er schändlich aus dem Hause hat gestoßen , er - der Krämer , eine adeliche Leuenbergerin . Schutz hat sie bei mir gesucht , und bei Pest und rothem Hahn ; ich will sie schirmen wie der Vogt das Kloster . Euere Schwester nehmt immerhin mit Euch ; sie ist eine Hexe , die den Klügsten kirre macht , und hinterher verläumdet . Ihre Schlangen hätte mir fast das Leben gekostet . Fort mit ihr ; aber Margarethe bleibt bei mir . « - » Frau Margarethe hier ? « fragte Dagobert staunend : » Margarethe hier in Haft ? Wenn Euch Euer Leben lieb ist , gebt sie heraus . « - » Das Weib geht mich nichts an , « erwiederte Else trotzig : » Der Bruder hat Gewalt über die Schwester . « - » Der Mann hat größre über sein Weib ! « versetzte Dagobert : » Gebt sie heraus , die Hausfrau eines Altbürgers von Frankfurt . « - » Der Teufel hole Frankfurt , seine Bürger und alle leichtfertige Waare , wie Wallrade ist ! « fluchte der Leuenberger : » Neffe , reizt mich nicht . Meine arme Base ist schon von Eurer Schwester in ' s Grab geärgert worden . Meine Schwester soll nicht zu Grunde gehen in Euern buhlerischen Armen , denn nur für Euch gedenkt Ihr sie heimzuführen ! « - » Verdammter Hund ! « brach Dagobert los , und griff nach dem Schwerte . Die Schaar von Taugenichtsen gerieth in Bewegung ; Veit zog seine Klinge blank und Frau Else schrie Zeter . » Mord und Tod ! « rief sie wild : » Seht , wie der Herold selbst sein Recht verletzt . Thor zu ! Brücke auf ! Geht dem Frankfurter Wichte zu Leibe ! « - Da Veit seine aufmahnende Stimme mit der ihrigen vereinte , schickten sich die Knechte willig an , Folge zu leisten . Einer der entfernt Stehenden langte die Armbrust vom Haken und zielte auf den in den Sattel gesprungnen Jüngling , um welchen sich das Häuflein der wehrlosen Gefangenen drängte , das von ihm Rettung und Befreiung erwartete . Der heimtückische Schütze fehlte jedoch sein Ziel , da ein schnell Herbeikommender ihm mit aller Gewalt die Waffe aus der Hand schlug : » Schurke ! « rief er : » hüte Dich vor Meuchelmord , und Ihr , Frau Else , gedenkt Euers Herrn und seines Schicksals , das auf der Spitze einer Nadel wirbelt . Kommt herzu , ehrsame Frau , « setzte der Mann bei , indem er ein bekümmertes Weib in die Mitte der empörten Streiter leitete : » stiftet Ihr den Frieden , und endigt durch Euern Ausspruch diesen Auftritt , der dem Rasenden hier nur Gefahr bringen würde , und den ich ferner nimmer ansehen kann . « - » Graf von Montfort ! « rief Dagobert mit düsterm Blicke : » wie kommt Frau Margarethe zu Euerm Schutz ? Ich bekenne , daß Ihr Euch der Weiber unsers Hauses allzusehr annehmt , wenn Bechtram wahr sprach , als er Euch den Stifter des Raubes an dieser hier « auf Wallraden zeigend » nannte . « - » Wahr sprach er ! « fiel Wallrade giftig ein : » dieser unedle Rittersmann befahl den Frauenraub , und kam selbst , an meiner Qual sich zu weiden , und mich mit seinen unziemlichen Wünschen zu verfolgen . « - » Das Letztere ist Lüge , « versetzte Montfort : » das Erstre läugne ich nicht und bereue , daß ich , von der Leidenschaft des Hasses und der Rache geblendet , unedel an der Nichtswürdigen handeln konnte , und in Gemeinschaft treten mit dem räuberischen Bechtram , dessen Schandgewerbe mir erst klar wurde , da ich in das Junre seiner Wohnnug trat . Seinen Dienst bezahlte ich mit meinem Golde , und Euch , mein kühner Degen , biete ich Vergeltung im ehrlichen Zweikampfe , damit mein Schild rein werde von der bösen That . Jetzo aber entscheidet rasch das Schicksal dieser Allen , und nehmt sie fort mit Euch . « - Dagobert antwortete ihm nicht , sondern heftete den Blick auf Margarethen , die wie eine ergebne Dulderin da stand , mit gerötheter Wange und fliegendem Busen . - » Den will ich sehen , der mir die Schwester raubt ; « sprach Veit frech und kühn : » ihr eigner Wille ist ' s , zu bleiben . « - » Wie , ehrsame Frau ? « fragte Dagobert staunend : » Spricht der Mensch die Wahrheit ? « - » Der Wille , recht zu handeln , « entgegnete Diether ' s Gattin , » hat mich aus meines Herrn Hause geführt und in dieser Leute Hand gegeben . Ich fürchte jedoch , ich darf nimmer wiederkehren zu meinem Herrn , und eh ' ich der unverdienten Schande mich überlasse ..... « - » Eher wolltet Ihr dem Straßenräuber folgen ? « fragte Dagobert ernst : » Mutter , das sprach nicht Euer guter Wille , und um den bösen Geist zu bannen , schwör ' ich ' s Euch , Ihr werdet offne Arme in Euerm Hause finden . « - » Dann , ja dann ... « lispelte Margarethe überrascht und zögernd . - » Nichts dann ! nimmer dann ! « fiel Veit brausend und tobend ein : » Pest und rother Hahn ! Eine Leuenbergerin wieder zurückkehren zu dem Ellenprinzen , gleichsam wie in Sack und Asche ? Des Todes ist der Bube , wenn er nur Deine Fingerspitze berührt , wankelmüthige Grete . « - » Der Leuenberger hat Recht , « schrie Else dazwischen ; » und ich bin die Herrin auf Neufalkenstein , und ehre wohl den Herold der Stadt Frankfurt , aber den ungeschliffenen Gast , der in meines Hauses Rechte greift , laß ich in ' s Verließ werfen . Thor zu ! Brücke auf , sage ich noch einmal ! « -