. Friedland war in alten Zeiten ein Nonnenkloster des Zisterzienserordens . Was die Geschichte diesem Orden im allgemeinen nachrühmt , das traf innerhalb der Marken , drin alles » wüst und leer « war , in verdoppeltem Maße zu . » Die Zisterzienser waren frei von jener geistigen Zerstreutheit , welche damals die gewöhnliche Folge scholastischer Streitigkeiten war . Sie waren ausgezeichnete Landwirte , immer voran mit ihrer Hände Arbeit . Aber ihrer Hände Arbeit bestand nicht bloß außerhalb der Klostermauern im Ausroden des Waldes , im Fällen der Bäume , im Umgraben der Erde , sondern auch innerhalb des Klosters im Abschreiben der Bücher . Sie brachten nicht nur das Christentum , sie brachten auch die Kultur : sie bauten , sie lehrten . Dabei waren sie vor andern ausgezeichnet in der Kunst der Bekehrung . « So beschreibt sie die Geschichte des Ordens . Wann Kloster Friedland gegründet wurde , ist nicht mehr mit Bestimmtheit festzustellen , da im Jahre 1300 das alte Kloster samt seinen Urkunden verbrannte . Doch läßt sich nachweisen , daß es bereits ziemlich lange vor 1271 bestand , also durchaus in die erste Zeit der Germanisierung dieser Landesteile zurückreicht . Der Evangelist Johannes war der Schutzheilige des Klosters ; die Klosterkirche war der heiligen Jungfrau geweiht . Wahrscheinlich in demselben Jahre ( 1300 ) , in dem das alte Kloster niederbrannte , schritt man auch bereits zu dem Aufbau eines neuen . In eben diesem Jahre ward eine Urkunde ausgestellt , worin Markgraf Albrecht dem Kloster seinen alten Besitz bestätigte . Dieser war : das Städtchen ( jetzt Dorf ) Friedland ; die Dörfer Ringenwalde , Biesdorf und Lüdersdorf ; ferner Anteile an den Dörfern Metzdorf , Löwenberg , Beiersdorf , Börnecke , Ladeburg , Klein-Barnim und Marzahne ; ferner , ganz oder teilweis , die Alebrandmühle bei Friedland , die Lappnowsche Mühle bei Ringenwalde und die Dornbuschmühle bei Biesdorf . Besonders reich aber war Kloster Friedland an schönen Seen , deren Fischertrag für die frommen Jungfrauen ausgereicht haben würde , wenn auch das ganze Jahr aus Festtagen bestanden hätte . Das Kloster besaß nämlich : den Kloster- und Kiezersee bei Friedland , den großen und kleinen Tornowsee bei Probsthagen ( jetzt Pritzhagen ) , den Griepensee , den Buckowschen See , den Weißensee und zum Teil den Großen Schermützelsee , alle vier bei Buckow gelegen . Dazu gesellte sich ein Weinberg bei Wriezen und von seiten der obengenannten Dornbuschmühle die Verpflichtung : den Nonnen zu Friedland täglich vor Sonnenaufgang eine warme Semmel zu liefern . Diese » warme Semmel « gönnt uns Einblick in die gemütliche Seite des Klosterlebens . Es scheint indessen bei bloßen Gemütlichkeiten nicht lange geblieben zu sein , denn die nächste Urkunde , freilich fünfundachtzig Jahre später , ist bereits darauf aus , durch Erlasse und Befehle dem um sich greifenden Sittenverfall zu steuern . Es war die Zeit , wo die strenge Klosterregel überall einer » milden Praxis « zu weichen begann , ganz besonders in der Mark , wo die kaum bezähmte Wildheit der Bewohner , unter der bayerischen und luxemburgischen Herrschaft neu hervorbrach . Auch die Klöster wurden davon berührt . Einst war das Leben innerhalb derselben stark genug gewesen , nach außen hin bildend und sittigend zu wirken , jetzt , schwach geworden , drang der allgemeine Sittenverfall von außen her in die Klostermauern ein . Das ersehen wir mit aller Bestimmtheit aus der zweiten Urkunde vom 3. Juli 1381 , der Riedel die Überschrift gegeben hat : » Dietrich , Bischof von Brandenburg , ordnet die Einrichtungen des Klosters Friedland . « Sie ist die wichtigste unter allen Urkunden , die auf das Kloster Bezug nehmen , weshalb wir uns ausführlicher mit derselben beschäftigen . Es ist dreierlei , was wir aus ihr ersehen : 1. das Regiment des Klosters ; 2. die Tatsache des Verfalls ; 3. die Mittel und Wege , diesem Verfall zu steuern . 1. Die Urkunde beginnt , Einblicke in das » Regiment des Klosters « gönnend , wie folgt : Dietrich durch die Gnade Gottes und des heiligen Stuhles Bischof von Brandenburg , entbietet der in Christo geheiligten Abbatissin , der Priorin und dem ganzen Kloster der heiligen Frauen in Fredelant , so wie auch dem sehr ehrenwerten Präpositus derselben Gruß im Herrn und ermahnet sie unseren Statuten , Ordinatorien und Mandaten fest und treu zu gehorsamen . Gleich dieser erste Satz der Urkunde belehrt uns über manches Abweichende . Wir sehen zunächst das Kloster unter dem Bischof stehen . Dies war nicht das Herkömmliche . Wir finden in der Geschichte des Zisterzienserordens folgendes : » Der heilige Stephan ( Stephan Harding , ein Engländer ) hatte mit den Bischöfen , in deren Diözesen die Klöster standen , einen wichtigen Vertrag geschlossen . Er versprach ihnen nämlich , daß in ihren bischöflichen Sprengeln nie ohne ihre Gutheißung ein Kloster errichtet werden sollte , und sie gaben ihm ihrerseits wiederum die Versicherung , daß sie freiwillig auf ihr Recht hinsichtlich der Beaufsichtigung verzichten wollten . « So weit die Geschichte des Ordens . Doch ist es möglich , daß in der Mark Brandenburg von Anfang an diese Dinge sich anders gestalteten und die Klöster in eine Abhängigkeit von den Bischöfen eintraten . Das andere , was in den zitierten Eingangsparagraphen auffällt , ist das Vorhandensein einer Priorin neben der Äbtissin , während doch die Klöster im allgemeinen nur eine Äbtissin oder Priorin hatten . 2. Die Urkunde fährt nun , die Tatsache des Verfalls konstatierend , folgendermaßen fort : Wir wissen und haben aus der Evidenz der Tatsachen erfahren , daß überall , wo die Herrschaft der Zucht verachtet wird , die Religion selber Schiffbruch leidet . Wir haben daher Vorsorge getroffen , damit nicht durch Verachtung dieser Zucht , an denen , die sich Christo verlobt haben , Unpassendes wahrgenommen werde , Unpassendes , das allemalen angetan ist , dem Ruhm der Tugend und Ehrbarkeit einen Makel anzuheften , oder die göttliche Majestät zu beleidigen . So