von Kroaten geplündert , in seinem halb erbrochenen Sarge , nur noch mit zwei großen Reiterstiefeln angetan , die man ihm wohl oder übel gelassen hatte . Dagegen mußte schließlich Remedur geschafft und der Sarg vor profaner Neugier oder Schlimmerem geborgen werden . So wurde denn der Tote samt der zerbrochenen Sargkiste , darin er lag , in einen schweren Eichensarg gesetzt und der Deckel ein für allemal geschlossen . ( Nach Aussagen solcher übrigens , die bei dieser Umbettung ihn sahen , wäre seine frühere Kleidung : einfaches Wams und schwarze Hosen noch sehr wohl erkennbar gewesen . ) Mit Worten Paulis aber , des ersten Derfflingerschen Biographen , nehmen wir Abschied von unserem Helden : » Er erreichte das höchste Alter in höchsten Ehren . Das Alter allein hat keinen Anspruch auf unsere Ehrerbietung , aber wo wir Weisheit und den Sieg der Vernunft über Leidenschaft und Vorurteil mit ihm gepaart finden , da wird es uns ehrwürdig und liebenswert . Alles dies verband Derfflinger mit einer ungeheuchelten Gottesfurcht . Er unterhielt dieselbe durch Johann Arnds › Wahres Christentum ‹ , das er sich fleißig vorlesen ließ . Unschuld und fromme Sitte bereiteten ihn sein lebelang auf jenen Augenblick des Todes vor , der ein Schrecken der Gottlosen , aber die Zuversicht und der Frieden der Frommen ist . « Schloß Friedersdorf Joachim Ernst von Görtzke Joachim Ernst von Görtzke ein Sohn Joachims von Görtzke und der Elisabeth von Wichmannsdorf , wurde den 11. April 1611 zu Bollersdorf in der Mittelmark geboren . Er war Page bei der Prinzessin Marie Eleonore , Schwester des Kurfürsten Georg Wilhelm , und folgte dieser , bei Gelegenheit ihrer Vermählung mit Gustav Adolf , in gleicher Eigenschaft nach Schweden hinüber . Das war 1620 . Drei Jahre später ward er Page beim Könige selbst und machte von 1626 bis 1628 den Feldzug in Preußen mit , zu welchem Behuf er als Soldat in die Königliche Leibwache trat . In dieser stand er noch , als Gustav Adolf im Sommer 1630 an der Pommerschen Küste landete . Bald nach der Leipziger Schlacht ( 1631 ) anvancierte Görtzke zum Offizier , focht im folgenden Jahre mit bei Lützen und empfing jene schwere Verwundung , deren ich , bei Besprechung seines Porträts über dem Kamin der Friedersdorfer Halle , bereits erwähnt habe . Kaum wieder hergestellt , ward ihm , in dem Reiterregimente des schwedischen Generalmajors Adam von Pfuel , eine Rittmeisterstellung angeboten . Görtzke nahm an , machte den » Pfuelschen Zug « mit , und stieg bald danach zum Oberstwachtmeister , zum Oberstleutnant auf , nachdem er sich 1636 bei Wittstock gegen General Hatzfeld , und 1642 in der zweiten Schlacht bei Leipzig gegen Piccolomini ausgezeichnet hatte . Bis hierher fehlt es an Einzelheiten . Aber von 1644 an wird seiner im besonderen und gelegentlich mit einer gewissen Ausführlichkeit erwähnt . Torstensson , als er nach Jütland aufbrach , hatte den erst Dreiunddreißigjährigen zur Verteidigung Schlesiens und Mährens zurückgelassen und ihn mit dem Oberbefehl über elf feste Plätze betraut . In dieser Stellung bewies er sich als ein würdiger Schüler Gustav Adolfs und zeigte neben dem Mute des Soldaten zugleich auch die Klugheit und Gesinnung eines protestantischen Feldherrn . Er rief die von ihren Kanzeln vertriebenen Geistlichen wieder zurück , besetzte die vakant gewordenen Stellen und stellte , soweit seine Macht reichte , den lutherischen Gottesdienst wieder her . In allem fand er so sehr die Zustimmung des Stockholmer Hofes , daß ihm – auch wohl um sich seiner ferneren Dienste zu versichern – der Befehl über eins der schwedischen Reiterregimenter übertragen wurde . Diesem Regimente stand er während der letzten Kriegsjahre vor . Aber unmittelbar nach der Friedensunterzeichnung nahm er den Abschied und zog sich auf seine märkischen Güter zurück . Erst 1656 , zwei Jahre nach seiner Vermählung mit Lucia von Schlieben , trat er wieder in Dienst , diesmal in kurbrandenburgischen , und beteiligte sich im selbigen Jahre noch an dem Kriege gegen Polen ( dreitägige Schlacht bei Warschau ) dann aber , in hervorragender Weise , an den durch fast drei Jahrzehnte sich hinziehenden Kämpfen mit Schweden und Frankreich . 1672 , mittlerweile zum General aufgerückt , stand er als Chef und Inhaber an der Spitze dreier Regimenter des brandenburgischen Heeres . Dieses selbst aber hatte zu genannter Zeit , nach Paulis Angaben , folgende Zusammensetzung : Fußvolk Feldzeugmeister von der Goltz 1600 Mann Generalleutnant der Infanterie Graf Dohna 1400 Mann Generalleutnant der Kavallerie von Kannenberg 800 Mann Generalleutnant der Infanterie Prinz von Holstein 1500 Mann Generalleutnant der Infanterie von Götz 1000 Mann Generalmajor der Leibgarde von Pöllnitz 3000 Mann Generalmajor von Görtzke 500 Mann Generalmajor von Spaan 1000 Mann Generalmajor von Eller 300 Mann Generalmajor von Pfuel 500 Mann Generalmajor von Schwerin 1000 Mann Generalmajor La Sare 1000 Mann Oberst von Schöning 1400 Mann Oberst Förgel 1400 Mann Oberst von Pöllnitz 500 Mann 16900 Mann Reiterei Feldmarschall Fürst von Anhalt 600 Mann Feldmarschall von Derfflinger 600 Mann General der Reiterei Prinz von Homburg 600 Mann General der Kavallerie von Kannenberg 600 Mann Generalmajor von Görtzke 600 Mann Generalmajor von Spaan 600 Mann Generalmajor von Eller 600 Mann Generalmajor von Pfuel 600 Mann Generalmajor d ' Espence 800 Mann Oberst von Mörner 600 Mann 6200 Mann Dragoner Feldmarschall von Derfflinger 400 Mann Generalmajor von Görtzke 200 Mann Oberst von Kanitz 500 Mann Oberst von Schlieben 500 Mann 1600 Mann Total : über 24000 Mann . 1674 war Görtzke mit am Oberrhein , ward am folgenden Neujahrstage zum Generalleutnant erhoben und focht in allen Bataillen der nun folgenden Jahre . Nirgends glänzender als in Ostpreußen während des Winterfeldzuges von 1679 . Er war , während der Kurfürst seine Streitkräfte sammelte , mit 3000 Mann vorausgeschickt worden , um das durch 16000 Schweden unter General Horn bedrohte Königsberg zu decken . Dieser schwierigen Aufgabe scheint er sich mit besonderem Geschick unterzogen zu haben . Als er in Königsberg eintraf , waren die Schweden schon diesseits des Njemen . Ihnen eine Schlacht