zurufen . Wir dürfen ein so großes Werk nicht so stürmisch anpacken , sonst geht uns zu schnell unsre Kraft aus . Peka kann doch die Fundamente für die Grundtürme in großen Kristallformen fest verankern . Labu kann die Knotenpunkte im Gerüst ganz nach seinem Geschmack gliedern und umschalen . Und Manesi kann überall , wo leere Flächen entstehen , seine Rankenpflanzen anbringen . Dadurch wird doch der Gerüstcharakter des Ganzen aufgelöst . « » Das sind zunächst Versprechungen ! « sagte der Manesi , » ich fürchte , daß uns die große weiße Wolke oben manchen Strich durch die Rechnung machen wird . « Daran wollten nun die Meisten nicht glauben . Lesabéndio , Dex und Biba versicherten immer wieder , daß die künstlerische Ausgestaltung des großen , zehn Meilen hohen Turms , der Kopf- und Rumpfsystem des Pallas miteinander verbinden sollte , nicht vernachlässigt werden würde . Peka bekam gleich den Auftrag , die Fundamentformen in Zeichnungen herzustellen . Und so gingen denn alle Pallasianer an die große Arbeit - manche mit sehr gemischten Gefühlen - besonders die Anhänger von Peka , Labu und Manesi . Und nun entstanden zunächst die drei graden Türme , die dem ersten des Nuse entsprachen . Peka stattete bei dem einen das Fundament mit mächtigen Kristallblöcken aus , die sehr hell funkelten . Aber drei Türme blieben ohne die Kristallfundamente . Als die graden Türme so weit fertig waren , daß sie fest zusammenhielten und die nötige Tragkraft versprachen , wurden alle Arbeiter wieder von so nervöser Hast und Unruhe gepackt , daß man sofort die Herstellung der vierzig schiefen Türme in Angriff nehmen mußte . Man wollte baldigst Resultate sehen . An den vier graden Türmen hatte man zwanzig Tage und zwanzig Nächte fast ohne Unterbrechung gearbeitet . Biba mahnte wieder zur Ruhe , er erklärte , daß der Pallasianer auch schlafen müsse , sonst könne sein Körper nicht die nötige Nahrung aufnehmen . Widerwillig bequemte man sich zu längerer Nachtruhe . Aber dann gings wieder los , als säßen unruhige Hetzgeister den Pallasianern im Nacken . Und man dachte garnicht mehr an künstlerische Ausgestaltung . Man wollte nur alles so fest wie möglich machen , befestigte verankerte Stangen noch weiter dem äußeren Trichterrande zu in den Stein und brachte da auch starke Drahtseile an , mit denen die schiefen Türme festgehalten wurden . Jetzt waren bald nur noch Stangen und Seile zu sehen . Und nach hundert Tagen und hundert Nächten reckten sich vierzig schiefe Stöcke in die Luft - jeder war eine Meile hoch , und er hatte neben sich viele Stangen und Seile , mit denen er von hinten festgehalten wurde . Das sah keineswegs entzückend aus . » Wie ichs befürchtet habe « , sagte Peka , » so ist es gekommen . Das hab ich alles vorausgesehen . Jetzt haben wir eine herrliche Krone für unsern Stern zurecht gezimmert . Und uns tun alle unsre Glieder weh , und viele Pallasianer haben Verletzungen erlitten , sodaß von Labus vielen Salben nicht viel übrig geblieben ist . « Biba , dessen Bein wieder ganz geheilt war , sprach in der Volksversammlung und bat alle flehentlich , doch ja Geduld zu haben . Und dann sprach er mit Peka allein . Doch Peka sagte heftig : » Die Versprechungen sind mir noch nicht gehalten . Ich habe erst ein einziges Fundament mit riesigen Kristallen umgeben - dreiundvierzig sind noch ohne Kristall . « Nun wollte der Biba dafür sorgen , daß zuerst die Fundamente hergestellt würden . Da jedoch stieß er überall auf Widerstand . Dex sagte : » Wenn das geschieht , so werden wir niemals mit dem großen Turm fertig . Die Fundamente würden mindestens zweihundert Tage und zweihundert Nächte beanspruchen . Jetzt müssen zunächst alle Türme oben miteinander verbunden werden , damit das ganze Gerüst feststeht und nicht mehr fallen kann . « Und man tat in weiteren fünfzig Tagen und fünfzig Nächten , wie der Dex verlangt hatte . Das war aber eine ungeheuerliche Arbeit , nach der alle ganz erschöpft dalagen und kaum die Glieder bewegen konnten . Eine mehrtägige Pause mußte eintreten . Und da besuchte Lesabéndio den Labu in dessen großem Atelier , das neben dem des Peka lag . Labu lag ganz traurig auf einer großen hellblauen Türkisschale und sagte : » Lieber Lesabéndio ! Wir sind hier ganz dicht neben Pekas Atelier , und ich habe den Peka schon zweimal sehr laut zu sich selber sprechen hören . Ich weiß nicht , was ihm fehlt . Verletzt beim Turmbau hat er sich nicht . Ich war bei ihm . Aber das ist es nicht , was mich so traurig macht . Etwas Andres macht mich traurig . Ich habs noch keinem bisher gesagt . Ich wollte zuerst mit Dir darüber sprechen . « Lesabéndios Augen glühten wie zwei kleine Scheinwerfer , und er sagte ruhig : » Ich bin auf das Schlimmste gefaßt . Sage nur , was Du mir zu sagen hast . Wir werden schon einen Ausweg finden . « » Ich fürchte « , erwiderte Labu , » das wird nicht so schnell gehen . Du weißt : die Kaddimohnstangen sind sehr lang . Die meisten sind über dreitausend Meter lang , viele sind eine ganze Meile lang . Mit solchen Stangen da oben in der Luft zu hantieren , war sehr schwierig . « » Das weiß ich doch « , rief heftig der Lesabéndio dazwischen , » halte Dich doch nicht so lange mit der Einleitung auf . Ich bin doch auch allmählich sehr ungeduldig geworden . « » Du solltest « , versetzte Labu , » aber nicht so ungeduldig sein - Du am allerwenigsten . Aber ich will mich kurz fassen : sehr viele Verletzungen haben die Pallasianer beim Turmbau davongetragen - namentlich an den Saugfüßen . - Und - und - meine Salbe ist dabei aufgebraucht worden . Und ich weiß nicht , wie ich neue herstellen soll . Es ist