, ähnlich wie die Reste vergoldeter Schnitzaltäre , solche Taufbecken zu vielen Hunderten in unserer Mark . Was aber nicht nach Hunderten anzutreffen ist , und was in der Tat eine Sehenswürdigkeit der Friedländer Kirche bildet , das sind drei reichvergoldete Abendmahlskelche , die noch , als Wert-und Erinnerungsstücke aus der vorlutherischen Zeit her , im Pfarrhause aufbewahrt werden . Alle drei sind von verwandter Form und nur der Größe nach verschieden . Auf einem breiten Fuße ruht ein tulpenförmiger Kelch , in der Mitte des kurzen Stiels aber , der diese Kelchtulpe trägt , legt sich ein sechseckiges Ornament ringförmig um den Stiel herum . Eins dieser sechseckigen Ornamente ist hohl und von durchbrochener Arbeit ; innerhalb desselben klappert eine Reliquie , ein Knochensplitter oder der Zahn eines Heiligen . Derselbe Kelch , einer der kleineren , trägt auch zugleich die Namen : Martha . Johannes . Welsickendorp . Ein anderer , der größte und schönste , zeigt statt der Namen drei sauber einradierte Marienbilder nach Stellen aus der Offenbarung und abwechselnd mit diesen drei Radierungen drei kleine Goldskulpturen , hautreliefartig auf den Fuß des Kelches aufgelötet . Diese kleinen Goldfigürchen stellen » Maria und Johannes zu beiden Seiten des Gekreuzigten « , ferner » St. Georg , den Drachen tötend « und schließlich noch ein drittes dar , dessen Entzifferung mir nicht gelungen ist . Die Kelche beweisen zur Genüge , daß Kloster Friedland zu den reicheren Stiftungen des Landes gehörte . Es darf auch nicht wundern : zählen doch die Barfus , die Pfuels , die Krummensee und Ilows , deren Töchtern wir vorzugsweise in Kloster Friedland begegnen , zu den begütertsten und angesehensten Familien des Landes . Über den Ort , wo die Kelche herstammen , ist nichts bekannt . Die Geschichte » Kloster Friedlands « hatte mit dem Eingehen desselben ihre Endschaft nicht erreicht . Die Roebels und der Markgraf Karl von Schwedt folgten , wie schon hervorgehoben , im Besitz ; aber keiner von ihnen hat nachträglich dem alten stillen Klosterdorf einen anderweiten Charakter aufzudrücken vermocht . Es konnte auch kaum anders sein . Die Roebels lebten in Buch ( bei Berlin ) , das ihnen schon , um der Nähe der Hauptstadt willen , lieber sein mußte , und scheinen in Friedland niemals dauernd Wohnung genommen zu haben . Der Markgraf erschien allerdings von Zeit zu Zeit ; aber seine Besuche waren doch zu flüchtig und zu selten , als daß der Wunsch in ihm hätte lebendig werden können , ein Schloß an dieser Stelle aufführen zu lassen . Ein einfaches Wohnhaus genügte dem Bedürfnis . Dies Wohnhaus existiert noch , und in ihm , als einziges direktes Erinnerungsstück an die Zeit des Markgrafen , ein trefflich gemaltes Bildnis desselben in halber Figur . Ich weiß nicht , ob andere Porträts von ihm vorhanden sind ; wäre es das einzige , so würde es schon um deshalb einen gewissen historischen Wert beanspruchen können . Das Bild erinnert noch an Markgraf Karl und , nicht zu vergessen , eine andre Hinterlassenschaft noch : eine Glocke , die er der Kirche seiner Zeit zum Geschenk machte . Sie führt nicht den Namen eines Heiligen , sondern heißt : » Markgraf Karl « . Ob er selber durch Beispiel und Mahnung die Dörfler jemals zur Kirche gerufen , ist mindestens zweifelhaft ( es waren nicht die Zeiten danach ) , aber die Glocke tut es jetzt statt seiner , und sooft sie am Sonntag morgen erklingt , heißt es im Dorfe : Markgraf Karl ruft . Cunersdorf Hans Georg Sigismund von Lestwitz Hans Georg Sigismund von Lestwitz 1763 – 1788 Lestwitz , ebenso wie Prittwitz , gehört in die Reihe derjenigen Offiziere des großen Königs , denen es bei verhältnismäßig jungen Jahren vergönnt war , durch irgendeine glänzende Kriegstat in die Geschichte einzutreten , denen wir aber während der letzten dreißig Jahre ihres Lebens kaum wieder begegnen , weil ihnen der andauernde Friede jede Gelegenheit zu historisch aufzeichnenswerten Taten versagte . Ich gebe hier alles , was ich über Lestwitz habe in Erfahrung bringen können . Hans Sigismund von Lestwitz wurde am 19. Juni 1718 zu Kontopp im Glogauschen geboren . Sein Vater war der spätere Generalleutnant Johann George von Lestwitz , seine Mutter Helene geb . Freiin von Kottwitz . Die Lestwitze , die im Mannesstamme mit unserem Hans Sigismund ausstarben , gehörten den fünf alten schlesischen Familien an : Rothkirch , Lestwitz , Prittwitz , Strachwitz , Zedlitz , die schon bei Liegnitz in der Mongolenschlacht gefochten hatten . Hans Sigismund machte seine Studien auf der Universität zu Frankfurt a. d. O. und trat 1734 als Fahnenjunker in das daselbst garnisonierende Schwerinsche Regiment . Er machte die beiden Schlesischen Kriege mit , focht bei Mollwitz , Chotusitz , Hohenfriedberg und Soor mit Auszeichnung und erhielt gleich in der ersten Schlacht des Siebenjährigen Krieges ( bei Lobositz ) den Pour le mérite . 1757 ward er Major im Regiment Alt-Braunschweig . Er war noch Major in eben diesem Regiment , als die blutige Schlacht bei Torgau am 3. November 1760 ihm Gelegenheit gab , sich in besonderem Grade auszuzeichnen . Eine vortreffliche , von Graf Waldersee herrührende Schilderung der » Schlacht bei Torgau « sagt darüber im wesentlichen folgendes : Der Flügel des Königs war geschlagen ; nur vier Bataillone vom Regiment Schenkendorf standen noch in Reserve ; unter ihrem Schutze sollte sich die Armee wieder sammeln . Der König fühlte sich durch eine starke Kontusion ( eine Kartätschenkugel hatte ihn besinnungslos vom Pferde geworfen ) so ermattet , daß er sich nicht mehr fähig hielt , das Kommando der Armee fortzuführen . Er trat es also – auch Markgraf Karl war blessiert – an den Generalleutnant von Hülsen ab . Er selbst zog sich aus dem Getümmel zurück . Um diese Zeit war es , daß einzelne Offiziere die Mannschaften wieder zu sammeln suchten . Besonders zeichnete sich der Major von Lestwitz vom Regiment Alt-Braunschweig dabei aus . Es war ihm bereits gelungen ,