? Soll ich dieselbe Stelle einnehmen ? « » Wir müssen uns Alle das Wort geben , « rief Mademoiselle de la Beaume , Elmerice lachend in die Augen schauend - » daß wir unseren jungen , schönen Gast von seiner viel zu ernsten Stimmung heilen . Sie sollen nicht umsonst die Hofdame der lebenslustigen Katharina geworden sein . « Elmerice erröthete lebhaft und trat fast erschrocken hinter den Stuhl ihrer neuen Gebieterin ; und dennoch sah sie , als sie Leonce seitwärts erblickte , wie sein Auge mit so vielem Ausdrucke auf ihr ruhte . Mit welchem Ausdrucke - das wußte sie nicht zu deuten ; doch fühlte sie eine Schüchternheit dadurch erweckt , die ihre Haltung bedrohte . - Indeß fuhr die unermüdliche Mademoiselle de la Beaume fort , ihren Hofstaat zu ordnen . » Und Sie ? - Margarethe von Valois , meine königliche Tochter , ich präsentire Ihnen hier die berühmte Claudia von Guise als Ihre Hofdame ! Doch vergessen Sie nicht , daß Ihr Gemahl , Ihrer schönen Augen wegen , fast der ganzen Hugenotten-Partei abfiel . Ich mache Ihnen ein gefährliches Geschenk , « fuhr sie fort und zog Margot vor sich hin ; - » und mein einziger Trost ist , daß Ihr Gemahl auch für die Schönheiten meines Hofes Augen zu haben scheint , die kleine Claudia aber verdecktes Spiel sehr gut versteht und dem verliebten Bearner nicht nachstehen wird . « Nun ward eben so viel gelacht , als erröthet . - Die übrigen Herren wurden ebenfalls vertheilt . Armand war Heinrich von Guise - Vardes wollte Benserade sein - Graf Bussy Coligny - und Guiche der Busenfreund von Heinrich von Navarra , der schöne jugendliche Condé ! » Ach , « sagte die Prinzessin lachend - » die letzte Wahl gefällt mir . Condé und Navarra hatten immer ihre kleinen Intriguen ! Das paßt sich . Aber hütet Euch jetzt vor Eurer Königin ; - sie hatte beständig ein Auge auf diesen Prinzen und entdeckte alle seine Geheimnisse ! « - Diese Scherze belebten den Kreis und sicherten eine freie Bewegung ; Jeder konnte so viel Geist und Phantasie zeigen , als er besaß , und Alle fühlten sich aufs Höchste erheitert und entzückt . Und dennoch schien es derjenigen , die dazu Veranlassung gegeben , als sei sie auf das schmerzlichste dadurch verletzt . Als sie endlich bei dem Aufbruche der ganzen Gesellschaft in Fennimors Gemächer trat , in denen sie ihre alte Freundin , trotz des vollen Kerzenscheins , den sie stets darin verbreitete , neben Fennimors Sterbeplatze fest eingeschlafen fand , sog sie dies Bild der Ruhe und des Friedens mit vollen Zügen ein , und eine schwere , unerträgliche Last schien von ihr genommen . » Nein , « sagte sie leise , über der Schlafenden die Hände ringend - » ich kann nicht bei Euch bleiben , ich gehöre zu Dir - Du bist die Einzige , die ich noch beglücken kann - dort hat Jeder erreicht , was er wünscht , und was ihn erfreut - beneiden will ich es ihnen nicht ; - aber weshalb soll ich mit lachendem Munde die tiefe Wunde meiner Brust so harter Berührung preisgeben ? Warum das Kostüm , was Du , meine heilige Fennimor , trugest , was Dich schmückte - zum Fastnachtsscherze verbraucht sehen , da es den Schein der Aehnlichkeit mit der Tracht jener verufenen Zeit der Medicäerin hat ? Nein , hier will ich bleiben und Dir dienen , Emmy , mit dem Schein-Glücke , nach dem Dein armes Herz so begierig griff ! « Gekräftigt , beruhigt durch diesen Entschluß , trat sie hinaus an Fennimors Grab . Sie kniete nieder , und drückte ihr glühendes Angesicht gegen den kalten Marmor . Sie konnte nicht weinen , trotz der tiefen Wehmuth ihres Herzens - ihr Nachdenken war von allen Rückerinnerungen ihrer früheren Tage in Leithmorin erfüllt , es streifte vergleichend das eben Erlebte und erhöhte das bange Klopfen ihres Herzens . » Ach , Fennimor , « sagte sie , sich erhebend - » Deine Enkelin wird nicht glücklicher werden , als Du ! Möchte ich erst sein , wo auch Du nur Ruhe fandest ! « Sie kehrte zu der Alten zurück , die , auf einem niederen Sitze ruhend , ihren Kopf auf die Armlehne von Fennimors Stuhl hatte sinken lassen , und betrachtete das alte , düstere Gesicht , worin der Schlaf Nichts aufheiterte , sondern nur tiefere Linien zog , mit einem kindlichen Antheile , der sie auch bald gewahren ließ , daß Emmy nicht den Athem der Gesundheit hatte . Sie kniete nieder und berührte ihre Stirn - kalter Schweiß stand darauf . Jetzt rief sie besorgt ihren Namen . Die Alte fuhr erschrocken in die Höhe und starrte ihren Liebling mit gläsernen Augen an . » Fennimor , « sagte sie - » Reginald ruft seine Tochter ! Jene sollen kein Recht haben an ihr , Du sollst sie zu mir hierher bringen ! « - - Sie raffte sich empor ; ihre Bewegungen waren immer heftig , gigantisch . Trotz des hohen Alters zeigte sich der starre Sinn , der jede Hülfe entbehren wollte . » Emmy , « sagte Elmerice sanft - » Du sprichst es aus , was ich gedacht ! Ich will bei Dir bleiben - Jene sollen kein Recht an mir haben - Fennimors guter Geist hat schon Dein Begehren erfüllt - er trieb mich zu Dir zurück - ich will Dir allein gehören ! « - » So , so ! « sagte die Alte , sich besinnend - » Du bist ja mein Engel ! « Doch fühlte Elmerice überrascht , daß sie ihren Arm faßte ; - plötzlich brachen ihre Knie , und sie sank ohnmächtig in Fennimors Stuhl . Außer sich , stürzte Elmerice über sie hin ; - sie glaubte , ein plötzlicher Tod habe ihre alte Beschützerin dahin genommen . Doch bald sah sie , daß