die tiefste Einsamkeit berechnet - setzen Sie mich nicht dem Tadel oder dem Spotte Anderer aus ! « - » Nein , nein , Alle werden entzückt sein , das herrliche Kostüm zu sehen - Allen werde ich erklären , wie es zusammenhängt - Niemand wird diese fromme Nachgiebigkeit verkennen . « - Vardes hatte schon die Thüre geöffnet ; - sie standen in derselben der aus den entfernteren Gemächern zurückkehrenden Gesellschaft beinahe gegenüber . Da fühlte Elmerice , daß jedes Zurücktreten unmöglich sei , und ihr edler Stolz erwachte . Sie wollte ihre vollkommene Herrschaft über sich wieder haben - und die Anstrengung gelang . Doch wer könnte das Erstaunen der Gesellschaft beschreiben , als aus den Zimmern der Katharina von Medicis , an der Hand der Marquise d ' Anville , eine wunderbare Schönheit hervortrat , deren Kostüm , jener Zeit gehörend , vereinigt mit ihrem marmorblassen Gesichte , sie als eine aufgefundenen Bewohnerin aus diesen Räumen eines vergangenen Jahrhundertes erscheinen ließ ! Niemand regte sich von seinem Platze ; Elmerice hatte Zeit , Alle zu erkennen . Margot war nicht dabei ; sie lehnte seitwärts an einem der merkwürdigen Schränke des Saales , und vor ihr , den Rücken gegen die Eintretenden gewendet , stand der Marquis Leonce , zu eifrig redend , um zu gewahren , was hinter ihm vorging . » Wir sind so glücklich gewesen , mehr und Besseres zu finden , als wir suchten , « sagte der Marquis . » Miß Eton - die Freundin meiner Tante Franziska , die sich uns so spröde entzogen hat . « Jetzt mußten die Damen sich eingestehen , daß das schöne Bild lebe ; Elmerice zeigte die vollkommenste Haltung und eine so anmuthig verbindliche Miene , als sie die Begrüßungen erwiederte , daß die günstigste Meinung von ihrer Erziehung den Eindruck ihrer Schönheit erhöhte . » Sie sind in Allem glücklich , liebe Marquise , « sagte die alte Prinzesse de la Beaume ; - » während wir hier verlegen und beschämt umher wanderten , verschafft Ihnen Ihr Muth eine so reizende Bekanntschaft . « » Ja , meine Damen , « erwiederte die Marquise - » ich bin stolz darauf , und noch mehr wie stolz , ich bin sehr glücklich ! Bald werden Sie mir für Nichts so dankbar sein wollen , als für diese Probe meines Muthes ! « Alle fühlten , die Marquise wolle ihrer jungen Begleiterin eine möglichst gehobene Stellung geben , und Alle beeiferten sich , einen Kreis um sie zu schließen . Indessen nahte sich Armand seiner Muhme Margot . » Kind , « rief er - » lassen Sie Ihr tête à tête und kommen Sie zu uns , wir haben Miß Eton entdeckt , die in jenem Zimmer weilte ; und es ist unseren Bitten gelungen , sie hierher zu führen . « Als ob ein Pistol an Leonce ' s Kopfe abgeschossen würde , so fuhr er bei den Worten seines Bruders in die Höhe . Er wendete sich schnell und sah Elmerice in dem Kreise der Damen stehen , mit Ruhe und Unbefangenheit redend , aber mit einer Blässe bedeckt , die sie wie einen Geist erscheinen ließ . » O Leonce , « rief Margot , sich auf seinen Arm stützend , » haben Sie je eine wunderbarere Erscheinung gehabt ? Und das ist unser lebendig gewordenes Bild aus dem Eudoxien-Thurme ! « » Nun so begrüßen Sie , wie wir Alle , das herrliche Wesen mit Achtung und Güte , « rief Armand , und führte sie Beide der Gruppe zu . » Ach , da kommt meine Muhme Margot ! « rief Lucile . » O komm ' , mein Liebchen - sieh ' , unser Wunsch ist erfüllt ! Miß Eton , das ist wieder eine Nichte Ihrer Freundin d ' Aubaine , die Tochter des einzigen Bruders unserer lieben Franziska ! « Elmerice hatte sie mit ihren Begleitern sich nahen sehen , sie begrüßte sie mit besonderer Freundlichkeit , und verzögerte die Vorstellung des Marquis Leonce , indem sie lebhaft ausrief : » Wissen Sie auch , daß Ihre Cousine mich recht eigentlich auf Ihre liebenswürdige Heiterkeit angewiesen hat ? Daß ich also mit ganz besonderem Antheil um Ihr Wohlwollen bitten muß ? « » O Miß Eton , « lächelte Margot - » da hat man Ihnen verschwiegen , daß ich den ganzen Tag - von der ganzen Gesellschaft gescholten werde , und daß nicht Viel an mir bleibt , als an einem unartigen Kinde , mit dem man sich einrichten muß , wie es gehen will . « » Erlauben Sie mir den Versuch , « erwiederte Elmerice verbindlich - » die ganze Gesellschaft scheint sich mit Ihnen sehr wohl zu befinden ! « - » Sie wollen mich durch Güte erziehen , da alle Anderen darauf bedacht sind , es mit Strenge zu thun ; und gewiß , Sie sollen in mir eine willige Schülerin finden ; denn die Bewunderung , die ich schon seit lange für Sie hege , kann Ihre persönliche Bekanntschaft nur erhöhen . « - » Aber , Margot , wollen Sie Ihren armen Vetter ganz verdrängen ? « rief d ' Anville ; - » seine Verbeugung dauert schon so lange , als Sie vor ihm stehen ! Nun , Miß Eton , « rief er freundlich , als Margot lächelnd zurücktrat - » nehmen Sie meinen Bruder gütig als Ihren Bewunderer auf ! « Leonce erhob sich hier aus seiner gebeugten Stellung , und mit raschem Entschlusse vor Elmerice hintretend , sagte er fast stolz : » Miß Eton wird geneigt sein , die Bewunderung einer so unbedeutenden Person zurück zu weisen , und Jeder wird vor ihr die Schranken fühlen , hinter denen er sich zurückziehen muß . Das zufällige Glück , Miß Eton hier zu sehen , wird gewiß auf das lebhafteste von mir empfunden ! « Elmerice verneigte sich ernst , ohne zu sprechen ; als sie