mit den Besitzungen der Herrschaft des Ortes zu vereinigen , und vielleicht zur Erhebung des Kaufschillings befindet er sich heute in dem Orte seiner Geburt ! Nicht , daß ihr glauben sollt , er wiche vor euch ! Nicht , daß eure Zunge sich unterstünde , zu sagen , sein Fuß wäre hier endlich dennoch wankend geworden ! Ruchlose Anschuldigung , daß euer jetzt ausscheidender Mitbürger den Vater jenes frommen Mönches erschlagen hätte , der im Gewand der Ordensregeln St.-Francisci schon zu öftern malen in diesen Markungen begrüßt worden ist . Seht euch die Glorie eines Gerechtfertigten an ! Das ist der glückliche , frohe , von euch allen zu ehrende und mehrende und nicht länger anzuzweifelnde und bei ernster Strafe von eurer Mutter , der Kirche , zu respectirende Zustand eines vor Menschen Gerechtfertigten ! Nun aber - ( der Nachhall dieser Worte und das allgemeine Schauen auf den in diesem Augenblick wie mit Krone und Purpur bekleideten Stephan Lengenich bedingte ein mehrmaliges Hervorheben des Ueberganges zum Zusammenhange ) . Nun aber ( noch murmelte alles und konnte sich nicht fassen ) nun aber - hört jetzt und macht ein Ende ! - nun aber , wie viel größer ist der Stolz , mit dem wir einst , durch die Fürbitte seiner Heiligen , vor den Thron des Allmächtigen werden treten können , falls wir sagen dürfen : » Herr , wir sind keineswegs Könige auf Erden gewesen , keineswegs Helden und Gewaltige der Reiche , wir haben nichts gethan , was den Namen des Außerordentlichen verdiente , aber - wir erfüllten deine Gebote , wir gingen die Wege , die deine heilige Kirche uns zu unserer künftigen Seligkeit gezeigt hat , nun gib uns auch den Lohn , den du allen denen versprochen hast , die deinen Willen thun ! « Das war ein kräftiges , elektrisirendes Wort ! So verweist ein richtiger Seelenhirt die Gläubigen an den Zahltisch Gottes ! So will der Bauer dereinst mit Gott stehen , als brächte er ihm einmal keinen Pacht , sondern holte sich welchen ... Die Erwähnung des allbekannten Küfers Stephan Lengenich , der in der Residenz des Kirchenfürsten Meister geworden war und hier » in seinem Orte « , besonders auf Anstiften eines feindlichen Bruders nicht einen Gruß bekommen konnte , ließ zu keiner Sammlung mehr kommen . Auch das Institut sah mit allen nach der Kirchthür , wo vielleicht der » Gerechtfertigte « stand , der jeden Sonntag nach Drusenheim kam , nie aber so früh wie heute , daß er schon beim Herrn Pfarrer Empfehlungen aus den Umgebungen des Kirchenfürsten abgeben konnte und nur nach der Gewährleistung des Ortsgeistliche sich plötzlich durch irgendeine Begebenheit , vielleicht auf Löb Seligmann ' s feurige und sonntagsfreudige Ueberredung hin , entschloß , seinen » Blutacker « herzugeben . Halb elf war es ... und die Kirche war nun aus ... und so heilig das Debut des Tönneschen gewesen war , dem Gebrauche , dann auf einen Trunk Drusenheimer , womit keineswegs das alldortige Wasser gemeint war , herzhaften Bescheid zu thun , entzog man den jungen Novizen , der sich so brav und tapfer gehalten und dafür allgemein belobigt wurde , nicht im mindesten . Alles strömte ins Wirthshaus . Und mag auch die Frau Baronin von Cepeda ( bekannter unter dem Namen der heiligen Therese ) noch so schön und gewohntermaßen geistreich und höchst vornehm gesagt haben : » Verlieren wir doch nicht die gute Gelegenheit , die wir nach der heiligen Communion haben , uns Schätze zu erwerben ! Nicht mit geringem bezahlt Seine göttliche Majestät die Herberge , in welcher sie eine gute Aufnahme gefunden ! « - dennoch auch wol in dem brennend heißen Hispanien , dem Vaterlande der liebeglühenden Therese entschuldigt man nach der Messe das Verlangen nach dem kühlen Labsal einer Posada . Die Schiffer von Lindenwerth , Tönneschen ' s Alte und Großalte , tranken trotz aller Warnungen der » Application « zur Osterzeit , den eben genossenen Leib des Herrn in ungestörter Wirkung zu erhalten , im » Hahnen « auf des Debutanten Wohl und der halbe Ort war dabei lebendigst durcheinander und unter ihnen der » Gerechtfertigte « , dem alles die Hand schüttelte , verwundert über sein Abziehen , den nunmehr niemand gekränkt haben wollte und der dann schon in der Stimmung sein durfte , Athanasiusmedaillen auszutheilen und durch bald hohe , bald seltsam tiefe Reden die Bedeutung und Wunderkraft derselben zu erläutern . Das Pensionat machte noch einen weiter den Bergen zugewandten Spaziergang , während Angelika und Schwester Aloysia zurückblicken , um womöglich den Pfarrer zu sprechen in Angelegenheiten der wie in den Lüften schwebenden Armgart , die nun aber auch den Roland glänzen sah , so hell , so deutlich , als müßte sie jeden erkennen , der drüben aus den Fenstern desselben und etwa unter den schönen herabgelassenen , roth und grau gestreiften Markisen hervorsah . Ja , der heutige Sonntag wird viele Menschen glücklich machen ... Wir brauchen nur an Thiebold de Jonge , an die Partie der Freunde Piter Kattendyk ' s zu erinnern ... Wir brauchen nur an Benno zu denken , der sich ihnen anzuschließen hofft , wenn ihn eine Wanderung in die Kette der Sieben Berge , wohin ihn Nück ' s Aufträge verschickten ( gerade des Sonntags ist der Bauer am zugänglichsten für Dinge , deren Erörterung ihn dann keine Arbeit versäumen läßt ) , Nachmittags und auf alle Fälle des Abends nach dem Roland wieder zurückkehren läßt ... Aber den Hoffnungen , den Erwartungen , mit welchen schon um neun Uhr mit dem ersten Dampfboot im Enneper Thale ein gewisser Mann in schwarzem langschösigem Frack , in Nankingpantalons , in kameelgarner Weste , in hellgelbseidnen Handschuhen gelandet war , denen kommt die Erwartung keines andern gleich , selbst die seines Begleiters nicht , Stephan Lengenich , der sich heute unter gewissen Bedingungen von Drusenheim losreißen wollte . » Speisen Sie nächsten Sonntag bei mir in Drusenheim ! « Diese Worte