Mährchen von Amor und Psyche kaum zur Hälfte erzählte , und allerdings würde das Weitere zu den Folgerungen , die hier daraus gezogen werden sollen , nicht gepaßt haben . Desto besser aber dürfte es zu der Platonischen Theorie gepaßt , und würde vielleicht über diese noch andere , als die hier mitgetheilten , Ansichten verschafft haben . Auf jeden Fall wird man wohl thun , vor dem Endurtheil , auch hier Schleiermachers Einleitung zu dem Platonischen Gastmahl zu vergleichen . 37. Brief . 139 Krhs pros Aiginhthn , wurde von solchen gesagt , die gegenseitig um den Vorrang in Schalkheit und Betrug mit einander wettelferten , denn Kreter und Aegineten standen in dem gleich schlimmen Rufe sehr betrügerisch zu seyn . Erasmi Adagia p. 72. Bei uns : es ist ein Fuchs an den andern gerathen . 38. Brief . 140 Die Argonauten sollen zuerst von der Mündung des Kolchischen Flusses Phasis jene bis dahin in Europa noch unbekannte Art von Hühnern gebracht haben , welche nachmals von jenem Flusse den Namen der Fasanen erhielten . Sie waren ihrer Schmackhaftigkeit wegen so beliebt wie die Aale aus dem See Kopais in Böotien , welche Aristophanes die leckersten Fische der Lecker nennt . 39. Brief . 141 Dieser unterscheidet gleich im Eingange seines Lehrgedichts eine tadelhafte und eine löbliche Eifersucht , und sagt von dieser letzten : Sey unthätig ein Mann , sie erweckt ihn dennoch zur Arbeit , Denn so den andern etwa ein Arbeitloser im Wohlstand Schauete , flugs dann strebt er , den Acker zu baun , und zu pflanzen , Wohl auch zu ordnen sein Haus ; mit dem Nachbar eifert der Nachbar Um den Ertrag : gut ist den Sterblichen solche Beeifrung . 43. Brief . 142 Die Anekdote , auf welche Diogenes hier , mit so vieler Bescheidenheit als man von einem Cyniker nur immer verlangen kann , deutet , hat ihre Richtigkeit , wenn Athenäus , wenigstens was den Hauptpunkt betrifft , Glauben verdient . Wie sich dieß mit dem Charakter unsrer Lais zusammenreimen lasse , macht uns der folgende Brief begreiflich . W. 48. Brief . 143 Für Athen hatten anfangs die mit ihm verbündeten Inseln ihre Land- und Seemacht selbst gestellt , Kimon aber schlug vor , daß sie fortan nur Geldbeiträge liefern sollten , wodurch Athen nicht nur seine Staats-Einkünfte erhöhte , sondern es auch in seine Gewalt bekam , Verbündete in Abhängige zu verwandeln , denn die Inseln verloren ihre Seemacht . Was nun erst Kriegssteuer gewesen war , wurde fortwährend eingetreiben , und stieg immer höher , von 460 Talenten unter Aristides , auf 600 unter Perikles , auf 800 unter Kleon , und in der Mitte des Peloponnesischen Krieges auf 12-1300 . Auf dieses eiserne Capital wird hier ziemlich beißend angespielt . 144 Zur Unterhaltung des Krieges gegen die Perser trugen die Griechischen Städte jährlich eine Geldsumme bei , die in dem Tempel Apollons auf der diesem Gotte geweihten Insel in Delos niedergelegt wurde . Diesen Schatz brachte man , um größerer Sicherheit willen , nach Athen , und Perikles bediente sich seiner , die Kosten der Baue zu bestreiten , wodurch er Athen verschönerte . Seine Vertheidigung , als man über solche Verwendung Rechenschaft von ihm forderte , kann man bei Plutarch nachlesen . 145 Eine alte Sage leitete den Namen der Stadt Cyrene von einer Nymphe dieses Namens , des Hypseus Tochter , ab . Daß diese späterhin zu Cyrene als Göttin verehrt ward , ist nicht zu bezweifeln , und auf Münzen dieses Staates finden wir noch ihr Bildniß . Eben so wenig läßt sich eine hohe literarische und künstlerische Bildung der Cyrener bezweifeln , und vielleicht behauptete nur Athen in dieser Hinsicht den Vorrang . Es ist wohl nicht überflüssig , hiebei aufmerksam zu machen auf Joh . Pet . Thrige ' s Historia Cyrenes inde a tempore , quo condita urbs est , usque ad aetatem , qua in provinciae formam a Romanis est redacta . Kopenhagen 1819 . 146 Daß in Athen die Frauen das Schauspiel nicht besucht haben , ist in neuerer Zeit von den Meisten als ausgemacht angenommen . Eine scharfsinnige Untersuchung darüber findet man im Teutschen Merkur vom J. 1796 St. 1. Waren die Frauen in Athen Zuschauerinnen bei den dramatischen Vorstellungen ? Indeß scheint die Untersuchung doch noch nicht als geschlossen betrachtet werden zu dürfen . 49. Brief . 147 Das Wort Paradeisos haben wenigstens die Griechen von den Persern , bei denen es Firdevss lautet , und einen Park im eigentlichen Sinne bedeutet , d.i. einen Thiergarten . Die Perser haben es wahrscheinlich aus Indien . 148 S. Bd . 10 149 Smyrna , bei andern Myrrha genannt - Ihre Mutter hatte sich gerühmt , schöner als Venus zu seyn , und die Göttin rächte das Verbrechen der Mutter an der Tochter dadurch , daß sie dieser eine leidenschaftliche Liebe zu ihrem eigenen Vater einflößte . Vergebens sucht sie die unnatürliche Leidenschaft zu unterdrücken , täglich mehr wächst ihre Sehnsucht , welken ihre Relze , und sie ist schon im Begriff ihr Leben zu enden , als die mitleidige Amme ihr das schreckliche Geheimniß abpreßt . Nächtliche Zusammenkünfte werden veranstaltet , und der Vater kennt nicht die , die ihn beglückt . Als er endlich in ihr seine Tochter entdeckt , ergreift ihn Wuth , und mit dem Schwert in der Hand verfolgt er die Unglückliche . In Ermüdung und Angst ruft sie endlich der Götter Mitleid an , und sie wird in eine Stande ihres Namens verwandelt ( Myrrhe ) , aus deren Rinde ein wunderschöner Knabe , Adonis , hervorgeht . 150 Vermuthlich dachte Lais hiebei an die Helena des Euripides in den Troerinnen , die zu ihrem beleidigten Gemahl sagt : die Göttin strafe , die auch die Götter beherrscht ; mir gebührt Verzeihung . 151 S. Bd . 27. 51. Brief . 152 Athenäus hat uns ein ziemlich großes Bruchstück aus der Anti-Lais dieses sonst unbekannten Dichters im dreizehnten Buch seines beinahe