400 Schritt von dem Weiler entfernt , als plötzlich ein einzelner Kanonenschuß donnerte und sofort sich noch zwei andere Geschütze demaskirten und ein scharfes Feuer eröffneten . Das Heckenfeuer der Infanterie fiel ein und von der Spitze des Hügels begannen die vor Czetate aufgefahrenen drei Kanonen mit Paßkugeln und Granaten ihr Feuer , während die am unteren Abhang mit Kartätschen schossen . Nur die letzteren thaten Schaden , während die ungeschickt gezielten Schüsse der obern Batterie über die Anstürmenden weggingen und die Granaten in der Luft platzten , noch ehe sie die feindlichen Colonnen erreicht hatten . Den Jägern Nefwik ' s folgte Mustapha-Pascha mit vier Bataillonen Nizam , von Hadschi-Mustapha , dem kommandirenden Offizier der Artillerie , unterstützt . Die türkischen Geschütze - die vorzüglichste Waffe der ganzen Armee - schossen ungleich besser als die russischen , und ihre Paßkugeln schlugen fest und sicher in die Gebäude des Weilers . Zwei Mal setzten die Jäger unter dem Ruf : » Allah ! Allah ! « an , zwei Mal wurden sie von den Chargen der Russen geworfen . Wüthend spornte Ismaël-Pascha sein schwarzes Pferd gegen den Nizam und trieb ihn gegen die Gebäude , während die türkischen Kanonen der Avantgarde folgten . Oberst Baumgarten vertheidigte die bedrängte Position mit großer Kühnheit gegen den überlegenen Angriff . Die Husaren und ein Bataillon des Regiments Tobolsk waren nach Czetate zurückgesandt und die Uebermacht des Feindes war daher erdrückend . Der Nizam griff den Weiler mit dem Bajonnet an und an vielen Punkten focht bereits Mann gegen Mann . Doch noch hielten die Russen tapfer Stand . Den Hügel von Czetate herab jagte ein Adjutant . » Major Topoltschann meldet , daß die Kavallerie des Feindes die Position am See umgangen hat und mit einer reitenden Batterie das Dorf im Rücken angreift . Das zweite Bataillon und die Husaren sind bereits im Feuer . « Die Kunde war entscheidend ; die Wegnahme des Dorfes , ehe man sich nach der Redoute auf der linken ( rechte russische ) Flanke zurückziehen konnte , hätte das Detaschement des Weilers gänzlich abgeschnitten . Der Kommandirende sah die Nothwendigkeit des Rückzuges . Major Kolomeïtseff erhielt den Befehl , mit dem ersten Bataillon und den Kosaken denselben zu decken und langsam zu folgen . Der Weiler stand bereits in hellen Flammen , als die drei Geschütze den Hügel hinauf jagten und dort auf der Höhe ihre Gefährten ablösten . An der Spitze des dritten Bataillons durcheilte der Oberst das Dorf und warf sich auf der hintern Abdachung den Baschi-Bozuks Iskender-Bey ' s entgegen , von der Schwadron Husaren flankirt , während die Soldaten des ersten und zweiten Bataillons sich in den Häusern zu verschanzen begannen . Die Irregulairen , die bereits einige Vortheile errungen , verloren dieselben und wichen , obschon die Aga ' s wüthend auf die eigenen Leute losschlugen . Der günstige Augenblick war verloren , die Russen hatten das Dorf mit ihrer ganzen Macht besetzt und eröffneten ein furchtbares Musketenfeuer auf die von zwei Seiten vorrückenden Colonnen . Achmet Pascha sandte zwei Bataillone der Reserve zur Unterstützung vor ; mit einer doppelt überlegenen Macht wurde das Dorf angegriffen , während die türkische Kavallerie Ordre erhielt , sich in der Schlucht auf der Linken , durch welche quer der Weg von Czetate nach Norden führt , festzusetzen und so den Rückzug zur Redoute abzuschneiden . Das Gefecht auf den Hügelseiten war überaus blutig ; die türkischen Jäger litten furchtbar , und die erste Compagnie derselben wurde buchstäblich vernichtet . Unter dem wüthenden Allahgeschrei stürmte der Nizam das Dorf . Schritt um Schritt mußte durch Blut erkauft werden . Die Russen machten jede Mauer , jede Hütte zu einer Festung . Zweiunddreißig Offiziere wurden hier verwundet , eilf davon getödtet ! Man sah sie ihre Mütze in die Stirn drücken und , den Säbel in der Faust , sich in die Massen stürzen , um den Tod zu finden , lieber als daß sie wichen . Dennoch drangen die Türken siegreich vor - es war zum ersten Male , daß im Angriff der Nizam Lorbeeren errang ! An der kleinen Kirche des Ortes hielt Oberst Baumgarten mit seinen Offizieren , darunter der Regiments-Adjutant Zagreba , dem das Blut fortwährend am rechten Bein von einem Schuß im Schenkel herabfloß , ohne daß der Tapfere der Verwundung achtete . Auch Major Kolomeïtseff blutete bereits aus zwei Wunden . Zur Seite des Obersten befand sich Capitain Meyendorf , der seine Dienste als Adjutant angeboten . Der Oberst wandte sich zu ihm : » Bellegarde und Graf Anrep lassen lange auf sich warten , Herr ; man muß dieses Schießen in Motsetseï gehört haben , und wir schlagen uns schon drei Stunden . « » Die Position ist unmöglich länger haltbar , Oberst . « » Ich sehe es und Major Topoltschann hat es mir gleichfalls melden lassen . Es ist Zeit , daß wir unsern Rückzug sichern . Reiten Sie zu Sagoskin und sagen Sie ihm , daß er sich fertig hält mit den Geschützen . Die Husaren werden die tête nehmen , die Kosaken die Geschütze flankiren , und das zweite Bataillon soll diesmal die Ehre haben , die Arriere zu bilden . In zehn Minuten müssen wir auf dem Wege sein , und wenn Sie mich das Tuch schwenken sehen , soll Rittmeister Sszamarin mit seinen Husaren im Galopp die Schlucht forciren . Sie bleiben bei ihm . « Der Capitain salutirte , während der Oberst bereits dem Regiments-Adjutanten weitere Befehle gab , und ritt zu der Batterie , die an der andern Seite der Kirche über die Häuser hinweg , in denen man sich Mann gegen Mann schlug , ein unregelmäßiges Feuer gegen die unterstützenden Colonnen des Feindes unterhielt . » Achtung ! Kartätschen in die Geschütze ! - Die Pferde vor ! « - Die Befehle waren in drei Minuten vollzogen . Die Trommeln schlugen zum Avanciren . Das zweite und erste Bataillon machten eine Charge mit dem Bajonnet auf den Feind . - Der