beglückte . So ist dahin , was ich in meinen Nächten gesonnen , warum ich im Sonnenlichte gekämpft , wonach ich gestrebt mit allem Feuer meiner Jugend . Der Aberglaube , eines Bruders finstre Glaubenswuth reißt Alles zusammen , was ich , dem Verhängniß zum Trotz erbaute ; den Tempel meines Glücks . In Gottes Namen also . Das Unheil soll auch seinen Mann an mir finden ; aber , daß sich also löste , was so eng verbunden wurde , daß die holde Fessel so schnöde gesprungen ; ... das thut mir weh , und darum wird diese Wunde nimmer vernarben . O , welche Menschen ! Mein Vertrauen also zu täuschen ! Ben David lügt mir ein Glück , das ich kaum ahnte , ... sein Sohn entreißt es mir , und Esther reißt sich kalt von allen Banden los , die sie an mich schlossen : Wehe mir ! « - » Ach , mein guter , trauriger Junker ! « sprach Regina tröstend und legte ihre Hand auf die Seine , und heftete ihren Taubenblick auf sein düstres Auge : » wer sagte denn , daß sie kaltsinnig schied , deren Flucht euch bekümmert ? Heiße Thränen weinte sie , und darum .... ich will Euch gestehen , daß ich sie vorher nicht liebte ... darum aber gewann sie meine Theilnahme im Augenblick der Trennung . « - » Wenn Ihr sie gekannt hättet ! « klagte der Jüngling : » Tugendhaft und rein war sie , wie Ihr , mein Fräulein . Eine Seltne in dem Kranz der Frauen , die Einzige in den Reihen ihres Volks , das geadelt wurde durch ihren Besitz . O , diese Hütte hier ! eine Kapelle sollte man auf ihre Stätte bauen , weil die Liebliche durch kurze , allzukurze Frist hier verweilte . « - » Ihr sprecht ja nicht wie ein Christ ! « sagte Regina mit lächelndem Vorwurf : » ich sollte böse auf Euch werden , wenn ich nicht die Vertraute Eurer Liebe geworden wäre . Ach , mein Antheil an ihr ist mir schlimm bekommen . Der garstige Ammon hat heute der Mutter Alles auf ' s Kleinste berichtet , denn er fürchtete die Folgen ; und Mütterlein hat mich gescholten , und gesagt , es zieme sich für ein Edelfräulein nimmer , um solche Abenteuer zu wissen , und sie werde mir verbieten , je den Wald wieder zu besuchen . « Dennoch bin ich ihrer Wachsamkeit entgangen , denn Ihr mußtet ja erfahren , wie Alles kam , und ich wäre gestorben hätte ich Euch in Ungewißheit lassen müssen . » Nehmt Ihr Theil an mir , holde Dirne ? « fragte Dagobert weich und dankbar . - Regina wurde roth , entzog ihm ihre Hand , und sagte ausweichend : » Wenigstens wollte ich ' s gern ertragen , daß mein Mütterlein mich schmält , könnte ich Euern Schmerz nur wenden . Ich liebe traurige Gesichter nicht . Seh ' ich jedoch Euch in Gram versunken , so möchte ich flugs mit Euch weinen , ob es vielleicht Euern Kummer lindern möchte . « » Lindern ? gewiß ! « rief Dagobert : » Die Thränen der Unschuld , die des allerreinsten Gefühls sind Lebensbalsam für den Trauernden . Ja , mein wunderholdes Mägdlein ; die Zuversicht , .. das gläubige Vertrauen auf eine helle Zukunft , diese heilige Schrift , die in Euern Augen zu lesen ist , klar und deutlich , wie das Licht der Sonne , ... sie gibt mir Trost , und Muth zu leben , ... muß ich auch allein auf meiner Bahn zu Ende wandeln . « - » Allein ? « fragte Regina neugierig : » wie meint Ihr das ? « - » Ich werde nimmer um eine Jungfrau minnen ; « versetzte Dagobert : » einsam bleiben , und allein , keinen Herd mir bauen , keine Hütte , sondern flüchtig seyn und unstät . « » Um Gottes willen nicht ! « rief Regine : » Nur das , ehrsamer Junker , das thut nicht . Viel Hundertmale hörte ich meine Mutter sagen , ein Hagestolz hätte nicht Freude und nicht wahre Lust am Leben , er besäße nicht einmal ein Herz für seinen Hund ; und ich will ' s glauben , lieber Herr . Da ist der Vetter Schwarzbach , und der Ohm von Miltenberg , vor denen mir schon bang wird , wenn sie unser Haus betreten . Da geht ' s Treppe auf , Treppen ab , mit beschmutzten Stiefel und ungekämmten Bärten , mit Halloh und Hassah durch Feld und Wald , und nur dem Becher wird ein freundlich Gesicht gemacht , und Frauen hingegen beständig ein scheeles . Zu solchem Leben seyd Ihr nicht gemacht , guter Herr . Ihr seyd so freundlich , und wart so froh , daß es Schade wäre , wenn Euch einer Jüdin Verlust zum Trübsinn brächte . « - » Anmuthige Regina ! « erwiederte Dagobert : » wollte der Himmel , die Sachen stünden noch wie am verwichnen Ostertage . Damals glaubte ich mich noch frei , und Euer Liebreiz nur allein hätte mir eine Fessel anlegen können . « - » Ach nicht doch ! « kicherte das Edelfräulein verneinend , und hielt die Hände vor das geschämige Antlitz . Indem trat , von Ammon begleitet , die Frau von Dürningen an den Eingang des Geheges . » Regina ! « rief sie ernst , und Dagobert eilte , das erschrockne Mädchen zu der Mutter zu führen . - » Ich danke Euch Eure Gegenwart nicht , Junker ; « sagte die Edelfrau , » da ich nun - zu spät nur - durch Ammon erfahren habe , was mir meiner Tochter Mund verschwieg . Ihr habt unedel genug die Eitelkeit meiner Tochter mißbraucht , um einer Dirne von schlechten Herkommen und ungewissem Leumund eine Zuflucht auf meinem Boden zu gewinnen ; und Ihr versucht '