meine Rückkehr in sein Haus ! « - » O , Mutter , « redete dagegen Dagobert : » wie unglücklich habt Ihr selber Euch gemacht durch einen Schritt vom Pfade der Wahrheit ! Versucht nicht , mir Alles zu bekennen , denn ich weiß schon Alles , und als Euer Sohn schweige ich in Ehrfurcht vor Euch . Aber , so wie Euer Mund schweigen mag gegen mich , also mögt Ihr ihn aufthun gegen den Mann , dem Euer Vertrauen gebührt , gegen meinen Vater . Bekennt ihm offen Eure Schuld , damit er nicht aus dem Munde des Zufalls sie erfahre ; vertraut seiner Liebe zu Euch , die nicht erlosch unter der Last von Argwohn , welche er auf seinem Herzen trug , - die nicht unterging unter der Fluth von Verläumdung , mit welcher Neid und Bosheit Euern guten Ruf besteckte . Ihr werdet Euer Schicksal durch die Hand geschäftiger Freunde entweder , oder durch ein Verhängniß , das Euch wohl zu wollen scheint , gestellt finden , daß Euer Bekenntniß Euch unnöthig , vielleicht gefährlich vorkommen dürfte . Traut aber dieser einflüsternden Stimme , die nicht Euer Bestes will , nicht mehr . Das Verhängniß kann gleißen und Euch um so tückischer verderben ; Willhild könnte plötzlich wiederkehren .... « - » Ja ; Ihr wißt Alles ! « rief Margarethe händeringend : » Ihr wißt Alles , und Ihr schwiegt bis jetzt ? O , welch ein Zufall hat Euch entdeckt .... ? Warum habe ich gegen Euch geschwiegen ... ? warum ... ? Hätte ich wiederkehren können aus dem Garne , in dem mein abenteuerlicher Vorsatz mich verstrickt hat , auf dem Schellenhofe , wohin ich Euch beschied , hätte ich Alles Euch vertraut , ich hätte .... « » Unnöthige Mühe ; « versicherte Dagobert : » ich wäre nicht erschienen . Der unschuldigen Gattin meines Vaters war ich ein aufmerksames Ohr , eine hülfreiche Hand schuldig ; der des Fehls bewußten hingegen durfte ich nicht folgen , um gegen den Vater in eine Verschwörung zu treten . « Margarethe schwieg beschämt . Dagobert , darüber betroffen , und unwillig über seine Freimüthigkeit , suchte ein fröhliches Ende an den betrübten Anfang des Gesprächs zu binden . » Laßt ' s gut seyn , Mutter ! « sprach er : » ich wollte Euch nicht kränken , sondern Euch Muth machen , und die Erkenntniß Eures bessern Theils in Euch erwecken . Nicht vergeblich hab ' ich das gewollt , und darum bin ich der Eure mit Hand und Mund , sobald Ihr aufrichtig und Eurer würdig zu seyn begehrt . Mag dann der Vater auch vielleicht aufbrausen und den Zorn , den gerechten , anlegen , - nehmt ' s hin in Geduld um Eurer Sünden willen , und daß es nicht zu arg werde , und zu jämmerlichem Ausgang führe , - dafür laßt mich sorgen . Ich bin mit der Vehme fertig geworden , ich habe Wallraden kirre gemacht , und das Diebsgesindel dort in seinen eignen Schlupfwinkeln zu Paaren getrieben - ich werde doch wahrhaftig an einem guten Vaterherzen nicht erlahmen . Es ist ein herrlich Ding , zur Sühne reden , und Friede stiften , und ich will ' s fürder treiben , wenn auch nicht im Chorrock . Doch , ich merke , daß die Schatten länger wurden und die Pferde ermüdet einherschreiten . Wir wollen daher in der Schenke dort unser Nachtlager ausschlagen , um Morgen mit dem Frühsten in der Stadt einzuziehen , wie es den Siegern für eine gute Sache geziemt . « - Margarethens Angst hatte keine Eile , in Diether ' s Haus zurückzukehren ; Gerhard hatte nicht das Mindeste gegen einen Rastabend , der sich beim Becher ruhig zubringen ließ ; Wallradens Gewissen hatte das Fräulein unwohl und krankhaft gemacht . Die übrigen zu Fuße laufenden befreiten Gefangnen waren müde geworden , und Alle sehnten sich nach Ruhe . Dagobert ließ das ganze Haus von den Söldnern umlagern , schaffte Margarethen in die beste Stube des Gebäudes ; trennte Wallraden von ihr , und schlief , um die Hinterlistige zu verhindern , früher als er dem Vaterhause zuzueilen , auf seiner Schwester Schwelle . Vollbrecht aber sprengte noch am selben Abend nach der Stadt , um die fröhliche Botschaft ohne Verzug zu hinterbringen . Viertes Kapitel . Stärker noch als Frauenhaar , - Starke Fesseln doch fürwahr , - Stärker auch als Fürstenhand , Die regiert das ganze Land , Ist des Vaters treue Lieb ' ! Helvet . Denkspruch . Das abgelegenste und verschlossenste Plätzchen , viele Meilen in der Runde , war in dem Forste um das Ritterhaus Dürningen , die Stelle , auf welcher die Forsthütte erbaut war . Das Gebäude , fest und stark aus Baumstämmen zusammengefügt , war auf einer Grasfläche errichtet , die dem schönsten bunten Teppiche aus den Niederlanden glich , rings umgeben von einem schwarzgrünen dichten Waldsaum , welcher , durch angepflanzte Hecken zu einer undurchdringlichen Wand gemacht , nur einen einzigen Eingang auf die Hütte zuließ . Dieser Zugang , war demungeachtet nicht leicht zu finden , unter den vielen Schlangenwegen , die durch den Wald liefen , und der Fremde , um zur Hütte zu gelangen - mußte es entweder dem günstigen Zufalle verdanken , oder etwa dem Schall der Glocke folgen , die zur Mittagszeit vor der Hütte geläutet wurde , um das im Forste gehegte Wild zum Futter zu rufen . Der Pfleger dieser Waldthiere , die in ungemeiner Anzahl gehalten wurden , weil die Frau von Dürningen , weder an der Jagd Freude hatte , noch täglich einen Wildbraten für ihren Tisch verlangte , - wohnte nun in dem aus Baumstämmen erbauten Hause , warf dem Wildvolke sein Futter vor , wählte die zur Küche bestimmten Stücke aus , und wachte zunächst über die Sicherheit der Waldung , die früherhin häufig von unbefugten Schützen und Holzfrevlern beunruhigt worden war . Der Herr von Dürningen selbst war