sehr liirt und macht vielleicht einen angenehmen Zwischenträger . - Aber nein ! - Worauf gründet sich meine Vermuthung , daß der Baron hier im Zusammenhange ? Auf jenen Odeur , von dem das Mädchen sprach , den scharfen Rosenduft ? - Bah ! das ist am Ende ein wenig zu weit gegangen . Die seinen Unterschiede Zwischen Coeur de rose und gewöhnlichem Rosenöl wäre ja wohl allein der Baron zu machen im Stande . - Und doch , « fuhr er in seinen Betrachtungen fort , indem er noch langsamer ging , » es gibt da so viele Menschen , die in dem Wesen des Barons etwas Räthselhaftes finden wollen . So heute noch der Hofmarschall . - Und dann erinnere ich mich auch noch einer Geschichte , die man mir einstens erzählen wollte . Ich weiß nicht , war es der Major oder der Assessor , - nein , nein ! ich glaube Arthur war es , - richtig ! der sprach mir von einem höchst sonderbaren Vorfalle , worin er den Herrn von Brand verflochten glaube . Aber ich war damals eilig und hatte keine Zeit , es mir erzählen zu lassen . Das wollen wir gleich morgen nachholen . - Ist aber dieses so natürlich scheinende Wesen des Barons in der That nur eine vortrefflich durchgeführte Maske , so muß man sich mit ihm in Acht nehmen , und er wird schwer zu fassen sein . « Unter diesen Gedanken war der junge Mann in die Nähe des uns bekannten Gebäudes gekommen , das wie eine dunkle Masse etwas von den übrigen Häusern abgesondert mit finsterer , geheimnißvoller Miene , ja wir möchten sagen , trotzig da lag . Von den spärlichen schmalen Fenstern , die nach außen gingen , war keines erhellt , und die riesenhaften Mauern schienen eine einzige breite Fläche zu bilden , vom Grunde hinauf bis in die Höhe der spitzen Dächer , die aber von den breiten und hohen Schornsteinen so deutlich überragt wurden . Nur ein einziger Lichtschein machte sich im Fuchsbau bemerklich , und der kam von der Gaslaterne in dem uns bekannten Durchgänge , wo die eiserne Thüre mündete , die zur Wirthschaft hinauf führte . Diesem Durchgange gegenüber auf der anderen Seite der Straße blieb der Graf einen Augenblick stehen und betrachtete sinnend diese Passage . Dort war das Mädchen , wie sie erzählt , eingetreten und von da über eine steinerne Wendeltreppe in die Schenkstube gelangt . Was aber hinter derselben läge , sei ein solches Labyrinth von Treppen , Gängen , Zimmern und Höfen , daß sie nicht angeben konnte , nach welcher Richtung man sie ungefähr geführt , und wo jenes Zimmer gelegen , in dem sie ihn , den Namenlosen , gesehen . - » Halt ! « unterbrach Graf Fohrbach mit einem fast hörbaren Ausruf seine Gedanken , » es kommt Jemand . Drücken wir uns fester an die Mauer ; wer weiß , in wiefern mir heute Abend das Glück günstig ist . « Richtig ! von seiner linken Seite her klangen Schritte , und die vernahm er so plötzlich auf dem Pflaster und in der Nähe , daß der , von dem sie herrührten , soeben aus einem der anliegenden Häuser herausgetreten sein mußte . - Vielleicht aus dem Fuchsbau selbst . Graf Fohrbach warf leicht den Mantelkragen über seine Feldmütze , damit das Silber derselben nicht durch die Dunkelheit glänze und blieb darauf regungslos stehen , in höchster Spannung , ja Aufregung . Jetzt näherte sich ihm in der That von der linken Seite ein Mann , und er bemerkte anfänglich nur eine dunkle Gestalt , dann aber sah er , daß es Jemand sei , der in einen sogenannten Radmantel gehüllt war , dessen eines Ende er über die rechte Schulter geworfen hatte . Seine Figur war hoch und schlank ; auf dem Kopfe trug er einen ganz gewöhnlichen Hut . Dieser Mann trat fest und klingend auf . Ja , es waren Sporen , die auf dem Pflaster klirrten , und als der Graf seine Blicke herabsenkte - der Fremde war unterdessen zwischen ihm und dem Durchgange angekommen - so bemerkte er vielleicht eine Sekunde lang , wie sich der Strahl der Laterne auf etwas Blankem abspiegelte - glänzende Reitstiefel . Der Unbekannte schien aber gar keine Ahnung zu haben , daß er belauscht werde , denn er ging ruhig mit gleichförmigen Schritten dahin , sogar ohne rechts oder links zu schauen . Bald war er im Dunkel der Nacht verschwunden . » Was soll ich thun ? « sprach der Graf zu sich selber , während er in die Straße hinaus trat . - » Ihm folgen , um zu sehen , wo er bleibt ? Da mache ich mir eine undankbare Mühe , denn ist Jener dort wirklich eine verdächtige Person , so wird er Verstecke genug in der Nähe haben , wo er mir entwischt , und ich mache ihn auf mich aufmerksam , was alsdann viel schlimmer ist . - Soll ich ihm nacheilen , ihm gerade auf den Leib gehen und ihn dann zu Rede stellen ? - Ich habe kein Recht dazu , und vielleicht ist er ein ebenso unschuldiger Spaziergänger wie ich selber . Und gesetzt auch , er wäre das nicht , so spiele ich eine verflucht ungleiche Partie ; immer würde ich als Angreifer gelten und mich auf diese Art in Sachen mischen , die sich mit dem Rocke , den ich trage , nicht vereinbaren lassen . Auch weiß ich ja vorderhand genug , und habe eine Spur , der mit Klugheit zu folgen man wohl im Stande sein wird . « Er verließ den Fuchsbau und schritt die gleiche Straße hinauf , die der Unbekannte vor ihm gegangen . Ein paar Mal blieb er stehen , und dann glaubte er wohl hie und da noch die Schritte auf dem Pflaster zu vernehmen , was ihn eigentlich willenlos jedesmal zu stärkerem Gehen anspornte . So erreichte er