, was dieser neue Charakter des Propsts zu bedeuten hätte ? Rudhard erklärte es . Während Anna von Harder dabei dies Kleeblatt dreier Freunde sehr lieblich fand , ergänzte Paulowna , die auch etwas wissen wollte , die Namen Wildungen , Gelbsattel und ... Bei dem dritten Namen stockte sie .... Rodewald , sagte Rudhard und lobte das Gedächtniß der Kleinen . Wer ? sagte Anna betroffen .... Rodewald ! wiederholte die Kleine , der Alles bedeutend geworden war , was mit dem lieben neuen Freunde , Siegbert , in Beziehung stand . Bei dem Namen Rodewald aber erblaßte Anna von Harder . Ohne daß Einer in der Gesellschaft begreifen konnte , wie sie diesen Namen sich mehremale wiederholen lassen und fragen konnte , wann und wo Das war ? versank sie in eine Stimmung , deren Ernst gegen die durch die Scherze der Kinder angeregte Heiterkeit so abstach , daß Siegbert , der Dies bemerkte , nicht zu sagen wagte , daß dieser Rodewald sein Oheim wäre . Die Altenwyl aber bemerkte die Veränderung nicht und nahm nur Gelegenheit auszurufen : Schulpforte ! O diese alten Stifte ! Diese alten Klosterschulen ! Die Majestäten lieben diese alten Stifte und Klosterschulen so sehr , daß schon längst eine Rundreise auf ihnen im Werke ist ... Damit aber kam die Oberhofmeisterin trotz ihrer hohen Stellung bei Rudhard schlimm an . Der wußte eine solche Menge von Misbräuchen in diesen alten Stiften und Klosterschulen aufzudecken , daß er fast pedantisch wurde und die Damen mit Rügen unterhielt , die viel zu streng wissenschaftlich waren . Die Altenwyl nahm auch Veranlassung , ein einfaches , etwas kaltes : Meinen Sie ? fast wegwerfend zu äußern und dann sogleich auf das Album der eben erwähnten Frau von Trompetta überzugehen . Mit sonderbarer Gelassenheit und nicht ganz ohne Ironie äußerte sie : Also Frau von Trompetta sammelt wieder ein Album ! Weiß man denn schon für welchen Zweck ? Glücklicherweise sind wir in diesem Frühjahr von Überschwemmungen verschont geblieben . Ich hörte kürzlich , sie will jetzt die armen Weber bedenken ! Arme Weber sind allerdings zeitgemäßer ! sagte Siegbert etwas ironisch . O , Sie schlimmer Spötter , rief Anna von Harder , die sich von dem Eindruck , den der Name Rodewald auf sie gemacht , jetzt allmälig gesammelt hatte , Sie dürfen mir nichts gegen Frau von Trompetta sagen . Ich fürchte , es finden sich der Thränen genug , die man mit dem Ertrage dieses neuen Albums trocknen kann ! Nur der Titel , den die gute Trompetta diesmal gewählt hat , ist etwas zu - .. wie soll ich sagen ? Sie nennt es Gethsemane . Gethsemane ! sagte Rudhard und schlug die Hände zusammen ... Ja , bemerkte die Altenwyl , die es merkwürdigerweise auf die Trompetta abgesehen hatte , es ist in der That .... Ach ! fiel Anna durchaus entschuldigend ein . Es ist ihre Idee . Es klingt nur ein wenig doch zu ... Muckerisch ! brach Rudhard rund und kurzweg heraus . Die Wirkung dieser rationalistischen Derbheit war aber schlimm berechnet . Muckerisch ! riefen die Kinder und machten lustige Wortspiele . O so nicht ! sagte Anna fast verletzt . Die Altenwyl wandte gleichfalls ihr Haupt entrüstet zu dem alten Herrn hinüber , der denn nun auch von der Fürstin einen Wink bekam , fast , als wollte sie sagen , es wäre vielleicht besser , du gingest in den Garten oder auf dein Zimmer , alter Bär , oder schwiegest ... Auch dieser Gegenstand konnte also nicht fortgesetzt werden . Anna von Harder griff , da Siegbert diskret geschwiegen hatte , wieder den Feuertod des Molay auf und sagte zu ihm gewandt : Sollten Sie glauben , lieber Herr Wildungen , daß dies Süjet sogar meinen guten alten Schwiegerpapa , den neunzigjährigen Greis , interessirt hat ? Ich mußte ihm ja Ihre Auffassung wörtlich erzählen . Er nahm großen Antheil und lobte Alles , was ich ihm mittheilte . Mit einer einzigen Ausnahme ! Zürnen Sie mir nicht , wenn ich Ihnen seine Rüge wiederhole ? Siegbert bat um volle Offenheit ... Eine Äußerung von diesem würdigen Greise könnte ihm nur lehrreich sein ... Anna , fast in Verlegenheit , dem jungen Manne weh zu thun , begleitete die folgenden Worte mit einem außerordentlich milden und versöhnenden Ausdruck : Er sprach , sagte sie , von der über den Rauchwolken des Scheiterhaufens schwebenden Taube , die mir so außerordentlich als die Idee der höheren Versöhnung und der gerechteren Zukunft gefallen hat . Die Idee ist einer Sage über Hussens Feuertod entlehnt - ergänzte Siegbert . Gleichviel ! Mein alter Papa meinte , fuhr Anna schüchtern und mit großer Spannung für die auf jede ihrer kleinsten Äußerungen merkende Altenwyl fort , Papa meinte , man könnte die in Paris verbrannten Templer nicht als Zeugen der christlichen Wahrheit oder irgend eines geistigen Fortschrittes verehren , sie hätten im Gegentheil weit eher ein unheimliches Symbol , eine Eule oder einen Raben , verdient . Wie so ? fragte Rudhard wieder barsch und kurzweg . Die Templer , fuhr Anna fast erschreckend über dies rauhe Wie so ? fort , die Templer haben nach des alten Herrn Meinung sich sehr in die Geheimnisse jener Länder verloren , wo sie für die christliche Lehre streiten sollten , öfter aber vorzogen , mit den Einheimischen in friedlichem Verkehr zu leben , wie wol jeder Feind , den man sich in der Ferne gehässig und abscheulich vorstellt , in der Nähe von seinen schlimmen Farben verliert und uns würdiger erscheinen kann , belehrt , als bekämpft zu werden ... Diese Meinung macht dem alten Mann Ehre ! sagte Rudhard . Aber die Templer .. die Templer .. Eulen und Raben ? Ei ! Ei ! fiel forschend und lächelnd die Oberhofmeisterin ein , es wird Dies doch nicht derselbe Rabe sein , den der alte Herr Präsident immer neben sich sitzen hat und mit dem er sich , wie die