würde ! das muß man stören - und das kann man am besten durch Eifersucht . Orest langte höchst aufgeregt im Hotel Meloni an . Als sein Diener ihm sein Zimmer öffnete - saß Uriel da . Die Brüder fielen einander in die Arme . Seit fast vier Jahren hatten sie sich nicht gesehen . Jeder fand den anderen über alle Maßen verändert . » Wann bist Du angekommen ? « fragte Orest . » Gegen Abend ! Ich ging gleich nach dem spanischen Platz und fand den Vater und Corona in tiefster Trauer , denn eben war ein Brief von Onkel Levin angelangt mit der Nachricht .... von Regina ' s Tod . « » Tot ! « rief Orest erbleichend ; tot .... diese schöne , diese herrliche Regina ! Tröste Dich , Uriel ! für Dich war sie ja doch schon mehr als tot ... sie war Dir unerreichbar . Das regt auf ! Der Tod beruhigt . « » Es können freilich im Leben Ereignisse vorkommen , die schmerzlicher sind , als das Abscheiden einer edlen Seele von der Erde , « sagte Uriel und blickte Orest sanft und traurig an . » Ich verstehe Dich ! « rief Orest , » aber schweige ! ich beschwöre Dich .... schweig ' ! Du weißt alles durch Corona .... ich sehe es Dir n .... aber schweige , Uriel , denn Dein Reden ist ganz vergeblich . Mein Entschluß steht fest : ich lasse nicht von Judith . Macht , was Ihr wollt .... ich will geschieden sein . Ich gehe nach Stamberg , werde protestantisch und betreibe die Lösung dieses trostlosen Ehebandes . Ich hatte gehofft , Corona zu bewegen , die Sache in Güte abzutun , indem unsere Ehe , als durch Zwang geschlossen , für ungültig erklärt würde - was sich ja hier bewerkstelligen läßt ; aber sie geht nicht darauf ein ; sie drängt mich zu einem großen Skandal , den ich verabscheue .... und Judith noch mehr . Willst Du also von dieser Angelegenheit sprechen , so sprich mit Corona und mache ihr die geeigneten Vorstellungen , um sie zur Vernunft zu bringen . Mit mir ist jedes Wort unnütz . Ja , ich kann ' s nicht aushalten darüber zu sprechen .... es macht mich krank .... in einer so fieberhaften Spannung bin ich . « » Armer Orest ! « rief Uriel ; » in diesem krankhaften Seelenzustand rennst Du jeder Art von Verderben zu . « » Es sei ! mit Judith .... nehm ' ich es an . « » Auch die Reue ? « » Die fürchte ich am allerwenigsten ! Judith ist ein Wesen , bei dem man Himmel und Erde vergißt . « » Auf wie lange ? « » Bis zum Ende des Lebens . « » Nun , so ist doch immer noch für die letzte Stunde , wenn nicht früher - verzweiflungsvolle Trauer über Dein verwüstetes Leben zu erwarten . « » Komme , was will ! ich will zuerst glücklich sein .... und der Inbegriff meines Glückes ist Judith . « » Und Deine Frau ? .... und Dein Kind ? « » Schweig , Uriel ! .... Es gibt nun einmal Schickungen , deren wir nicht Meister sind . Eine solche war meine Heirat mit Corona : ich gab mich den Umständen hin . Eine solche ist meine Liebe für Judith ; nur daß die Leidenschaft viel gebieterischer drängt , als jene Umstände . « » Orest ! « rief Uriel zürnend , » spricht so ein Mann - ja , spricht so ein vernünftiges Wesen ? Kein Kind würde wagen , sich auf diese Weise zu entschuldigen . « » Ich entschuldige mich gar nicht ! « rief Orest . » Ich sage , wie es ist . Laßt mich meinen Weg gehen . Ihr geht ja den Euren , Du , Hyazinth ... und hat nicht die arme liebe Regina sich auf dem ihren in die Arme ihres frühen Todes recht mutwillig geworfen ? « » In die Arme Gottes hat sie sich geworfen , und er hat sie früh der Erde entrückt . So , lieber Orest , steht es mit Regina . Ich glaube , Du tust schnurstracks das Gegenteil von dem , was sie getan hat . « Orest fuhr mit einer verzweiflungsvollen Geberde mit beiden Händen in sein Haar und sagte dann : » Willst Du vielleicht noch zu Nacht essen ? ich muß schlafen gehen . Es ist mindestens Ein Uhr . « Uriel gab ihm die Hand . Da umarmten sie sich doch wieder , die beiden Brüder ! aber Orest schlief mit dem Gedanken ein : Ich gebe sie alle auf , alle und alle , für Judith . Tag und Nacht Zur bestimmten Stunde stand Judith am anderen Morgen an der Pforte von Trinità dei Monti , schellte , wurde eingelassen , als sie ihren Namen nannte , und in ein Zimmer geführt , wo sich bereits eine Dame befand . Diese hatte ihren dichten schwarzen Schleier herabgelassen , so daß es unmöglich war , ihr Gesicht zu erkennen . Als Judith eintrat , ging sie ihr entgegen , reichte ihr die Hand und sagte mit einer bewegten sanften Stimme : » Ich danke Ihnen , Signora , daß Sie gekommen sind . « In ihrer Haltung , ihren Bewegungen , ihrem Ton lag etwas so Edles , daß Judith sich heimlich fragte : Bin ich an eine verbannte Königin geraten ? Dieser Frau kann ich unmöglich Geld anbieten .... und wenn es Millionen wären ! » Und ich werde Ihnen danken , Signora , « erwiederte sie , » sobald ich weiß , womit ich Ihnen dienen kann . « » Ich habe erfahren , daß Ihnen das überschwängliche Glück zu Teil werden soll , das heilige Sakrament der Taufe zu empfangen . Da ich nun nicht zweifle , daß Sie in dem Augenblick , wo ein göttliches Lösegeld