, das sie niemals übertrat . Idoine zog sich , eine Veränderung erratend , aus der vorigen Nähe sanft zurück . Früh am dunkeln Morgen schieden sie , aber Julienne sagte es ihrer Freundin nicht , daß sie Idoinen , als sie voneinander gingen , sich mit nassen Augen hatte wenden sehen . 126 . Zykel Albano hatte während Lindas Abwesenheit von Roquairol die Bitte bekommen , nur jetzt nicht lange zu verreisen , damit er in einigen Tagen sein Trauerspiel » den Trauerspieler « , noch sehen könne . Gaspard , den er unwillig über Lindas Ehescheu antraf , gab ihm ein sonderbares Kartenblatt für Linda mit , worauf von ihrem unsichtbaren Vater nichts stand als dies : » Ich genehmige deine Liebe . Ich erwarte , daß du sie besiegelst , damit ich meine Tochter endlich umarme . Der Zukünftige . « So viele fremde wichtige Wünsche , die mit dem seinigen zusammenflossen , hielten nun von seinem zarten Ehrgefühl den Verdacht der Selbstsucht und Zudringlichkeit ab , wenn er sie um das schönste Fest seines Lebens bat . Er machte seinen Vater sehr zufrieden durch diesen Entschluß , zu bitten . Gaspard teilt ' ihm geheime Kriegsnachrichten mit und sagte ihm scherzend , nun sei es bald Zeit , daß er für seine Freunde , die Neufranken , fechten helfe . Albano sagte , es sei sogar sein Ernst . Das hör ' er gern von einem Jüngling - sagte Gaspard - der Krieg bilde für Geschäfte , und das Recht oder Unrecht desselben tue nichts zur Sache und gehe andere an , die ihn erklären . Albano machte seine Reise froh durch Erinnerung , noch froher durch Hoffnung . Er hatte jetzt den Mut , sich den Tag auszudenken , wo Linda , eine Königin , in die glänzende Krone ihres Geistes den weichen Brautkranz schmiegt - wo diese Sonne als eine Luna aufgeht - wo ein Vater , den der seinige liebt , das hohe Fest unterbricht durch ein höchstes - und wo einmal zwei Menschen zu sich sagen dürfen : nun lieben wir uns ewig . - So beglückt und mit einer unendlichen Liebe und sonnenwarmen Seele kam er im Prinzengarten an . Überall kam er viel zu früh nach seiner leidenschaftlichen Pünktlichkeit . Niemand war noch da als zwei - Abreisende , Roquairol und die Fürstin . Beide sah man jetzt oft und so öffentlich beisammen , daß das Scheinen Absicht schien . Roquairol ging ihm höflich entgegen und erinnerte ihn an das erhaltene Billet : » Das ist der Schauplatz , Lieber , « ( sagt ' er ) » wo ich nächstens spiele , die meisten Zurüstungen hab ' ich schon getroffen , besonders heute . Meine treffliche Fürstin hat mir diesen Platz vergönnt . « - » Sie kommen doch auch ? « sagte diese zu Albano freundlich . » Ich hab ' es ihm schon versprochen « , sagte Albano , den mitten in seinem Frühling zwei Eiskeller anwehten . Das Fräulein v. Haltermann allein zeigt ' ihm großen entschiedenen Zorn . » Gehen wir zu meiner Schwester vorher ? « fragte Roquairol die Fürstin unter dem Wegführen . Albano verstand das nicht . Die Fürstin nickte . Sie nahmen von ihm Abschied . Fräulein v. Haltermann schien ihn zu vergessen . Sie entflogen , hielten oben auf einem von der ganzen blühenden Gegend umrungnen Berge neben einem Blumengärtchen still und rollten dann hinunter . Der Himmelswagen mit den geliebten Mädchen kam jetzt in den französischen Prinzengarten herein . Feurig drückten sich Albano und Linda einander an die Herzen , die sie sich - gleichsam zum zweiten Male füreinander geschaffen und geschmückt durch das Schicksal - mit neuen Hoffnungen und Welten heute noch einmal tauschend geben wollten ! - Alles war so glänzend um sie her , alles neu , selten , ruhig , die ganze Welt ein Garten voll hoher flatternder Springbrunnen , welche vor der Sonne glanztrunken ihre Bogen durcheinanderwarfen ! - Julienne zog ihn beiseite , um ihm Lindas schönen Entschluß zu sagen ; aber er kam ihr mit der Nachricht des seinigen zuvor . Sie bestärkte ihn durch die ihrige , entzückt über das seltne Getriebe zusammengreifender Glücksräder . Als Albano wieder bei der Braut war , und sie bei ihm , fühlten sie eine neue Wärme des Herzens - keine von einer ausbrennenden dumpfen Glutkohle , die am Ende schwarz zerbröckelt , sondern die einer höhern Sonne , die aus lauten Flammen stille Strahlen macht und die die Menschen mit einem warmen milden Frühlingstag umgibt . Albano schob nicht auf und leitete nicht ein , sondern er gab ihr das Blatt ihres Vaters hin und sagte unter dem Lesen mit bebender Stimme : » Dein Vater bittet mit mir und für mich . « - Lindas Tränen stürzten - der Jüngling zitterte - Julienne rief : » Linda , sieh , wie er dich liebt ! « - Albano nahm sie an sein Herz - Linda stammelte : » So nimm sie denn hin , meine liebe Freiheit , und bleibe bei mir « - » bis zu meiner letzten Stunde « , sagt ' er - » und bis zu meiner , und gehst in keinen Krieg « , sagte sie zärtlich-leise - er drückte sie bestürzt und stark ans Herz - » nicht wahr , du versprichst es , mein Lieber ? « wiederholte sie . » O , du Göttliche , denke jetzt an etwas Schöneres « , sagte er . » Nur ja , Albano , ja ? « fuhr sie fort . - » Alles wird sich durch unsere Liebe lösen « , sagt ' er . - » Ja ? Sage nur Ja ! « bat sie - er schwieg sie erschrak : » Ja ? « sagte sie stärker . - » O Linda , Linda ! « stammelte er - sie entsanken einander aus den Armen - » ich kann nicht « , sagt ' er