sprach ich nicht einen Laut . Wie gerne mocht ich riechen Gebratne Federviehchen ! Einst konnt ich wie ein Löwe fressen - Doch die Zeit hab ich längst vergessen . Täglich aß ich ein Rind und zehn Tauben - Heute will mir das Keiner mehr glauben . Ich könnt so Manches noch sagen Von meinem Magenbehagen . Bei Allah ! Wie wetzt ich die stahlharten Zähne ! So wie in der Wüste die böse Hyäne - Ich leckte , kaute , kratzte , fraß - Ganz unbezahlbar war der Spaß ! Nun leider wollen die Glieder nicht mehr - Sie sind zu trocken , sie sind auch zu schwer . Doch was fletscht Ihr mit Eurem Nilpferdgebiß ? Die Geduld mir bei Eurem Anstande riß ! Was ? Faul , alt und gebrechlich tut Ihr ? Was ? Mit knurrendem Magen ruht Ihr ? Auf ! In die Welt ! Den Würsten entgegen ! Kinder ! Hier habt Ihr gleich meinen Segen ! « Und Buchtury steht hoch oben auf der Leiter unter der persischen Eiche mit hoch erhobenen Armen wie ein Schornsteinfeger da . Indessen - der junge Safur wird jetzt sehr ärgerlich . Er ist ja der größte Feind der Vielesserei . Buchtury wollte den Safur nur höhnen . Dieser ruft daher sämtliche Tofailys zusammen und setzt ihnen auseinander , daß das Sattsein durchaus nicht anständig sei . Diese Rede wurde mit sehr drolligem Beifall aufgenommen , das ja die Tofailys gewöhnlich garnicht zum Sattessen hatten . Daran hatte der kluge Safur garnicht gedacht . Die Tofailys aber verlangten nun von Safur einige Leckereien , sie hielten es nach der Rede über die Unanständigkeit des satten Magens für notwendig , sich in der Enthaltsamkeit zu üben . Und dem armen Safur half nichts - er mußte ein Frühstück besorgen . Da er kein Geld besaß , mußte er mit schwerem Herzen seinen Dolch versetzen . Suleiman und Kodama hatten sich fortgestohlen . Abu Hischam besaß nie was . Die Tofailys ließen sich demnach auf Safurs Kosten ein herrliches Frühstück geben - frische Fische aus dem Tigris . Safur sprach mit sehr saurer Miene über die Vorzüge dieser frischen Fische und bestellte noch , da er ja den Dolch doch nicht mehr retten konnte , einen dicken Schlauch mit Wein . Demzufolge war die Gesellschaft sehr bald wieder betrunken - - - Der Tigris plätscherte unten am Ufer spöttisch lächelnd vorbei , umspülte die Rosengebüsche , die Granatbäume , ein paar stille Palmen und die persischen Eichen - floß dann nach Bassora und dann ins große Meer . Safur , Abu Hischam und die Tofailys tranken unheimlich . Und ein toller ausgelassener Geist kam in die Gesellschaft . Der jüdische Weinwirt schüttelte bedenklich das lockige Haupt . Buchtury fiel über die Lilien den Abhang hinunter - in den Tigris . Der jüdische Weinwirt rettete den Betrunkenen , was nicht ganz gefahrlos erschien . Nach diesem Unfall brachen die Zecher auf und wohnten in der Nähe der Terrasse in der Sattelgasse einem Hahnenkampfe bei . Safurn kam , als er die wütenden Hähne mit ihren scharfen Sporen aufeinander loshacken sah - eine gräßliche Erinnerung . Er dachte plötzlich an seine Tarub - - - beim Barte des Propheten ! - die Erinnerung war peinlich ! Tarub pflegte , wenn Safur betrunken ohne Dolch nach Hause kam , ebenfalls wie ein Hahn auf den betrunkenen Dichter loszuhacken . Safur ward daher ingrimmig und rannte davon . Aber er ging noch nicht zur Tarub zurück . Er trank sich erst in einigen Weinkellern - Mut . Und dann ging er in die Moschee und zankte sich mit einigen Koranstudenten . Und dann ging er zu den Sängerinnen der alten Dschellabany und klagte den Mädchen sein Leid . Er ließ sich ruhig auslachen , lachte sich selber aus - wurde jedoch immer betrunkner und immer gereizter . Er fluchte auf die Tarub , als wenn sie an seinem Rausch die Schuld trüge . Wies Nacht geworden und die Sterne funkelten , stand der Dichter vor Saids Gartenmauer und wußte nicht , wie er da hingekommen . Er knirschte fürchterlich mit den Zähnen . Der sonst so kluge Dichter konnte sich nicht gerade halten - schwankte wie ein Rohr im Winde . Schlotternd hing dem Wüstlinge das braun und blau gestreifte Beduinengewand um die Glieder rum . Und die Welt war so schrecklich heiß . Und Safurs Kopf war so schwer wie Blei . Und des Dichters Herz klopfte wie ein Schmiedehammer . Und des Dichters Hände zitterten wie die Blätter der Pappeln , wenn der Wind hindurchfährt . Ach - schließlich kletterte Safur über die Gartenmauer , fiel in eine Dornenhecke , zertrampelte ein Tulpenbeet , stieß sich den Kopf an einem Birnenbaum und stieg darauf etwas blutend und voll Schmutz durch das Küchenfenster in Tarubs Küche . Tarub sieht ihn , erschrickt , wird aber gleich furchtbar wütend und wirft ihrem Geliebten einen braunen Milchtopf mit Milch an den Kopf , daß dem armen Dichter die weiße Milch übers braune Gesicht rinnt . Dann schreit die Tarub wie eine Verrückte und haut ihrem Geliebten mit einem Schrubber auf den Kopf . Safurn wird die Sache zu toll . Er packt seine berühmte Köchin an die Gurgel . Aber ach ! - in dieser wüsten Nacht ist er schwächer als seine berühmte Köchin . Sie verprügelt ihren Geliebten und wirft ihn durchs Fenster in den Garten . Töpfe , Flaschen , Kruken , Holzstücke , Gläser , Eimer voll Wasser - und alte Fleischstücke - greulich ! - alles dieses fliegt dem fein gebildeten Feinschmecker , dem großen Dichter - an den Schädel . Und der betrunkene Dichter flieht . Und die Tarub , Bagdads berühmte Köchin , wütet in ihrer Küche wie eine toll gewordne Dschinne auf dem Demawand . Niemand wagt es mehr , in Tarubs Küche zu steigen - in dieser Nacht ist es ganz unheimlich in Saids Hause . Die Tarub wütet und schlägt manchen schönen Topf kurz und