. Durchlaucht gefaßte anderweite gnädigste Resolution ( die mir in meinem hohen Alter niemand vermuthet ) vernehmen müssen . « Und so klagt er weiter und schließt damit , daß er persönlich » vorstellig « werden wolle . Der Kurfürst gab auch diesmal wieder , soweit er konnte , der Empfindlichkeit seines Dieners nach und ernannte den Duc nicht zum Feldmarschall , sondern beließ ihm nur seinen Titel als » Maréchal « , den er bereits in französischen Diensten geführt hatte . Aber neben dieser Empfindlichkeit her ging ein sehr feines Pflicht- und Ehrgefühl , so daß Pöllnitz mit allem Rechte von ihm schreiben durfte : » Das elende Handwerk eines Hofmannes war ihm fremd ; Eigennutz und Prachtliebe haßte er gleich stark « , Äußerungen , die lebhaft an die Worte erinnern , die Prinz Heinrich dem alten Zieten widmete : » Was ihn mehr auszeichnete als sein rascher Blick und sein hoher Mut , das waren seine Rechtschaffenheit und Uninteressiertheit und seine Verachtung gegen alle diejenigen , die sich auf Kosten unterdrückter Völker bereicherten . « Überhaupt zeigen diese beiden , neben Blücher und Seydlitz populärsten preußischen Reiterführer eine große Übereinstimmung : Frömmigkeit , Ehrlichkeit , Derbheit . Daneben eine bevorzugte Stellung zu den zwei größten Hohenzollern und das Aussterben ihrer Familie in der nächsten Generation . Auch darin sind sie sich ähnlich , daß beide gute Landwirte , überhaupt gute Wirte waren und etwas vor sich brachten . Dies führt uns auf Derfflingers Besitzverhältnisse . Diese waren die glänzendsten und Graf Lippe in seiner trefflichen , an mehr als einer Stelle von mir benutzten Biographie des Helden , durfte von ihm sagen , » daß er zu den märkischen Granden erster Klasse « gehört habe . Seine bloßen jährlichen Gehälter beliefen sich auf etwa 18000 Taler , die er aus seinen hohen Stellungen als Generalfeldmarschall , Geheimer Kriegsrat , Statthalter von Hinterpommern , Obergouverneur aller Festungen und Oberster dreier Regimenter 32 zog . Zu diesen Gehältern kam ein bedeutendes Barvermögen und die Revenue von sechs märkischen und vierzehn ostpreußischen Gütern , den sogenannten » Quittainenschen « . Die sechs märkischen Güter waren : Gusow , Platkow , Wulkow , Hermersdorf , Klessin und Schildberg , letzteres 1684 käuflich erstanden . Die ostpreußischen oder » Quittainenschen « waren : Quittainen selbst , Grünhagen , Mäcken , Skollmen , Matzweissen , Pergusen , Weinings , Gr.-Thierbach , Kl.-Thierbach , Krönau , Köllming , Greissings , Lägs , Trauten . Dazu kamen zwei Häuser : eins in Königsberg , eins in Berlin , an welch letzterem Ort er auch einen Garten : » Derfflings Weinberg « vor dem Landsberger Tore besaß . Auf diesem Weinberge steht jetzt die Bartholomäuskirche . Das Königsberger Haus kam mit anderem Derfflinger-Besitz an den Feldmarschall Hans Albrecht von Barfus . Das vorerwähnte Berliner Haus steht noch und zwar am Köllnischen Fischmarkt Nummer 4. Es ist das sogenannte d ' Heureusesche Haus am Abschluß der Breiten Straße . Derfflinger erhielt es 1683 als Entschädigung für die während des Schwedenkrieges in Holstein rückständig gebliebene Besoldung . Er ließ das alte Gebäude , das er vorfand , niederreißen und das jetzige , seinem hohen Range entsprechend , durch Nehring , den Erbauer des Zeughauses , aufführen . 33 Derfflinger war zweimal verheiratet und zwar in erster Ehe , wie bereits eingangs erwähnt , mit Margaretha Tugendreich von Schapelow , Erbanwärterin auf das Lehn Gusow , in zweiter Ehe mit Barbara Rosina von Beeren , auf Klein-Beeren und Wilmersdorf . Aus seiner ersten Ehe mit der Schapelow , die nur von kurzer Dauer gewesen sein kann , ward ihm eine Tochter , aus seiner zweiten Ehe mit der Beeren eine Reihe von Kindern geboren : zwei Söhne und vier Töchter . Die Namen aller sieben Kinder waren , nach Pauli , die folgenden : 1. Beate Luise ( Tochter erster Ehe ) , geboren 1647 . Sie vermählte sich 1674 » der Kriegstroublen halber « civiliter und erst 1677 kirchlich als dritte Gemahlin an Kurt Hildebrand von der Marwitz , der 1700 als Generalleutnant zu Küstrin verstarb . 2. Friedrich Freiherr von Derfflinger , geboren 1662 , vermählt mit Ursula Johanna von Osterhausen , erbte den reichen väterlichen Besitz und starb kinderlos 1794 als Generalleutnant . 3. Karl Freiherr von Derfflinger , machte als Volontär den Feldzug gegen die Türken mit und fiel am 25. Juni 1686 vor Ofen . 4. Luise Freiin von Derfflinger . Vermählt mit Joachim Balthasar von Dewitz , brandenburgischem Generalleutnant , Gouverneur der Festung Kolberg , Obersten zu Roß und Fuß . 5. Aemilia Freiin von Derfflinger . Vermählt mit Hans Otto von der Marwitz , brandenburgischem Obersten zu Pferde , Johanniterritter und designiertem Komtur zu Wietersheim . 6. Charlotte Freiin von Derfflinger . Vermählt mit Johann von Zieten , brandenburgischem Generalmajor , Gouverneur der Festung Minden . 7. Dorothea Freiin von Derfflinger . Blieb unvermählt . Da von den zwei Söhnen Derfflingers der eine vor Ofen blieb , der andere kinderlos starb , so ging Gusow samt Platkow in den Besitz von Seitenverwandten über . General von der Marwitz , Sohn von Kurt Hildebrand von der Marwitz und Enkel des Feldmarschalls Derfflinger , erkaufte dasselbe 1724 aus der Erbschaftsmasse für 130000 Taler und vererbte es auf eine seiner Nichten , die Frau des Ministers Grafen von Podewils . Durch weitere Vererbung kam Gusow 1804 an die Grafen von Schönburg . Graf Clemens von Schönburg ist der gegenwärtige Besitzer . Gusow jetzt Gusow jetzt Alles in Gusow , oder doch alles Beste was es hat , erinnert an den alten Derfflinger : Schloß , Park , Kirche . Das Schloß , architektonisch weder schön noch eigentümlich , besteht aus einem Corps de Logis und zwei langen , rechtwinkelig vorspringenden Flügeln , die nun einen Schloßhof bilden . Ein breiter Graben umgibt den Bau nach allen vier Seiten hin , der , mit Hilfe dieser Wassereinfassung , wie auf einer künstlichen Insel liegt . Zwei Brücken führen hinüber . Die Hinterfront gewährt einen Blick in