wohl darein mischen – pro aris et focis . – Mit euch unterzugehen , will ich nicht verneinen . « 27 An Hitzig , Cunersdorf , Juni 1813 : » Ich arbeite immer an meinen Pflanzen , gehe mit meinem Gärtner botanisiren , vergleiche meine Kataloge , corrigire die französischen Aufsätze der jungen Leute , unterweise sie etwas in der Botanik ... Das war ein schwerer Mai ( Lützen und Bautzen ) . Wie klingt doch so seltsam mit einem Male in mir das Wort Fouqués : Im Mai , im Mai , im jüngsten Mai , Wo alles Leben sonst geht auf , Da ist des jungen Helden Lauf Ganz wider Blumenart vorbei . O Gott , möchte er es nicht von sich selber gesungen haben ! Grüß mir die Bekannten und Freunde , die Dir in den Wurf kommen . Gott verzeihe mir meine Sünden ; aber es ist wahr : Das ist die schwere Zeit der Noth , Das ist die Noth der schweren Zeit , Das ist die schwere Noth der Zeit , Das ist die Zeit der schweren Noth . Da hast Du ein Thema . « An Hitzig ( Cunersdorf ; wahrscheinlich im September ) . » ... Du hast nichts weniger von mir erwartet als ein Buch ! Lies das Deiner Frau vor , heute Abend , wenn Du Zeit hast . Wenn sie neugierig wird zu erfahren , wie es Schlemihl weiter ergangen und besonders , wer der Mann im grauen Kleide war , so schick mir gleich morgen das Heft wieder , auf daß ich daran schreibe ; – wo nicht , so weiß ich schon , was die Glocke geschlagen hat . Vom dritten Kapitel ist das erst der Anfang ; dies und das folgende sind mir sehr beschwerlich – es stehen die Ochsen am Berge . « An Hitzig ( Cunersdorf , Spätherbst 1813 ) . » Dieses zur Erinnerung , daß Du einen Freund in Cunersdorf hast , dem Du eben nicht sehr oft schreibst . Es ist eine ganz fatale Empfindung , wenn alle Tage der Postbote einläuft , und die Austheilung der Briefe im Salon geschieht und für einen Jeden etwas da ist , und für den Herrn von Chamisso – nischt niche ! ... Ich kratze immer an meinem › Schlagschatten ‹ , und wenn ich ' s Dir gestehen muß , lache und fürchte ich mich manchmal darüber , so wie ich daran schreibe ; – wenn die anderen nur für mich nicht darüber gähnen . Mein viel gefürchtetes viertes Kapitel habe habe ich mir , nach vielem Kauen , gestern aus einem Stücke , wie eine Offenbarung , aus der Seele geschnitten und heute abgeschrieben . Es ist auch schon eher Morgen als Nacht , darum ade . Das Blitz-Prosa-schreiben wird mir ungeheuer sauer , mein Brouillon sieht toller aus als alle Verse , die ich je gemacht . « Bald nach diesem Briefe scheint Chamisso nach Berlin zurückgekehrt zu sein . Es wird zwar in Cunersdorf erzählt , er habe sich zunächst nach Nennhausen hin , zu Fouqué , auf den Weg gemacht , um diesem seinen Schlemihl vorzulesen ; es liegen aber doch wohl Monate dazwischen , da , wie wir aus dem letztzitierten Briefe ersehen , bis etwa Mitte Oktober erst vier Kapitel von elf beendigt waren . Übrigens stand Fouqué damals auch wohl im Felde . So waren die Erlebnisse von Schloß Cunersdorf , so waren die Personen , die während eines halben Jahrhunderts und darüber dort kamen und gingen . Wir durchschreiten jetzt zunächst die Zimmer und Säle des Erdgeschosses und verweilen vor älteren und neueren Familienporträts von zum Teil künstlerischem Interesse . Die Aufzeichnung dieser Bilder aber für eine andere Gelegenheit vertagend , wenden wir uns nunmehr dem im oberen Stockwerk gelegenen Bibliothekzimmer zu , wo wir zunächst den Bildnissen derer begegnen , die einst Freunde des Cunersdorfer Hauses waren : Thaer , Wildenow , Alexander von Humboldt , Reil usw. Was aber unser Interesse lebhafter in Anspruch nimmt , das ist ein großer pultartiger Schrank , der in seinen verschiedenen Kästen und Fächern alles das umschließt , was sich auf den Generalmajor von Lestwitz bezieht . Das ganze Arrangement erinnert mehr oder weniger an die großen Glaskästen , in denen man in England ( im britischen Museum , im Greenwich-Hospital , in Abbortsford usw. ) allerhand Erinnerungsstücke an historische Persönlichkeiten , z.B. an Nelson , Walter Scott oder Sir John Franklin auszustellen pflegt . Auch unsere » Kunstkammer « hat ähnliches . In diesem Lestwitz-Schranke , dessen oberer Teil aus ebensolchem Glaskasten besteht , befinden sich folgende Gegenstände : 1. Die beiden Degen des Generalmajors von Lestwitz , jeder mit drahtumsponnenem Griff und einfacher Lederscheide . 2. Der Schlachtplan von Torgau ( » der Lestwitz-Tag « ) groß und in sauberster Ausführung . Dazu : » Ausführlicher Bericht , wie die merkwürdige Schlacht bei Siptitz , ohnweit Torgau , am 3. November 1760 geschehen ist . Leipzig , bei Christian Gottlieb Hilscher . « 3. Karten und Manöverpläne , die der Generalmajor von Lestwitz selbst gebraucht . 4. Karten , die auf den Siebenjährigen Krieg Bezug haben , bis 1763 . 5. Militärische Pläne und Karten seit 1763 . Alle unter 3 , 4 und 5 angeführten Karten und Pläne befinden sich in großen Mappen und sind zum Teil für den Lestwitzschen Privatgebrauch gezeichnet und getuscht , teils im Buchhandel erschienen . Bei den letztern lesen wir abwechselnd : » Zu finden in Johann Jacob Korns Buchhandlung in Breslau « , oder » gestochen von Glaßbach in Berlin « . In demselben Schranke finden wir noch ein anderes historisches Wertstück , das freilich nicht mehr der Lestwitzzeit angehört , sondern vom Grafen Peter Alexander von Itzenplitz , von Groß-Behnitz im Havellande her , mit nach Cunersdorf gebracht wurde . Es ist dies 6. der Flötenkasten Friedrichs des Großen , den – bald nach dem Tode des großen Königs – Friedrich Wilhelm II. an seinen Minister Wöllner