Sattel heben und sie auf dem Stein bergen . In hellem Mondlicht stand die Gruppe . » Gib dich gefangen , Witichis ! « rief Cethegus , sein Roß bis an den Bug in das Wasser spornend . » Fluch über dich , du Lügner und Neiding . « Da schwirrten zwölf Pfeile auf einmal . Hoch auf sprang das Roß Theoderichs und versank für immer in die Tiefe . Aber auch Witichis war auf den Tod getroffen . » Bei dir ! « - hauchte noch Rauthgundis . Fest mit beiden Armen umfing sie Witichis . - - » Mit dir ! « Umschlungen verschwanden sie im Fluß . Jammernd rief drüben Wachis im Schilf des Ufers noch dreimal ihren Namen . Er erhielt keine Antwort . Da jagte er davon in die Nacht . » Schafft die Leichen ans Land ! « befahl Cethegus düster , sein Roß wendend . Und die Hunnen ritten und schwammen bis an den Stein und suchten . Aber sie suchten vergebens . Der rasche Strom hatte sie mit fortgerissen und die wieder vereinten Gatten mit sich hinausgetragen ins tiefe , freie Meer . * * * Am gleichen Tage war Prinz Germanus von Ariminum in den Hafen von Ravenna zurückgekehrt , bereit , demnächst Mataswintha nach Byzanz zu führen . Diese war aus ihrer Betäubung erst durch die Hammerschläge der Werkleute geweckt worden , die das Mauerwerk neben der Gangtür durchbrachen , die eingesperrten Söldner zu befreien . Man fand die Fürstin auf den Kerkerstufen zusammengebrochen . Sie ward in vollem Fieber in ihre Gemächer hinaufgetragen , wo sie auf den Purpurpolstern ohne Laut und Regung , aber mit starr geöffneten Augen lag . Gegen Mittag ließ sich Cethegus melden . Sein Blick war finster und drohend , sein Antlitz von eisiger Kälte . Er trat dicht an ihr Lager . Mataswintha sah ihm ins Auge . » Er ist tot ! « sagte sie dann ruhig . » Er wollte es nicht anders . Er - und du . Dir Vorwürfe machen ist zwecklos . Aber du siehst , was das Ende wird , wenn du mir entgegen handelst . Das Geschrei von seinem Untergang wird unfehlbar die Barbaren in neue Wut treiben . Schwere Arbeit hast du mir geschaffen . Denn nur du hast ihm Flucht und Tod bereitet . Das mindeste , was du zur Sühne tun kannst , ist : meinen zweiten Wunsch erfüllen . Prinz Germanus ist gelandet , dich abzuholen . Du wirst ihm folgen . « » Wo ist die Leiche ? « » Nicht gefunden . Der Strom hat ihn davongetragen . Ihn und - das Weib . « Mataswinthens Lippe zuckte . » Noch im Tode ! Sie starb mit ihm ? « » Laß diese Toten ! In zwei Stunden werde ich mit dem Prinzen wiederkommen . Wirst du bis dahin bereit sein , ihn zu begrüßen ? « » Ich werde bereit sein . « » Gut . Wir wollen pünktlich sein . « » Auch ich . Aspa , rufe alle Sklavinnen herbei . Sie sollen mich schmücken : Diadem , Purpur , Seide . « » Sie hat den Verstand verloren , « sagte Cethegus im Hinausgehen . » Aber die Weiber sind zäh . Sie wird ihn wiederfinden . Sie können fortleben mit aus der Brust gerissenem Herzen . « Und er ging den ungeduldigen Prinzen zu vertrösten . Noch vor Ablauf der bedungenen Zeit kam eine Sklavin , beide Männer zur Königin zu entbieten . Germanus eilte mit raschem Fuße über die Schwelle ihres Gemaches . Aber gefesselt von Staunen blieb er stehen . So schön , so prachtvoll hatte er die Gotenfürstin nie gesehen . Sie hatte das hohe , goldne Diadem auf das leuchtende Haar gesetzt , das , gelöst , in zwei dichten Wellen auf ihre Schultern und von den Schultern bis über den Rücken floß . Das Unterkleid , von schwerster weißer Seide mit goldnen Blumen durchwirkt , war nur unterhalb der Kniee sichtbar . Denn Brust und Schoß bedeckte der weite Purpurmantel . Ihr Antlitz war marmorweiß , ihr Auge loderte in geisterhaftem Glanz . » Prinz Germanus , « rief sie dem Eintretenden entgegen , » du hast mir von Liebe geredet ? Aber weißt du , was du geredet ? Lieben ist sterben . « Germanus sah fragend auf Cethegus . Dieser trat vor . Er wollte sprechen . Aber Mataswintha hob mit heller Stimme wieder an : » Prinz Germanus , sie rühmen dich den Feinstgebildeten an einem weisen Hof , wo man sich übt in spitzer Rätsel Ratung . Auch ich will dir eine Rätselfrage stellen : - sieh ' zu , ob du sie lösest . Laß dir nur helfen dabei von dem klugen Präfekten , der sich so ganz auf Menschengemüter versteht . Was ist das ? Weib und doch Mädchen ? Witwe und doch nie Weib ? Vermagst es nicht zu deuten ? Hast recht . Der Tod nur löst alle Rätsel . « Rasch zur Seite warf sie den Purpurmantel . Ein breites , starkes Schwert blitzte . Mit beiden Händen stieß sie sich ' s tief in die Brust . Aufschreiend sprangen Germanus von vorn , Aspa von rückwärts hinzu . Schweigend fing Cethegus die Sinkende auf . Sie starb , sowie er das Schwert aus der Wunde zog . Er kannte das Schwert . Er hatte selbst ihr es einst gesendet . Es war des Schwert des Königs Witichis .