und der Frau Makloden . Der erste Tag verging sehr gut , so auch ein zweiter , ein dritter und mehrere . Ich wohnte mich in meine zwei Zimmer ein , und die Stille des Landes tat mir in meiner jetzigen Gemütsverfassung sehr wohl . Für den Unterricht Alfreds war in der Art gesorgt , daß der Graf , dessen Meiereien in der Nähe von Heinbach lagen , und ein Herr von Heinbach , wie man Makloden jetzt auch nannte , eine Summe stifteten und dem Lehrer der Gemeinde Heinbach zulegten , unter der Bedingung , daß ein in gewissen Fächern gebildeter Mann stets diese Stelle bekleide , welchen sie in Vorschlag zu bringen das Recht hatten , und der die Verbindlichkeit übernahm , die Kinder des Hauses Heinbach und die des Verwalters der Meiereien in ihren Wohnungen zu unterrichten , wofür er aber besonders bezahlt wurde . Die Schule und die Kirche Heinbach waren eine kleine halbe Wegstunde von dem Herrenhause entfernt . Der Lehrer kam jeden Nachmittag herüber und blieb eine Zeit bei Alfred . Mathilde wurde nur mehr in seltenen Stunden noch von ihm unterrichtet . Für Alfred sollte ich die Art der Lehrstunden einrichten , was ich auch im Übereinkommen mit dem Lehrer , der ein sehr bescheidener und nicht ungebildeter junger Mann war , tat . Den Unterricht in gewissen Dingen , jetzt vor allem den Sprachunterricht , behielt ich mir vor . So kam die Sache in den Gang , und so ging sie fort . Das Leben in Heinbach war wirklich sehr einfach . Man stand mit der Morgensonne auf , versammelte sich in dem Speisezimmer zum Frühmahle , dem einiges Gespräch folgte , und ging dann an seine Geschäfte . Die Kinder mußten ihre Aufgaben machen , von denen Mathilde besonders von der Mutter manche in einigen Zweigen bekam . Der Vater ging in seine Stube , las , schrieb , oder er sah in dem Garten oder in dem kleinen Grundbesitze nach , der zu dem Hause gehörte . Ich war teils in meiner Wohnung mit meinen Arbeiten , die ich in der Stadt begonnen hatte und hier fortsetzte , beschäftigt , teils war ich in Alfreds Zimmer und überwachte und leitete , was er zu tun hatte . Die Mutter stand mir hierin bei , und sie hielt es für ihre Pflicht , noch mehr um Alfred zu sein als ich . Der Mittag versammelte uns wieder in dem Speisezimmer , am Nachmittage waren Lehrstunden , und der Rest des Tages wurde zu Gesprächen , zu Spaziergängen , zum Aufenthalte im Garten , oder , besonders wenn Regenwetter war , zum gemeinschaftlichen Lesen eines Buches benützt . Was man im Freien tun konnte , wurde lieber im Freien als in Zimmern abgemacht . Besonders war hiezu der Aufenthalt unter den Linnendächern am Hause geeignet , den die Mutter sehr liebte . Stundenlang war sie mit irgend einer weiblichen Arbeit und die Kinder mit ihrem Schreibzeuge oder mit Büchern auf diesem Platze beschäftigt . Dies war besonders der Fall , wenn die Vormittagssonne die Luft durchwürzte , und doch noch nicht so viel Kraft hatte , die Mauern zu erhitzen und den Aufenthalt an ihnen zu verleiden . Auch wurden die mannigfaltigen Bänkchen auf dem Rasenplatze , vor welche man Tischchen stellte , und das Innere des Rosenhauses benützt . Zuweilen wurden größere Spaziergänge verabredet . An solchen Tagen waren keine Lehrstunden , man bestimmte die Zeit , in welcher fortgegangen werden sollte , alle mußten gerüstet sein , und mit dem betreffenden Glockenschlage wurde aufgebrochen . Wir besuchten zuweilen einen Berg , einen Wald , oder gingen durch schöne , ansprechende Gründe . Manches Mal war es auch eine Ortschaft , in welche wir uns begaben . Um das Haus lagen in geringen Entfernungen Besitztümer von Familien , mit denen die Bewohner von Heinbach Umgang pflegten . Öfter fuhr ein Wagen vor unserem Hause vor , öfter fuhr der unsere in die Nachbarschaft . Die Kinder mischten sich zur Geselligkeit , und ältere traten zusammen . Die Mutter Alfreds sah es gerne , wie sie mir sagte , wenn eine Freundin Mathildens bei ihr durch längere Zeit verweilte , sie aber konnte sich nie entschließen , ihre Tochter zu anderen Leuten auf Besuch zu geben . Sie wollte nicht getrennt sein . Auch , meinte sie , würde sich Mathilde fern von ihr nicht wohl fühlen . Von Künsten wurde bei wechselseitigen Besuchen vorzüglich die Musik geübt . Es war der Gesang , der gepflegt wurde , das Klavier , und zu vierstimmigen Darstellungen die Geigen . Der Vater Alfreds schien mir ein Meister auf der Geige zu sein . Wir hörten solchen Vorstellungen zu . Wir Unbeschäftigten sahen aber auch sehr gerne zu , wenn die Kinder auf dem Rasenplatze hüpften und sich in ihren Spielen ergötzten . Bei alle dem besorgte die Mutter Alfreds aber auch ihr ausgedehntes Hauswesen . Sie gab den Dienern und Mägden hervor , was das Haus brauchte , sorgte für die richtige und zweckmäßige Verwendung , leitete die Einkäufe , und ordnete die Arbeiten an . Die Bekleidung des Herrn , der Frau und der Kinder war sehr ausgezeichnet , aber auch sehr einfach und wohlbildend . Nach dem Abendessen saß man oft noch eine geraume Weile in Gesprächen bei dem Tische , und dann suchte jedes sein Zimmer . So war eine Zeit vergangen , und so kam nach und nach der Herbst . Ich lebte mich immer mehr in das Haus ein und fühlte mich mit jedem Tage wohler . Man behandelte mich sehr gütig . Was ich bedurfte , war immer da , ehe das Bedürfnis sich noch klar dargestellt hatte . Aber auch nicht bloß das wurde hergestellt , was ich bedurfte , sondern auch das , was zum Schmucke des Lebens geeignet ist . Blumen , die ich liebte , wurden in Töpfen in meine Zimmer gestellt , ein Buch , ein neues Zeichnungsgeräte fand sich von Zeit