einmal vertrauen , in Angst und Sorge liegen lassen , weil ich mich nicht gern in meiner Bequemlichkeit gestört sähe ? Mir thun sie leid , die Armen , da ja überhaupt die Heilkunde des ganzen Staates fast nur in den Händen von Quacksalbern ist . « » Da hat der Squire wohl Recht , « sagte Jonathan , » eine Wohlthat ist ' s , für die man nicht genug dankbar sein kann , wenn man im Stande ist , einen ordentlichen Arzt zu bekommen . Doch , aufrichtig gesagt , möchte ich Der nicht sein , der nie weiß , ob er sich am Abend ruhig in sein Bett legen kann oder nicht . Mit der Bezahlung dafür sieht ' s nachher auch immer windig genug aus . - Wer ist denn krank ? « » Der Deutsche , der sich erst vor Kurzem dort angesiedelt hat , « sagte der Richter - » Brander heißt er , glaub ' ich . « » Aha - kaltes Fieber wahrscheinlich - nun , das ist nicht so gefährlich . Doch ich höre das Pferd unten kommen ; also , Ladies , ich werde mich jetzt ebenfalls empfehlen . Mr. Lively , gehen Sie auch mit , oder bleiben Sie noch bei den Damen ? « » Nein , bewahre « - sagte James schnell , und erschrak doch auch gleich darauf wieder über die Ungezogenheit - » Ich - ich wollte nur sagen , daß ich auch nach Hause muß , es wird sonst zu spät . - Reiten wir einen Weg , Mr. Dayton ? « » Schwerlich , « erwiderte dieser , während er den linken Sporn anschnallte - » ich reite den Fußpfad , der nach Bailys hinüberführt . Es ist etwas näher . « » Da müssen Sie aber durch den Sumpf unten , « sagte James . » Das ist ein Weg , wo man jetzt kaum am hellen Tage durchkommt . « » Hat nichts zu sagen , « lächelte der Squire , » ich kenne da jeden Zoll Landes und habe mir erst neulich das überhängende Rohr ein bischen aus der Bahn gehauen . Also gute Nacht , Kinder , gute Nacht . Morgen früh , hoff ' ich , trinken wir wieder zusammen Kaffee , und dann kann ich mich nachher recht ordentlich ausruhen . « » Ladies , « sagte Lively und machte , ohne Adele dabei auch nur von der Seite anzusehen , eine tiefe Verbeugung vor Mrs. Dayton - » darf ich also den Eltern sagen , daß Sie - morgen kommen werden ? « » Das und noch viele , viele Grüße an die Mutter , « erwiderte Mrs. Dayton freundlich und reichte dem jungen Mann die Hand . Dieser drückte sie herzlich , ließ sie aber in aller Verlegenheit auch gar nicht wieder los , da er im Geist jetzt ebenfalls eine Anrede an Miß Adele vorbereitete . Mrs. Dayton mochte jedoch eine Ahnung von dem haben , was James ' Seele vorging , denn sie sagte lächelnd : » Und darf ich also Adele auch mitbringen ? « James drückte ihr die Hand , daß sie hätte aufschreien mögen , fuhr dann aber schnell zurück und sagte , roth wie Blut : » Miß Adele wird sich freilich draußen gewaltig langweilen . « » Dann soll ich vielleicht hier bei Mrs. Breidelford bleiben ? « frug das schelmische Ding . » Miß - « stotterte James . » Nun wird ' s , Lively ? « rief Smart schon von der Hausthür aus - » Euer Pferd steht auch mit hier . « » Wir kommen also Beide , Mr. Lively - bestimmt « - lächelte Mrs. Dayton , und James , dem Nancy indeß seinen lange gesuchten Hut gebracht hatte , sprang mit einem fröhlichen : » Gute Nacht zusammen ! « die Treppe hinab und unten mit einem Satze in den spanischen Sattel des muntern Ponys , das ihn dort freudig wiehernd begrüßte . Wenige Secunden später sprengten Dayton und Lively auf zwei verschiedenen Wegen fort . Smart aber drückte den Hut fest auf die Stirn , schob beide Hände tief , tief in seine Beinkleidertaschen und schritt dann , höchst selbstzufrieden vor sich hinpfeifend , die Straße hinab . Indessen ging er nicht gleich dem eigenen Hause zu , denn die Ruhe der Stadt verbürgte ihm dessen Sicherheit - sondern erst einmal nach der Flatbootlandung des Flusses , wo etwa zwölf oder dreizehn jener langen unbehülflichen Fahrzeuge angebunden lagen . Die Boote hingen nur an Tauen fest , breite Planken lagen aber vom Lande aus hinüber und vermittelten die Verbindung mit diesem . Dienten doch diese Boote auch als schwimmende Kaufläden , von denen die Bewohner der südlichen Staaten die Producte des Nordens zugeführt bekamen . 5. Die nächtliche Fahrt . - Die Insel . Der Mond schien hell und freundlich auf die rasch dahin strömende , undurchsichtige Fluth herab , während nur dann und wann einzelne dünne Wolken die helle Scheibe für kurze Momente verdüsterten und ihre Schatten über die weite Niederung deckten . Leise gurgelte dabei das Wasser unter den gewichtigen Booten , und die Strömung warf schmutziggelbe Schaumblasen gegen die Planken derselben an . Hier und da trieb ein von dem tückischen Nachbar seinem sichern , Jahrhunderte lang behaupteten Platz entrissener Baumstamm vorüber und streckte die langen Riesenarme wie Hülfe suchend nach den ruhig neben ihm fortrauschenden Brüdern aus , und der Schrei des Loon gab manchmal , oft wie spottend , den rohen Jubelruf der Zechenden zurück , der noch immer aus einem der im Innern hell erleuchteten Boote und einem weiter oben gelegenen Trinkhaus erschallte . Oft sprang auch ein gewaltiger Catfisch aus seinem kühlen Element empor , und die glatte , silberfarbene Haut blitzte dann im Mondenlicht . - Sonst aber lag Ruhe - stille , unheimliche Ruhe auf der breiten Fläche des Stromes und stach nur um so schauriger gegen das rohe Jauchzen der wilden