschen Ausdrücken . Am Schlusse stand : Ich hab es früh erfahren , wie wenig der Schein bedeutet . Marie entsann sich , Ähnliches gegen ihn geäußert zu haben . Wir gratulierten alle ; nur die Schorlemmer verlangte Zurückweisung , es sei kein Segen daran . Marie aber meinte , dazu sei sie doch nicht fromm genug , worüber wir alle herzlich lachten ; zuletzt auch die Schorlemmer . « » Und nun bin ich allein , ganz allein , und morgen wird Lewin , der nun Guse verläßt , seinen Einzug in dies alte Hohen-Vietz halten , in das mir und ihm so teure Haus , in dem er gesegnet sein möge wie bisher . Und er wird es , denn er bringt seinen guten Engel mit . Meine teure Marie . Sie hat die schwerste Probe bestanden , und das Glück hat sie gelassen , wie sie war : demütig , wahr und schlicht . Und so könnt ich bleiben und weiterleben mit und unter ihnen , aber ich mag doch nicht die Tante Schorlemmer ihres Hauses sein . Auch fehlen mir die Lieder und Sprüche . So will ich denn nach Kloster Lindow , unserem alten Fräuleinsstift . Da gehör ich hin . Denn ich sehne mich nach Einkehr bei mir selbst und nach den stillen Werken der Barmherzigkeit . Und nur eines ist , das ich noch mehr ersehne . Es gibt eine verklärte Welt , mir sagt es das Herz , und es zieht mich zu ihr hinauf . « Hier schließt das Tagebuch . Auf einer schmalen