aus lauter Fragmenten zusammengesetzten Gelehrtenschmauses aufbehalten , welches zum Belege alles dessen , was hier von ihm gesagt wird , dienen kann , und wovon eine meisterhafte Uebersetzung in der Abhandlung meines gelehrten Freundes J. über die Griechischen Hetären , im zweiten Hefte des dritten Bandes des Attischen Museums zu finden ist . W. 52. Brief . 153 Wie diese prophetische Vermuthung Aristipps vornehmlich in dem goldnen Zeitalter der nie genug zu preisenden Kaiser Hadrian und beider Antonine in Erfüllung gegangen , davon finden sich , unter andern , in Lucians Nigrinus , wo er das damalige Athen mit dem damaligen Rom so treffend contrastiren läßt , sehr schöne Beweisstellen . W. 53. Brief . 154 Anspielung auf eine Anekdote , welche Diogenes der Laërter und Athenäus von Aristipp erzählen , und worüber Cicero in einem Briefe an Pätus ( in Wielands Uebersetzung Bd . 5 S. 205 ) so schreibt : » erröthete doch auch der berühmte Sokratiker Aristippus nicht , als ihm vorgeworfen wurde , er habe die Lais . Wahr ist ' s , sagte er , ich habe sie , aber sie hat mich nicht . Auf Griechisch läßt sich das artiger sagen : versuche du einmal es besser zu übersetzen , wenn du Lust hast . « Man hält schon darum diese Replik für unübersetzbar , weil sie im Griechischen nur aus drei Worten besteht : exo , oyk exomai ( habeo , non habeor bei Cicero ) . Außer dieser Kürze aber liegt ein noch weniger übersetzbarer Doppelsinn in dem Worte exomai ( s. die Anm . von Schütz zu dieser Stelle Cicero ' s Epp . 4 , 435 ) . Dieser Doppelsinn wäre nun hier glücklicher als irgendwo erreicht , aber nicht die Kürze . 155 D.i. gleichgültig gegen ihre Liebe zu bleiben . Hippolytus ist bekannt aus des Euripides Tragödie dieses Namens und aus Racine ' s , von Schiller übersetzter , Phädra . 156 Von diesem Haupthelden der Ilias wird erzählt , daß wegen einer Weissagung , er werde vor Troja seinen Tod finden , seine besorgte Mutter ihn dem Lykomedes übergeben habe , der ihn , um ihn desto sicherer zu verbergen , in Frauentracht unter seine Töchter mischte . Im Griechischen Lager hatte man indeß die Weissagung , daß ohne Achilles Troja nicht erobert werden könnte . Man kundschaftete daher , erfuhr , und sendete Odysseus nach Skyros . Der Listige brachte unter weiblichen Geschenken für die Töchter auch Waffen mit , und bei deren Anblick verrieth sich der junge Held . 157 Pausanias wird er im folgenden Briefe nach Athenäus , bei Plutarch Hippolochus , bei andern Eurylochus , Aristonikus und Hippostratus genannt . 55. Brief . 158 Gastgeschenk . Nach Griechischer Sitte wurde jedem Gaste , wenn er sich wieder entfernte , noch irgend ein kleines Geschenk gegeben . Dritter Band . 1. Aristipp an Eurybates . Ich habe mich gewöhnt mir einzubilden daß es meinen Freunden sehr wohl ergehe , wenn sie mich lange nichts von sich hören lassen , und es wäre mir lieb , wenn sie sich eben dasselbe von mir vorstellen wollten . In der That hat die Zeit für niemand schnellere Flügel als für die Glücklichen ; und wenn man auch vielbeschäftigte Personen sagen hört , daß ihnen Tage zu Stunden werden , so geschieht dieß doch meistens nur , wenn sie sich aus eigener Wahl und mit Dingen , die ihnen in einem hohen Grade wichtig oder angenehm sind , beschäftigen ; denn bei Arbeiten dieser Art fühlt man sich nicht minder glücklich , ja vielmehr noch glücklicher als im Genuß eines nicht mit Arbeit erkauften Vergnügens . Bei allem dem gestehe ich , lieber Eurybates , wir haben uns beinahe zu viel darauf verlassen , daß wir einander nicht unentbehrlich sind , und wenn wir es noch lange so forttrieben , könnt ' es , wiewohl gegen unsre Meinung , doch so weit mit uns kommen , daß wir einander vor lauter Wohlbefinden endlich ganz vergäßen . Denke indessen nicht , daß ich mir ein Verdienst daraus machen wolle , dir in Erneuerung unsers Briefwechsels zuvorgekommen zu seyn . Du weißt , es ist meine Sache nicht , meinen Handlungen einen gleißenden Anstrich zu geben , und für weiser oder uneigennütziger angesehen seyn zu wollen , als wir andern anspruchlosen Leute gewöhnlich zu seyn pflegen . Kurz , ich habe zwei sehr eigennützige Ursachen dir zu schreiben : die erste , daß mir das Verlangen nach zuverlässigen Nachrichten von dir selbst und allem was zu dir gehört , und von der schönen Athenä überhaupt durch so lange Nichtbefriedigung peinlich zu werden anfängt ; die andere , daß ich vielleicht durch dich aus meiner Ungewißheit über das Schicksal unsrer Freundin Lais gezogen zu werden hoffe . Zwei Jahre sind bereits vorüber , seitdem sie , im Begriff Korinth und das südliche Griechenland auf immer zu verlassen , mit den ahnungsschweren Worten von mir und Kleonidas Abschied nahm : » wenn ich an den Ufern des Peneus die Ruhe wieder finde , werdet ihr mehr von mir hören : wo nicht , so laßt mich in euerm Andenken leben und seyd glücklich . « - Sie hat in dieser langen Zeit nichts von sich hören lassen , und ich kann mich nicht erwehren ihrentwegen in Sorgen zu seyn ; denn wofern es ihr nicht ginge wie wir wünschen , so bin ich nur allzu gewiß , daß sie zu stolz ist Hülfe von ihren Freunden anzunehmen , geschweige bei ihnen zu suchen . Wir genügsamen Cyrener befinden uns bei unsrer goldnen Mittelmäßigkeit so wohl , daß wir uns wenig um die besondern Umstände der ewigen Zwistigkeiten und Fehden bekümmern , welche Eifersucht , Ehrgeiz und Begierde immer mehr zu haben zwischen Athen und Sparta , und überhaupt zwischen dem Dorischen und Ionischen Stamm der Hellenen niemals ausgehen lassen werden . Alles was ich seit einiger Zeit von dem Uebermuth , womit die Spartaner sich der ihnen aufgetragenen Vollziehung des Friedens des