' die Macht und all ' die Herrlichkeit deinem Herrn zu Füßen und sprichst : Siehe , Justinianus , Belisar ist lieber dein Knecht als der Herr des Abendlandes . So glorreich , Belisar , ward Treue noch nie auf Erden erprobt . « Cethegus hatte den Kern seines Herzens getroffen . Sein Auge leuchtete . » Recht hast du , Cethegus , komm an meine Brust , hab ' Dank . Das ist groß gedacht . O Justinian , du sollst vor Scham vergehn ! « Cethegus entzog sich der Umarmung und schritt zur Türe . » Armer Witichis , « flüsterte Prokop ihm zu ; » er wird diesem Musterstück von Treue aufgeopfert . - Jetzt ist er verloren . « » Ja , « sagte Cethegus , » er ist verloren , gewiß . « Und draußen vor dem Zelt warf er den Mantel über die linke Schulter und sprach : » Aber gewisser noch du selber , Belisar . « * * * In seinem Quartier trat ihm Lucius Licinius gerüstet entgegen . » Nun , Feldherr , « fragte er , » die Stadt ist noch nicht übergeben . Wann geht ' s zum Kampf ? « » Der Kampf ist aus , mein Lucius . Leg ' deine Waffen ab und gürte dich zu reisen . Du gehst noch heute mit geheimen Briefen von mir ab . « - » An wen ? « - » An den Kaiser und die Kaiserin . « - » Nach Byzanz ? « - » Nein , zum Glück sind sie ganz nah , in den Bädern von Epidaurus . Eile dich . In fünfzehn Tagen mußt du zurück sein , nicht einen halben später . Italiens Schicksal harrt auf deine Wiederkunft . « * * * Sowie Prokop mündlich die Antwort Belisars dem Gotenkönig überbracht , berief dieser in seinen Palast die Führer des Heeres , die vornehmsten Goten und eine Anzahl von vertrauten einfach Freien , teilte ihnen das Geschehene mit und forderte ihre Zustimmung . Wohl waren sie anfangs mächtig überrascht : und ein Schweigen des Staunens folgte auf seine Worte . Endlich sprach Herzog Guntharis , mit Rührung auf den König blickend : » Die letzte deiner Königstaten , Witichis , ist so edel , ja edler als alle deine früheren . Dich bekämpft zu haben werd ' ich ewig bereuen . Ich habe mir lange geschworen , es zu sühnen , indem ich dir blindlings folge . Und wahrlich : in diesem Fall hast du zu entscheiden : denn du opferst das Höchste : eine Krone . Soll aber ein andrer als du König sein , - leichter mögen die Wölsungen einem Fremden , einem Belisar als einem Goten nachstehn . Und so folg ' ich dir und sage : ja , du hast gut und groß gehandelt . « » Und ich sage nein ! und tausendmal nein ! « rief Hildebad . » Bedenkt , was ihr tut ! Ein Fremder an der Spitze der Goten ! « » Was ist das andres , als was andre Germanen vor uns getan , Quaden und Heruler und Markomannen , auch die Franken unter jenem Römer Ägidius ? « sagte Witichis ruhig , » ja was andres , als was unsre glorreichsten Könige und selbst Theoderich getan ? Sie leisteten dem Kaiser Waffendienst und erhielten dafür Land . So lautet der Vertrag , nach dem Theoderich Italien von Kaiser Zeno nahm . Ich erachte Belisar nicht geringer als Zeno und mich wahrlich nicht besser als Theoderich . « » Ja , wenn es Justinian wäre , « fügte Guntharis bei . » Nie unterwarf ' ich mich dem feigen und falschen Tyrannen . Aber Belisarius ist ein Held . - Kannst du das leugnen , Hildebad ? Hast du vergessen , wie er dich vom Gaul gerannt ? « » Schlag mich der Donner , wenn ich ' s ihm vergesse . Es ist das einzige , was mir an ihm gefallen hat . « » Und das Glück ist mit ihm , wie mit mir das Unglück war . Und wir bleiben im reichen Lande hier , bleiben frei wie bisher und schlagen nur seine Schlachten gegen Byzanz . Er wird uns Rache schaffen an dem gemeinsamen Feind . « Und fast alle Versammelten stimmten bei . » Nun , ich kann euch nicht in Worten widerlegen , « rief Hildebad . - » Von je hab ' ich die Zunge ungefüger , als die Axt geführt . - Aber ich fühl ' es deutlich : ihr habt unrecht . - Hätten wir nur den schwarzen Grafen hier : der würde sagen können , was ich nur spüre . Mögt ihr ' s nie bereuen ! Mir aber sei ' s vergönnt , aus diesem ungeheuerlichen Mischreich davonzugehn . Ich will nicht leben unter Belisar . Ich zieh ' auf Abenteuer in die Welt : mit Schild und Speer und groben Hieben kommt man weit . « Witichis hoffte , den treuen Gesellen in vertrautem Gespräch wohl noch umzustimmen . Er fuhr jetzt in der Sache fort , die ihm so sehr am Herzen lag . » Vor allem hat sich Belisar Schweigen ausbedungen , bis er Ravenna besetzt hat . Es steht zu fürchten , daß einige seiner Heerführer mit ihren Truppen von einer Empörung gegen Justinian nichts wissen wollen . Diese , sowie die verdächtigen Quartiere von Ravenna , müssen von den Goten und den verlässigen Anhängern Belisars umstellt sein , ehe die Entscheidung fällt . « » Hütet euch , « warnte Hildebad , » daß ihr nicht selbst in diese Grube fallt ! Wir Goten sollen uns nicht aufs Feinspinnen verlegen , ' s ist , wie wenn der Waldbär auf das Seil steigt - er fällt doch über kurz oder lang . Lebt wohl - mög ' es besser ausfallen als ich ahne . Ich gehe , von meinem Bruder Abschied zu nehmen . Der ,