wie ich ihn kenne , wird wohl mit diesem Römer-Gotenstaate sich versöhnen . Der schwarze Teja aber , denk ' ich , zieht mit mir davon . « * * * Am Abend durchlief die Stadt das Gerücht von einer Kapitulation . Die Bedingungen waren ungewiß . Aber gewiß war , daß Belisar auf Verlangen des Königs große Vorräte von Brot , Fleisch und Wein in die Stadt schickte , welche an die Armen verteilt wurden . » Er hat Wort gehalten ! « sagten diese und segneten den König . Dieser erkundigte sich nun nach dem Befinden der Königin und erfuhr , daß sie sich langsam wieder beruhige und erhole . » Geduld « : sprach Witichis aufatmend - » auch sie wird bald frei und meiner ledig . « Es dunkelte bereits , als eine starke Schar berittener Goten sich aus der innern Stadt nach der Mauerlücke am Turm des Aëtius wandte . Ein langer Reiter voran : dann eine Gruppe , die auf quergelegten Lanzen eine mit Tüchern und Mänteln verhüllte Last in schweren Kisten trug . Dann der Rest der stark gerüsteten Männer . » Auf mit dem Notriegel ! « rief der Führer , » wir wollen hinaus . « » Du bist es , Hildebad ? « rief der Wache haltende Graf Wisand , und gab Befehl zu öffnen . » Weißt du schon , die Stadt wird morgen übergeben . Wo willst du hin ? « » In die Freiheit ! « rief Hildebad und gab seinem Roß die Sporen . Dreiundzwanzigstes Kapitel . Mehrere Tage waren vergangen , bis die Königin Mataswintha sich aus den wirren Fieberphantasien und aus dem von wilden Träumen gequälten Schlummer , der auf dieselben gefolgt war , erhoben hatte . Teilnahmslos und stumpf stand sie der ganzen Außenwelt und den gewaltigen Entscheidungen gegenüber , die sich damals vorbereiteten . Sie schien keine Empfindung mehr zu haben , als das eine Gefühl ihrer ungeheuern frevelhaften Taten . Und rasch hatte sich der wild frohlockende Triumph des Hasses , mit dem sie die Fackel in der Hand , durch die Nacht gestürmt war , in zerstörende Reue , in Grauen und Entsetzen verwandelt . In dem Augenblick , da sie die arge Tat getan , hatte sie der Erdstoß in die Kniee geworfen : und ihr von allen Leidenschaften erregter Sinn , ihr im Augenblick des vollendeten Frevels erwachendes Gewissen glaubte , die Erde wolle sich über ihre Untat empören : sie sah die Rache des Himmels hereinbrechen über ihr schuldiges Haupt . Und als sie nun , in ihrem Gemache wieder angelangt , alsbald die Lohe , die ihre Hand entzündet , riesengroß emporsteigen sah , als sie das tausendstimmige Wehegeschrei der Ravennaten und Goten vernahm , da schien jede Flamme an ihrem Herzen zu nagen und jede der klagenden Stimmen sie zu verfluchen . Sie verlor das Bewußtsein : sie brach zusammen unter den Folgen ihrer Tat . Als sie die Besinnung wiedergefunden und sich allmählich des Geschehenen wieder erinnert hatte , war die Kraft ihres Hasses gegen den König völlig gebrochen . Ihre Seele war geknickt . Tiefste Reue über ihre Tat , zitternde Scheu , je wieder vor sein Antlitz treten zu sollen , erfüllte sie ganz . Um so mehr , als sie selbst wußte und von allen Seiten vernahm , wie der Untergang der Speicher den König zur Ergebung an seine Feinde zwingen werde . Ihn selber sah sie nicht . Auch als er einmal einen Augenblick Zeit fand , selbst nach ihrem Zustand in ihren Gemächern sich zu erkundigen , beschwor sie die staunende Aspa , um keinen Preis den König vor ihr Antlitz treten zu lassen : obwohl sie wieder seit mehreren Tagen das Lager verlassen und häufig arme Leute aus der Stadt empfangen hatte , ja die Darbenden auffordern ließ , sich bei ihr zu melden . Sie pflegte dann eigenhändig die für sie und ihren Hof bestimmten Speisen und mit maßloser Freigebigkeit Schmuck , Gold und Kostbarkeiten an sie zu verteilen . Solchen Besuch eines Bettlers erwartete sie , als ein Mann in braunem Mantel und einer Sturmhaube wiederholt und dringend sie um die Gnade gebeten hatte , sie möchte nicht ihm , sondern einer armen Frau ihres Volkes die Gunst einer Unterredung ohne Zeugen gewähren . » Es gelte des Königs Heil : es gelte zu warnen vor tätigem , überführbarem Verrat , der seine Krone , vielleicht sein Leben , bedrohe . Mataswintha gewährte eifrig die Bitte . - « Mochte es ein Irrtum , ein Vorwand sein : sie durfte nicht mehr abweisen , was auch nur mit dem Vorwand seiner Rettung an sie trat . Auf Sonnenuntergang bestellte sie das Weib . - Die Sonne war gesunken . Der Süden kennt fast keine Dämmerung . Es war finster beinahe , als der schon lange im Vorsaal harrenden Frau eine Sklavin winkte . Die Königin , krank und schlaflos des Nachts , habe erst zur achten Stunde Schlummer gefunden . Eben erst erwacht , sei sie sehr schwach . Gleichwohl solle die Bittende vorgelassen werden , da es dem König gelte . » Ist das aber auch gewiß wahr ? « forschte die Sklavin . » Nicht unnütz möcht ' ich meine Herrin mühen « : - es war Aspa - » wenn Ihr nur Gold damit erlisten wolltet , sagt es mir frei . Ihr sollt mehr haben , als Ihr begehrt : - nur schont meine Herrin . Gilt es dem König wirklich ? « » Es gilt dem König ! « Seufzend führte Aspa die Frau in das Gemach Mataswinthens . Diese erhob sich , das Haupt und Haar von dichtem Tuch umwunden , ganz in leichtes , weißes Krankengewand gekleidet , im Hintergrund des großen Gemaches von dem Lager , an welchem ein runder Mosaiktisch stand . Die goldene Ampel , die über demselben in die Wand eingelassen war , brannte bereits mit mattem Licht . Sie blieb auf dem Rand des