» Seid mir gegrüßt , Witiko . Ich habe eine Freude darüber , daß Ihr zu dieser Frist gekommen seid . « » Ich habe Eurer Worte gedacht « , antwortete Witiko , » und habe meiner Worte gedacht . « » Und Ihr habt nach den Worten gehandelt « , sagte Heinrich , » reicht mir die Hand . « Witiko reichte ihm die Hand . Heinrich faßte sie , und sprach : » Eure Hand ist die Hand eines Mannes , und meine Hand ist auch die eines Mannes . « Witiko sagte : » Ihr habt mich in Euerm Gemache begrüßt , und ich habe Euch begrüßt , führet mich nun zu der hohen Frau Wiulfhilt . « » So gehen wir « , sprach Heinrich . Sie gingen in das Gemach Wiulfhilts . Da sie eingetreten waren , stand Wiulfhilt von ihrem Sitze auf , ging Witiko entgegen , reichte ihm die Hand , und sprach : » Seid mir von Herzen gegrüßt , Witiko , Ihr habt uns wieder in unserem Waldhause aufgesucht . « Witiko beugte sich auf die dargebotene Hand nieder , und küßte sie , dann richtete er sich auf , und sprach : » Ich begrüße Euch in Ehrerbietung , hohe Frau . Ich habe der Reife der Zeit geharrt , in der ich wieder zu euch kommen darf . Ich glaube , daß die Reife eingetreten ist , und da habe ich einen Mann gesendet , der erkunden soll , ob ihr in dem Waldhause wohnet . Der Mann hat mir die Nachricht zurück gebracht , daß ihr in dem Hause wohnet , und so bin ich zu demselben geritten . Und weil ich nun vor Euch stehe , hoher Herr , und vor Euch , erhabne Frau , so erlaubet , daß ich vor allen Dingen zuerst von dem rede , was zu reden ich gekommen bin . « » Nehmen wir Sitze « , sagte Heinrich . Sie setzten sich . » Sprecht , Witiko « , sagte Heinrich . » Weil ihr gütig höret , so rede ich « , sprach Witiko . » Ihr , hoher Herr , habt einmal zu mir gesagt : ihr seid als Gast in meinem Hause immer willkommen , und Ihr , erhabene Frau , habt gesagt : Kommt als Gast bald wieder in unser Haus . Ich bin aber als Gast nie mehr gekommen , weil ich in anderen Ehren kommen wollte , oder gar nicht mehr . Ihr , Herr Heinrich von Jugelbach , habt vor zwei Jahren in Euerem Gemache zu mir gesagt : Ihr habt in der Schlacht die rote Waldrose auf dem weißen Schilde getragen , sorget , daß die Rose in die Geschicke Eurer Länder hinein blühet , und dann kommt . Ihr , Herr Heinrich von Jugelbach , habt vor zwei Jahren in dem Gemache Eurer hohen Gattin gesagt : Ihr habt Euch bei den Leuten Vertrauen erworben , die in dem Walde wohnen . Im Walde stehen noch viele Dinge bevor , beachtet sie , Witiko . So habt Ihr gesagt . Ihr , erhabene Frau Wiulfhilt von Dornberg , Gattin des Herrn Heinrich von Jugelbach , habt vor zwei Jahren in dem Speisegemache zu mir gesagt : Der Wille meines Gemahles ist der meinige . So habt Ihr gesagt . Und so bin ich hier . Ich bin in jener Zeit , da ich von euch fortgeritten bin , mit Zdik , dem Bischofe von Olmütz , zu Regimbert von Peilstein und Hagenau , dem Bischofe von Passau , nach Passau geritten , wohin ich Zdik geleitete . Ich bin bei dem hochehrwürdigen Bischofe von Passau so lange als Gast geblieben , so lange ich nach Geziemung bleiben mußte . Dann bin ich auf einem Donauschiffe von Passau bis zur Stadt Wien gefahren , und bin auf den Kahlenberg in die Burg des erlauchten Markgrafen von Österreich , Heinrich , geritten , in welcher Burg meine Mutter bei Agnes , der hocherhabenen Mutter des Markgrafen , als Gast war . Ich habe meine Mutter besucht , welche ich lange nicht gesehen habe . Ich bin so lange bei meiner Mutter geblieben , als es die Gebühr erfordert hat . Ich bin in jener Zeit auch bei dem erlauchten Markgrafen gewesen , und habe mit ihm gesprochen . Von Wien bin ich nach Plan in den Wald geritten , und bin in dem Walde geblieben . Im Frühlinge mußte der Krieg des hocherlauchten Herzoges von Böhmen und Mähren , Wladislaw , gegen die Empörer in Mähren beginnen . Die Männer des Waldes haben in großer Zahl beschlossen , in den Krieg zu gehen . Sie hatten Vertrauen zu mir , und die , welche von den Häusern der oberen Moldau bis zu den Häusern der Stift und der Kienberge wohnen , haben mich zu ihrem Führer gewählt , daß wir einen Teil der Scharen des Herzoges Wladislaw bilden . Ich führte sie zu dem Herzoge , und der hat mir den Befehl über sie gegeben . Die Männer des Waldes haben allein einen Kampf gegen die Scharen Wratislaws , des Herzoges von Brünn , bestanden , und haben die Scharen des Herzoges in die Flucht geschlagen . Sie sind in der Schlacht bei Znaim gewesen , und sind dort wie starke und tüchtige Leute des Waldes bestanden . Sie haben die Züge gegen Brünn und Olmütz und durch das ganze Land mitgemacht . Als die Feinde niedergeworfen , und das Land Mähren in der Gewalt des Herzogs war , belohnte er sie , und sie zogen in ihre Heimat . Mir gab er ein Pergament , darauf ein Strich Waldlandes verzeichnet ist , das er mir mit Gebühren und Untertanpflichten erteilte . Ich bin dadurch einer der Herren geworden , wie sie in unserem Lande über Untertanen sind , und bin als ein solcher Herr zu dem Rate des Herzoges berufen . Ich habe diesem Rate in Prag auch schon beigewohnt . Das