Seite Derfflingers Porträt , auf der andern sein Wappen zeigt . Darunter ein Mars und ein Herkules mit der Umschrift : His Majoribus . » Durch diese Ahnen . « * Derfflinger war rüstig und stark und die Natur schien ihn zum Krieger gebildet zu haben . Unter einer breiten Stirn eine römische Nase ; dazu volles krauses Haar und starke Augenbrauen , aber nur wenig Bart über der Oberlippe und etwas verstutztes Haar am Kinn . So viel über seine äußere Erscheinung . Was seinen Charakter angeht , so leuchtet sein großer Mut hervor , oder wie sein ältester Biograph im Stile seiner Zeit sich ausdrückt : » Der Muth war sein Vater und die Schlacht seine Mutter , während sein Zelt dem eisernen Bett des Riesen Og von Basan glich . « Es war ihm ein Stolz , sich aus allerniedrigster Lebenssphäre zur höchsten emporgearbeitet zu haben , und wohl durfte er – dazu herausgefordert – dem französischen Gesandten Grafen Rebenac antworten : » Ja , Herr , der Schneider bin ich . Und hier die Elle , womit er alle feigen Seelen der Läng ' und Breite nach zu messen pflegt . « Der Hergang wird verschieden erzählt , aber im wesentlichen läuft er in all seinen Versionen auf dasselbe hinaus . Durch und durch ein » Charakter « , scheint er all sein Leben lang zu den spezifisch Unbequemen gehört zu haben , obschon der Italiener Leti von ihm rühmt , » daß er sich bei Hofe in angemessener Sanftheit und Feinheit bewegt habe « . Aber wenn dies auch zutreffen sollte , so wird doch sein Auftreten » im Dienst « von seinem Auftreten bei Hofe sehr verschieden gewesen sein . » Thun wir unsere Schuldigkeit als Generals « , rief er in einem Kriegsrat am 25. Dezember 1674 dem Kaiserlichen Obergeneral Herzog von Bournonville zu » und sitzen wir hier nicht still wie alte Weiber « . An solchen und ähnlichen Aussprüchen ist kein Mangel . Ohne Menschenfurcht war er in seiner Rede voller Freimut . Es scheint aber doch , als ob er nicht nur freimütig , sondern auch in hohem Grade erregbar gewesen sei . Wir finden ihn immer unzufrieden , immer verletzt , eine Gemütsstimmung , der er denn auch in einem Reime Ausdruck gab , den er dem sächsischen Feldmarschall Grafen Baudissin in das Stammbuch schrieb : Wind und Regen Ist mir oft entgegen , Ducke mich , laß es vorübergan , Das Wedder will seinen Willen han . Und dieses alles richtete sich im wesentlichen gegen seinen » gnädigen Herrn den Kurfürsten « , der seinerseits , bei sonst hitzigem Temperament , seinem Feldmarschall-Murrkopf gegenüber eine wahrhaft bewundernswerte Nachsicht und Langmut an den Tag legte . Meist waren es Rangfragen , die den Unmut des alten » Grognard « erregten , und ähnliche Szenen , wie sie schon 1670 gespielt haben , als er sich dem Fürsten Johann Georg von Anhalt-Dessau ( Vater des » alten Dessauers « ) nachgestellt glaubte , 31 wiederholten sich , als der Große Kurfürst siebzehn Jahre später dem Grafen von Schomberg das Kommando der Brandenburgischen Armee übertrug . Es entspann sich ein sehr gereizter Briefwechsel , aus dem zur Charakterisierung beider Briefschreiber , des Kurfürsten und seines Feldmarschalls , folgende Stellen hier einen Platz finden mögen . Wollgeborener besonders lieber General-Feldmarschall . Es ist Euch annoch außer Zweifel erinnerlich , was ich mit Euch zum öfteren wegen eines tüchtigen und capablen Generals , den ich meine Armee und Militz en Chef zu commandiren anvertrauen könnte , in gnädigstem Vertrauen geredet , weßgestalt Ihr auch jedesmal dafür gehalten , daß unter andern Qualitäten , die zu einer so vornehmen Charge erfordert werden , Ich insonderheit darauf zu reflektiren hätte , daß er ein Teutscher , der teutschen Sprache kundig sein müsse . Nachdem ich nun von Tag zu Tage mehr wahrnehme und spüre , wie nützlich und nöthig mir eine solche Person sei , auf die Ich mich verlassen und welche allemahl bei mir gegenwärtig sein könne , umb bei allerhand vorfallenden wichtigen Angelegenheiten mir mit raht und taht an Hand zu gehen , zumahlen da Ihr nach Gottes Verhängniß nun eine so geraume Zeit hero unpäßlich und nicht im stande gewesen Eure Dienste bei mir zu versehen , als hat es sich neulicher Tagen also gefüget , daß der Maréchal Graf von Schomberg , welcher der Religion halber Frankreich und Portugal verlassen müssen , sich allhier bei Mir eingefunden und sich nicht abgeneigt gezeiget , meine Dienste allen anderen zu präferiren , ungeachtet Ihm vom Kayser , Engelland und Prinz von Oranien allerhand stattliche und vortheilhafte Conditions offeriret worden . Ich habe mich solchem nach in Gottes Namen resolviret , denselben in Meinen Diensten zu accomodiren , und ihm die Stadthalterschaft in Preußen , wie auch das Generalat über meine Truppen zu conferiren ... Und gleichwie Ich der Zuversicht lebe , daß er Mir und Meinem kurfürstlichen Hause gute und nützliche Dienste werde leisten können , also bin ich auch versichert , Ihr werdet als einer meiner liebsten ältesten und treuesten Diener diese meine gefaßte Resolution und Wahl allerdings in unterthänigkeit approbiren . Dem alten Feldmarschall aber , der sich einfach zurückgesetzt fühlte ( er war einundachtzig ) , genügten diese huldvollen Ausdrücke keineswegs und er antwortete : » Durchlauchtigster Churfürst , Gnädigster Herr . Eure kurfürstliche Durchlaucht gnädigstes Rescript unterm Dato Cölln an der Spree den 16. April habe ich heute mit unterthänigstem Respekt erhalten und mit mehreren daraus verstanden , wie Eure Churfürstl . Durchlaucht gnädigst resolviret , den Herrn Marschall Grafen von Schomberg das Generalat über Dero Truppen zu conferiren . Ob ich nun zwar woll gemeinet , daß Ew . Churfürstl . Durchlaucht meine denenselben treu geleisteten unterthänigsten , langwierigsten Dienste , wozu ich auch den Rest meines Lebens gänzlich gewidmet gehabt , hätten gnädigst consideriren wollen , insonderheit da mir Gott nunmehro einen guten Anfang zu meiner Besserung verliehen hat , so habe ich doch Ew . Churfürstl