daß Belisar um die Gotenkrone , die Kaiserkrone warb . Nur daß er sie erlangt und - abliefert , kann ihn rechtfertigen vor Justinian . « » Ja , « sagte Belisar seufzend , » er hat recht . Es bleibt mir keine Wahl . « » So geh , « sprach Antonina eingeschüchtert . » Mir aber sei ' s erlassen , bei diesem Einzug dich zu begleiten : - es ist ein Schlingenlegen , kein Triumph ! « * * * Die Bevölkerung von Ravenna , wenn auch im Unklaren über die näheren Bestimmungen , war doch gewiß , daß der Friede geschlossen und den langen und schweren Leiden des verheerenden Kampfes ein Ende gemacht sei . Und die Bürger hatten in aufatmender Freude über diese Erlösung die Trümmer , die das Erdbeben auf sehr viele Straßen geworfen , hinweggeräumt und ihre befreite Stadt festlich geschmückt . Laubgewinde , Fahnen und Teppiche zierten die Straßen , das Volk drängte sich auf den großen Fora , in den Lagunenkanälen und in den Bädern und Basiliken in freudiger Bewegung , begierig , den Helden Belisar und das Heer zu sehen , die so lange ihre Mauern bedroht und endlich die Barbaren überwunden hatten . Schon zogen starke Abteilungen von Byzantinern stolz und triumphierend ein , während die in schwachen Zahlen überall zerstreuten gotischen Posten mit Schweigen und mit Widerwillen die verhaßten Feinde in die Residenz Theoderichs einrücken sahen . In dem ebenfalls reichgeschmückten Königspalast versammelten sich die vornehmsten Goten in einer Halle neben den Gemächern des Königs . Dieser bereitete sich , als die für den Einzug Belisars anberaumte Stunde nahte , die königlichen Kleider anzulegen : - mit Befriedigung , denn es war ja das letztenmal , daß er die Abzeichen einer Würde tragen sollte , die ihm nur Schmerz und Unheil gebracht . » Geh ' , Herzog Guntharis , « sprach er zu dem Wölsung , » Hildebad , mein ungetreuer Kämmerer , hat mich verlassen . Vertritt du dies eine Mal seine Stelle : die Diener werden dir im Königsschatz die goldene Truhe zeigen , die Krone , Helm und Purpurmantel , Schwert und Schild Theoderichs verwahren . Ich werde sie heute zum ersten- und letztenmal anlegen , sie dem Helden abzuliefern , der sie nicht unwürdig tragen wird . Was gibt es dort für Lärm ! « » Herr , ein Weib , « antwortete Graf Wisand , » eine gotische Bettlerin . Sie hat sich schon dreimal herangedrängt . Sie will ihren Namen dir nur nennen ! Weise sie hinaus ! - « » Nein , sagt ihr , ich will sie hören : - heute abend soll sie im Palast nach mir fragen . « Als Guntharis das Gemach verlassen , trat Bessas ein mit Cethegus . Der Präfekt hatte diesem , ohne ihn einzuweihen , die Abschrift des Vertrages übergeben , die der Gotenkönig noch unterschreiben sollte . Aus dieser unverdächtigen Hand , glaubte er , würde jener die Urkunde argloser nehmen . Witichis begrüßte die Eintretenden . Bei dem Anblick des Präfekten flog über sein Antlitz , das heute heller als seit langen Monden glänzte , ein dunkler Schatte . Doch bezwang er sich und sprach : » Du hier , Präfekt von Rom ? Anders hat dieser Kampf geendet als wir meinten ! Jedoch , du kannst auch damit zufrieden sein . Wenigstens kein Griechenkaiser , kein Justinianus wird dein Rom beherrschen . « » Und soll es nicht , solange ich lebe . « » Ich komme , König der Goten , « fiel Bessas ein , » dir den Vertrag mit Belisar zur Unterschrift vorzulegen . « » Ich hab ' ihn schon unterschrieben . « - » Es ist die für meinen Herrn bestimmte Doppelschrift . « » So gib , « sprach Witichis und wollte das Pergament aus des Byzantiners Hand nehmen . Da trat Herzog Guntharis mit den Dienern eilfertig ins Gemach : » Witichis , « rief er , » der Königsschmuck ist verschwunden . « » Was ist das ? « fragte Witichis . » Hildebad allein führte die Schlüssel davon . « » Die ganze Goldtruhe , auch noch andere Truhen sind fort . In der leeren Nische , da sie sonst standen , lag dieser Streif Pergament . Es sind die Schriftzüge von Hildebads Schreiber . « Der König nahm und las : » Krone , Helm und Schwert , Purpur und Schild Theoderichs sind in meinem Gewahrsam . Wenn Belisar sie will , soll er sie von mir holen . Die Rune H - für Hildebad . « » Man muß ihn verfolgen , « sagte Cethegus finster , » bis er sich fügt . « Da eilten Johannes und Demetrius herein . » Eile dich , König Witichis , « drängten sie . » Hörst du die Tubatöne ? Belisar hat schon die Porta des Stilicho erreicht . « » So laßt uns gehn , « sprach Witichis , ließ sich von den Dienern den Purpurmantel , den sie statt des verschwundenen mitgebracht , um die Schultern werfen und drückte einen goldenen Reif auf das Haupt . Statt des Schwertes reichte man ihm ein Zepter . Und so wandte er sich zur Tür . » Du hast nicht unterschrieben , Herr , « mahnte Bessas . » So gib , « und er nahm die Schrift jetzt aus der Hand des Byzantiners . » Die Urkunde ist sehr lang , « sagte er hineinblickend und hob an zu lesen . » Eile , König , « mahnte Johannes . » Zum Lesen ist nicht mehr Zeit , « sagte Cethegus gleichgültig und reichte ihm die Schilffeder von dem Tisch . » Dann auch nicht mehr zum Schreiben , « antwortete der König . » Du weißt : ich war ein König nach Bauernart , wie die Leute sagten . Bauern unterschreiben keine Zeile , ehe sie genau gelesen : gehen wir . « Und lächelnd gab er die Urkunde