Se den Misthaufen durte ? Lieber durt druffe verrecken , aber ' s Gutt gah ich nich har ! « VI. Frau Katschner und ihre Tochter Pauline hatten Scheuerfest . Frau Katschner hielt auf Sauberkeit und Ordnung in ihrem kleinen Hause . Sie war viele Jahre lang als Küchenmagd auf dem Rittergute gewesen . Von daher stammten ihre Manieren oder , wie man in Halbenau sagte , die » Benehmiche « , durch die sie sich von den anderen Dorfleuten günstig abhob . Eine Photographie der Gräfin , ihrer ehemaligen Herrin , hing an der Wand , an besonders sichtbarer Stelle . Ihre feinere Lebensart hinderte die Witwe jedoch nicht , gewöhnliche Arbeit zu verrichten wie jede andere brave Halbenauerin . Es war Sonnabend , der Tag , an welchem in einem ordentlichen Haushalte gereinigt wird . Frau Katschner hatte gleich ihrer Tochter die Röcke hoch aufgebunden , sie schweifte mit einem Hader die Diele . Pauline handhabte am Boden knieend die Scheuerbürste . In der Mitte des Zimmers stand ein Holzfaß , dessen Inhalt bereits eine graubraune Färbung angenommen hatte . Pauline wollte eben eine neue Fahrt warmes Wasser aus der Pfanne herbeiholen , als ihr Blick , der sich zufällig durchs Fenster in den Garten gewandt hatte , dort durch etwas Ungewöhnliches gefesselt wurde . » Mutter ! Ne , sahn Se ack ! Zu uns kimmt a Gescherre nuf , gerade ibern Garten . Ja , Himmel , ich glebe , das sein de Kontessen , Mutter ! « Frau Katschner sprang ans Fenster . » De Kontessen , Herr Jedelt ! - Nu feder aber , Madel ! « Sie ließ sofort ihre Röcke herab , fuhr in die Holzpantoffeln , trieb das Wasser , das in einer großen Pfütze auf der Diele stand , mit einem Borstwisch in die Ecke und schaffte das Waschfaß hinter den Ofen . Das alles war das Werk von kaum einer Minute . Schon klopfte es ans Fenster . Draußen hielt ein niedriger Korbwagen , darin zwei junge Damen . Die eine hatte soeben mit dem Peitschenstiel gegen die Fensterscheibe gepocht . » Ist wer zu Hause hier ? « hörte man eine helle Stimme rufen . » Ich wer ' naus gihn , Pauline ! « sagte die Witwe . » Mach du dich derweilen a bissel zurechte , hierst de ! Zieh der Strimpe an und a frisches Halstichel , verstiehst de ! Ich wer se schun su lange hinhalen - gieh , feder acht ! « Pauline , die sich merkwürdig befangen und unschlüssig gezeigt hatte , von dem Augenblicke an , wo die Komtessen in Sicht gekommen , folgte dem Winke der Mutter und verschwand in ihrer Kammer . Frau Katschner schob das Schiebefenster zurück , das nach dem Garten hinausführte . Sie brach in freudige Rufe des Staunens aus : » Ne aber ! Ne sowas ! De gnädigen Kontessen selber ! Ich werde sogleich herauskommen . « Die Damen waren aus dem Wägelchen gestiegen . Eine von ihnen hatte die Zügel geführt , jetzt warf sie die Leine dem Groom zu , der hinter ihnen auf der Pritsche gesessen hatte . Die Komtessen waren gleich gekleidet , in hellen Stoff , und trugen breite Strohhüte mit bunten Bändern . Wanda , die jüngere und größere von beiden , war brünett , mit rassigem Gesicht , in dem adeliges Selbstbewußtsein lag . Ida , die ältere , ein Mädchen von schmächtiger Gestalt , mit durchsichtiger Hautfarbe und hellem Haar , zeigte weichere Züge . Ihre stillen , großen Augen und der seine Mund klangen zu eigenartig melancholischer Wirkung zusammen . Frau Katschner erschien in der Tür und machte ihren schönsten Knix , wie sie ihn sich ehemals auf dem Schlosse abgesehen hatte . » Wir wollten Sie mal besuchen , Bertha ! « rief Komtesse Wanda , welche eben darüber war , mit Hilfe des Grooms den Pony auszusträngen . » Ist übrigens ein eklig schlechter Weg hier herauf . Bei einem Haare hätten wir umgeschmissen . - Kann der Pony hier grasen , Bertha ? « Frau Katschner beteuerte unter fortgesetztem Knixen , daß hier alles den gnädigen Komtessen gehöre , und daß es ihr eine Ehre sei , wenn der Pony in ihrem Garten Futter annehme . Nun trat sie an die jungen Damen heran und versuchte , ihnen die Hand zu küssen , was jene aber zu verhindern wußten . » Ist Pauline zu Haus ? « fragte die ältere Komtesse . » Jawohl , Kontesse Ida ! Wenn die Damen so gnädig sein wollen und eintreten ... es sieht freilich ein wenig unordentlich aus bei uns . « » Kennen wir schon , Bertha ! Faule Ausreden ! « rief die Jüngere . » Sie behaupten immer , daß es unordentlich aussieht bei Ihnen ; dabei ist es das reine Schmuckkästchen . Ich wünschte bloß , bei uns wäre es immer so ordentlich - was , Ida ? « - » Ach , du großer Gott , Kontesse Wanda ! Die gnädigen Damen müssen nur verzeihen , wenn man eben arm ist ! - Ordnung und Reinlichkeit , das kostet kein Geld , sage ich immer . Auf dem Schlosse , bei der gnädigen Herrschaft , da hatte ich ' s freilich besser als jetzt . Das war ein ander Ding - dazumal ! « » Ja , sehen Sie , Bertha ! Das kommt alles nur vom Heiraten ! « meinte Wanda , die unter ihresgleichen berüchtigt war für ihre kräftigen Bemerkungen , und die sich etwas zugute tat darauf , daß sie alles heraussagte , was ihr gerade in den Sinn kam . » Ja , ja ! die gnädige Kontesse können schon recht haben , mit dem Heiraten is es manchmal nich immer was Gescheits . Obgleich ich mich nicht beklagen kann . Mein Mann is eben tot , Gott hab ' ihn selig ! Aber man hat viel Sorge davon und Ärger noch obendrein . Ne ,