, » und dennoch - ich kann jetzt nicht über Ihre Bewerbung entscheiden , ich muß Ihr Wort als Unterpfand meiner freien Entschließung annehmen . « » Sie willigen ein ? « » Wenn ich vor mir selbst frei bleibe - ja ! « Der Graf küßte ihre Hand . Dann entfernte er sich für eine kurze Zeit , während der die junge Frau , mit den bangen Ahnungen ihres Herzens kämpfend , das Antlitz in den Kissen des Divans verbarg . Pisani kehrte mit Schreibgeräth zurück und legte ein Blatt Papier vor die Gräfin . » Es ist nöthig , gnädige Frau , daß Sie einige Worte zur Bestätigung meines Rechtes niederschreiben . Mit ihnen in der Hand werde ich sofort die nöthigen Schritte thun . « Ihre Hand zitterte , als sie die Feder ergriff . » Was muß ich schreiben ? « » Erlauben Sie mir , Ihnen die kurzen Worte zu diktiren , Sie sind zu aufgeregt , um selbst das Zuviel und Zuwenig zu vermeiden . « Er sagte sie ihr in französischer Sprache und ihre Finger schrieben sie langsam nieder , während aus den schönen Augen ein Tropfen auf das Papier fiel . Die Worte lauteten : » Helene Gräfin von Laszlo überträgt dem Obersten Grafen Antonio Pisani , als ihrem Verlobten , den Schutz und das Recht an ihrer Person und an ihrem Eigenthum . « » Die letztere Bestimmung ist nöthig , « sagte der Oberst nachlässig , » um der Habsucht Sami-Pascha ' s Schranken zu setzen . « Die Gräfin hatte der Worte kaum geachtet . Sie unterzeichnete und reichte dem Sarden das Blatt . Als er es berührte , zuckte es wie ein electrischer Strahl kalt und schneidend durch ihre Nerven . » Ich habe Ihr Wort ? « » Wie weh thun Sie mir , Helene , mit diesem Rückhalt ! Morgen spätestens werden Sie frei sein ! « Er beugte das Knie vor ihr und küßte zärtlich ihre Hand , die sie ihm schauernd überließ . Dann erhob er sich und verließ sie . Fest trat sein Fuß auf , trotzig hob sich der Kopf und die dunklen Augen funkelten in der Gewißheit des Sieges , als er die Thür der Gemächer und den Eunuch-Khawaß , der an ihr Wache hielt , hinter sich gelassen . Er bemerkte kaum die Dienerin , die aufgeregt , scheu an ihm vorüber schlüpfte und zu der Herrin eilte . Das Mädchen war in seltsamer Aufregung , seine schönen blauen Augen glänzten diesmal freudig , als es in die Wohnung des türkischen Despoten zurückkehrte , dessen Machtspruch sie den Ihren entrissen . Die Gräfin , zu deren Dienst man sie bestellt , hatte die abergläubische Warnerin am Mittag auf einige Stunden fortgeschickt , als sie Graf Pisani erwartete , und Marutza kehrte jetzt von dem Hause ihres Vaters zurück , wohin sie , diese Zeit benutzend , geeilt war . Die junge Bulgarin warf sich am Ruhebett der Dame nieder , für die , obschon kaum vierundzwanzig Stunden verflossen waren , seit sie sich in ihrer Nähe befand , doch bereits ihr ganzes Herz mit jener zähen Ergebenheit schlug , die eine eigenthümliche Tugend dieses Volkes ist . » Weine nicht , schöne Herrin , « flüsterte sie schmeichelnd , » der Unheimliche ist fort und ich bringe frische Hoffnung . Du sollst frei werden , noch ehe die Sonne wieder die Minarets von Widdin bescheint . « Die Gräfin preßte die Hand der jungen Trösterin . » Ich weiß es , aber Du weißt nicht , welches Opfer es mich kostet . Er hat versprochen und hält sein Wort . « » Er ! - Wen meinst Du , Herrin ? « » Nun , Graf Pisani , der mich eben verließ . « » Den Sohn der Hölle ? - Unglückliche Herrin - er Dich retten ? Er ist der Wudkoklak und Alles , was er thut , wird Dich nur in den Abgrund ziehen . O , sieh her ! - kennst Du dieses Tuch ? « Sie reichte der Gräfin ein feines Kantentuch , das diese forschend und ängstlich prüfte . Es trug ihren Namenszug mit dem Wappen darüber in eleganter Stickerei . » Mädchen , um der Heiligen willen - woher hast Du dies Tuch ? Es ist das meine , und dennoch brachte ich es nicht hierher ? « » Erinnerst Du Dich an die große Sultansstadt an der Donau , von der die Schiffe mit dem Rauch hier vorbeifahren ? « » Wien ? « » Ja , so heißt sie . Es ist ein großer Garten darin . Doch habe ich den Namen in der Eile vergessen . « » Der Prater ? « » Es mag sein . Ich soll Dich fragen , ob Du des Tages gedenkst , an welchem in diesem Garten Deine Pferde mit dem Wagen durchgingen , und des Mannes , der damals mit Dir war und von Dir schied ? « » Marutza ! « - die Hand der Gräfin preßte krampfhaft den Arm der jungen Bulgarin . » Mädchen - weiter - - weiter ! « » Er nahm dies Tuch damals mit sich als Andenken und trug es in den Schlachten seines Volkes . Er ist kein Moslem , obschon er die Kleidung der Mörder trägt . « » Er ist hier ? « » Vor einer Stunde gab mir der Fremde das Tuch . Er ist ein Freund Michael Miloje ' s , meines Bräutigams . Er sagt , er müsse Dich sprechen um jeden Preis , und wenn Dir hier Gefahr drohe , werde er nicht weichen , bis er Dich gerettet . « Die Gräfin rang die Hände . » Der Wahnsinnige , in welche Gefahr hat er sich gestürzt ! Und ich - in demselben Augenblick meine Ehre , mein Leben in die Hand eines Andern gegeben , in die Hand seines Feindes ! « » Ich warnte Dich vor dem