kein Fremdenführer . « » Aber wenn man es gut , sehr gut bezahlt ? « » Auch dann nicht . Ich brauche kein Geld . Ich tue niemals Etwas für Geld . « » Auch für die höchsten Summen nicht ? « » Nein ! « Da fragte Sebulon seinen Bruder : » Soll ich ? Darf ich ? « Nun nickte dieser , und Sebulon fuhr , zu mir gewendet , fort : » Ihr werdet es dennoch tun , wenn auch nicht für Geld ; darauf könnt Ihr Euch verlassen ! Kennt Ihr die Sioux ? « » Ja . « » Und die Apatschen ? « » Welche Frage ! Wenn Ihr meinen Winnetou wirklich gelesen habt , so wißt Ihr ebensogut wie ich , wie überflüssig sie ist ! « » So hört , was ich Euch sage ! Für die Wahrheit dieser meiner Worte legen wir Beide unsere Hände in das Feuer . Nämlich die Häuptlinge der Sioux sind von den Häuptlingen der Apatschen eingeladen . Weshalb und wozu , das weiß ich nicht ; ich habe nur so viel gehört , es solle Friede sein zwischen ihnen . Nur Häuptlinge sollen erscheinen , Niemand weiter . Die Sioux aber haben beschlossen , diese Gelegenheit zu benutzen , sich mit sämtlichen Gegnern der Apatschen zu vereinigen , um die Letzteren zu vernichten . Glaubt Ihr das ? « » Man muß es prüfen , « antwortete ich kalt . » So fahre ich fort : Es ist ein Ort bestimmt , an welchem sich die Feinde der Apatschen zusammenfinden , um den Kriegs- und Vernichtungsplan zu besprechen . Ich kenne diesen Ort . « » Wirklich ? « » Ja . « » Woher ? Von wem ? « » Das ist Geschäftssache ; Euch aber will ich es sagen , weil ich annehme , daß Ihr mir dann dankbar seid . Ich kenne die Sioux , und sie kennen mich . Unser Beruf als Pferde- und Rinderhändler hat uns häufig zu ihnen geführt . Jetzt haben sie uns ein Geschäft angeboten , welches so groß und so gewinnbringend ist , wie niemals eines zuvor . Wir sollen die Beute , die sie bei den Apatschen machen , übernehmen . Versteht Ihr , was ich meine ? « » Sehr wohl . « » Und Ihr glaubt also , daß wir gut unterrichtet sind ? « » Auch das hat sich erst noch zu zeigen ! « » Es soll zum Kampfe kommen , zu einem beispiellosen Blutvergießen . Ich weiß , daß Ihr ein Freund der Apatschen seid . Ich will sie retten . Ich will Euch Gelegenheit geben , die Pläne ihrer Feinde zunichte zu machen . Ich will Euch an den Ort bringen , an welchem diese Feinde sich beraten . Ich will auf allen Gewinn , der uns in Aussicht gestellt worden ist , verzichten . Und ich verlange dafür nur das Eine , daß Ihr uns zu den beiden Orten führt , die ich Euch bezeichnet habe . Nun sagt , ob Ihr das wollt ! Aber sagt es schnell , bestimmt und deutlich heraus ! Wir haben keine Zeit ! « Er hatte sehr rasch gesprochen , um möglichst wenig Zeit zu verbrauchen . Das klang doppelt ängstlich und doppelt eindrucksvoll . Ich erkundigte mich trotzdem in langsamer , gemächlicher Weise : » An den Ort , wo die Beratung stattfindet , wollt Ihr mich führen ? Wohin geht dieser Weg ? « » Hinauf nach Trinidad . « » Welches Trinidad meint Ihr ? Es gibt ihrer mehrere . « » Im Kolorado . « In diesem Trinidad wohnte ein alter , guter Bekannter von mir , namens Max Pappermann , einst ein sehr brauchbarer Präriejäger , jetzt aber Besitzer eines sogenannten Hotels . Er war von deutscher Abstammung und hatte die Eigentümlichkeit , seinen Namen für die Quelle alles Unheiles , welches ihn traf , zu halten . Er sprach seinen Vornamen nicht mit dem englischen e , sondern noch mit dem deutschen a aus , konnte aber infolge eines Sprachfehlers mit dem x nicht fertig werden ; sein Max wurde stets zum Maksch . Obgleich er sich hierüber tief , tief unglücklich fühlte , kam es ihm doch gar nicht in den Sinn , das zu tun , was jeder Andere an seiner Stelle getan hätte , nämlich diesen Namen möglichst zu vermeiden ; er gab ihn ganz im Gegenteile bei jeder Gelegenheit zu hören und wurde darum aus diesem und noch einem andern Grunde von Jedermann » der blaue Maksch « genannt . Er hatte nämlich auf einem seiner Streifzüge durch den Westen das Unglück gehabt , sich die linke Seite des Gesichtes durch explodierendes Pulver zu verbrennen . Dabei war ihm zwar kein Auge verloren gegangen , aber die von dem Pulver getroffene Hälfte des Gesichtes hatte sich für immer blau gefärbt . Er war unverheiratet geblieben , aber ein lieber , prächtiger , treuer und aufopferungsvoller Kamerad , mit dem ich einige Male für nur kurze Zeit zusammengetroffen war . Ich hatte dabei im Verein mit Winnetou Gelegenheit gefunden , ihm bei einem Ueberfalle durch die Sioux helfend beizustehen , und er vergrößerte diesen doch nur gelegentlichen Dienst in der Weise , daß er sich uns , wie er sich auszudrücken pflegte , zur » ewigen und eternellen Dankbarkeit « verpflichtet fühlte . Er war einer von den Westmännern , die ich wirklich und herzlich liebgewonnen hatte . Zur Vervollständigung will ich hinzufügen , daß dieses Trinidad die Hauptstadt der Grafschaft Las Animas im nordamerikanischen Staate Kolorado ist , den Knotenpunkt mehrerer Bahnen bildet und noch heutigen Tages einen nicht unbedeutenden Viehhandel treibt . Dieser letztere Umstand war wohl die Ursache , daß auch die beiden Enters sowohl die Stadt als auch ihre Umgegend sehr gut kannten . Sebulon fuhr in seiner Auskunftserteilung fort , indem er mich fragte : » Seid Ihr schon einmal da oben in Trinidad gewesen , Mr.