Cremmen und Linum und zuletzt auf Fehrbellin zu . Die sich nun entspinnende Schlacht , in der sich namentlich auch Derfflinger durch Scharfblick und Selbständigkeit des Urteils auszeichnete , geb ' ich nach den Aufzeichnungen , die der kurfürstliche Kammerjunker Dietrich Sigismund von Buch in seinem Tagebuche darüber gemacht hat . » ... Se . kurfürstl . Durchlaucht sagten mir am 17. , ich solle ihn in der Schlacht nicht verlassen , sondern immer bei seiner Person bleiben , und ich füge hinzu , daß dies Vertrauen , welches er mir zeigte , mich mehr verpflichtete , als hätte er mir tausend Thaler geschenkt . Er sagte auch , ich sollte aufmerksam sein , wenn jemand in der Hitze des Kampfes sich an ihn schliche , so daß sich niemand nähern könne , ohne daß ich Acht darauf hätte . Ich antwortete ihm , daß ich alles thun würde , was ein anständiger Mann thun könne . Da sagte Se . K. Durchlaucht : › Ja , ich weiß es , daß ihr es thut und ihr habt es bis jetzt immer gethan . ‹ Nachdem wir noch eine gute Stunde marschirt waren , ließ uns Generalmajor Lüdecke – der an diesem Tage die Avantgarde führte – sagen , daß der Feind zum größten Theil den Paß überschritten habe . Andere hielten noch in der geschlossenen Stadt ; er bäte Se . Kurfürstl . Durchlaucht ihm Dragoner zu senden ... « ( Dies geschah . Generalmajor Lüdecke warf den Feind aus der Stadt hinaus und empfing von dem nachrückenden Kurfürsten Befehl , statt bloßer weiterer Verfolgung eine Tournierung und Überholung zu versuchen , um so die Flüchtigen zwischen zwei Feuer nehmen zu können . Dieses in Erwägung der Terrainbeschaffenheit sehr schwierige Manöver führte Generalmajor Lüdecke auch aus , ohne jedoch den vorgedachten Zweck zu erreichen . Das Tagebuch erwähnt dieses Scheiterns in aller Kürze . Und zwar wie folgt : ... ) » Anderen Tages , am 18. , brachen wir von dem Städtchen Cremmen her auf . Unterwegs stießen wir auf den uns entgegenkommenden G.-M. Lüdecke , der den sich eilig zurückziehenden Feind nicht mehr zu überflügeln vermocht hatte . Jetzt bat der Prinz von Homburg um die Avantgarde und nachdem er sie erhalten , folgte derselbige dem Feinde in gutem Trabe . Unterdessen berieth sich Se . K. D. mit Herrn Derfflinger , was unter diesen Umständen zu thun sei . Derfflinger war der Meinung , alle Brücken und Dämme zu zerstören , dadurch dem Feinde jeden Succurs , aber zugleich auch jeden Rückzug abzuschneiden und ihn auf diese Weise zu zwingen , in spätestens zwei Tagen um sein Leben zu bitten . Das war ein guter Plan ; aber Se . K. D. meinte , da man so nah am Feinde sei , müsse derselbe Fell oder Federn lassen , worauf der Feldmarschall Derfflinger antwortete : › Wohlan Monseigneur , ich glaubte als General verbunden zu sein , meine Meinung zu sagen , welcher Art ich es für am vortheilhaftesten und sichersten hielte ; aber wenn es Eure Hoheit gefällt die andre Meinung zu wählen , so hält mich dies nicht ab dem Feinde allen Schaden zu thun , wenn dies auch mit mehr Gefahr und größerem Wagniß verbunden ist . ‹ Der Feind hatte mittlerweile , durch den Prinzen von Homburg gedrängt , seinen Rückzug immer weiter fortgesetzt , und stand jetzt bei dem Dorfe Hakenberg , zwischen Linum und Fehrbellin . Er sperrte den über das Plateau führenden Weg und hatte das Luch zur linken , ein Gehölz zur rechten Hand . In Nähe dieses Gehölzes befand sich ein kleiner Sumpf , daneben ein paar Sandhügel , auf deren Höhe Strauchwerk wuchs . An dieser Stelle drangen wir vor , postirten auf die Höhe der Sandhügel unsre Geschütze und gaben ihnen , da wir keine Infanterie zur Hand hatten , das Regiment Derfflinger-Dragoner zur Bedeckung , das an diesem Tage , da sein Oberstlieutenant bei Rathenow getödtet worden war , vom Capitain von Kottwitz geführt wurde . Bei jedem Geschütze standen 50 bis 100 Mann , einigermaßen durch die Büsche geschützt . Gleichzeitig stellten wir noch vier Schwadronen auf : eine von den Trabanten und drei vom Regiment Anhalt . Sie waren nicht gut placirt ; aber wir mußten es , da das Fußvolk fehlte und wir die Geschütze nicht ohne Deckung lassen durften . Der Prinz von Hessen-Homburg stand dem feindlichen linken Flügel gegenüber , also dem Luche zu . Nun begannen wir unsere Geschütze spielen zu lassen . Der Feind indessen , als er wahrnahm , daß wir kein Fußvolk hatten , avancirte mit einem Infanterie-Regiment gegen unsere Hügelposition . Dies wurde von G. E. 30 bemerkt . Er eilte sofort zum Generalfeldmarschall Derfflinger und sagte ihm : › wenn er nicht schnell die vier Escadrons von den Trabanten und dem Regiment Anhalt unterstütze , würden die Geschütze verloren gehen . ‹ Da er sich dabei ein gewisses Ansehen gab , welches dem Generalfeldmarschall Derfflinger nicht gefiel , so sagte dieser : › er solle sich keine Sorgen machen , sondern nur thuen , was seine Schuldigseit sei . ‹ Da ich mittlerweile sah , daß die Noth wirklich drängte , so sagte ich dem Feldmarschall , während ich zugleich um der Freiheit willen , die ich mir nahm , um Entschuldigung bat , daß die Feinde schon mit gefällten Piken vorrückten und daß es sich vielleicht empfehlen würde , zwei oder drei weitere Escadrons durch das kleine , ganz unbesetzte Holz vorrücken zu lassen , um die vier gefährdeten Escadrons , so wie die seines eigenen Regiments zu souteniren . Dies fand er gut . Er sagte mir also : › Mein Herr , da Sie heute die Gegend recognoscirt haben , kennen Sie die Situation ; und so bitte ich Sie , drei Escadrons , die Sie zuerst finden , durch das lichte Holz zu führen und die Geschütze dadurch besser zu decken . ‹ Als ich drei Escadrons zur Hand