sind gemeinschaftlich , wie es die Sekte vorschreibt , im Bade . – Als im Jahre 1840 , bei Übernahme des Schlosses , auch die Bildergalerie gerichtlich taxiert wurde , hatte der Wriezener Aktuarius dieses Bild wie folgt bezeichnet : » Nackte Weibsbilder von einem gewissen Rubens . 15 Sgr . « Unser letzter Besuch gilt der Kirche . Sie wurde , wie schon bemerkt , in den Jahren 1816 und 1817 durch Schinkel restauriert und im Oktober 1817 eingeweiht . Schinkel ließ von dem alten Bau wohl nur die Umfassungsmauern stehen ; – der Turmaufsatz , das Mausoleum und das Innere der Kirche selbst sind sein Werk . Der Turm ist ein Kuriosum . Auf dem Unterbau desselben , der etwa bis an den Dachfirst reicht , hat er eine kleinere Etage aufgesetzt , dieser Etage aber nicht die Form eines Würfels , sondern eines niedrigen , von zwei Seiten her zusammengepreßten Zylinders gegeben . Das Ganze sieht nicht nur aus , sondern entspricht auch den Proportionen , wie wenn man ein ovales Serviettenband auf eine oblong geformte Teebüchse stellt . Wie Schinkel zu dieser Sonderbarkeit gekommen ist , ist schwer zu sagen . Er hielt viel vom ausprobieren . Erwiesen ist , daß er Dinge , die gezeichnet seinen Beifall hatten , hinterher änderte , weil er fand , daß sie sich in Wirklichkeit anders ausnahmen als im Bilde . Diese häufige Wahrnehmung ließ ihn vielleicht sagen : » So vieles , was die Theorie gutheißt , macht sich hinterher schlecht ; sei ' s drum einmal versucht , ob nicht das , was die Theorie verwirft , sich hinterher gut mache . « So setzte er , wenn wir überhaupt richtig erklärt haben , eine elliptische Etage auf einen oblongen Unterturm . Aber freilich war es ein mißglückter Versuch . Wir zweifeln nicht , daß er ihn später selber als solchen angesehen hat . An der entgegengesetzten Giebelwand der Kirche befindet sich ein auf dorischen Säulen ruhendes Giebelfeld : das Mausoleum . Es verhält sich zu einem frei und selbständig dastehenden Bau etwa wie sich ein Hautrelief zu einer vollen , plastischen Figur verhält , steckt zu größerem Teil in der Kirchenwand drin und bildet eigentlich bloß eine Mausoleumsfront . Das Innere der Kirche , – an den Berliner Dom erinnernd und in der Tat um dieselbe Zeit aufgeführt ( 1817 ) , in der Schinkel die Restaurierung des Domes leitete , – ist hell , geräumig , lichtvoll , und wenig nüchtern . Das Ganze mehr ein Betsaal , als ein Kirchenschiff . Eigentümlich ist der Altar . Hinter demselben , die Kirche chorartig schließend , erhebt sich eine hohe Nischenwand , deren halbkreisförmige Fläche durch gemalte Säulen in fünf Felder geteilt wird . Aus dem Mittelfelde springt die Kanzel hervor , nach rechts und links hin von je zwei Feldern flankiert . In diesen befinden sich die Kolossalfiguren der vier Evangelisten , und zwar Johannes und Lukas zur Linken , Matthäus und Markus zur Rechten der Kanzel . Die Bilder sind von ungleichem Wert : Matthäus , Johannes , Lukas lassen viel zu wünschen übrig ; der Markus aber ist im ganzen genommen vorzüglich . Sie rühren von einem gewissen Bertini her , den der Staatskanzler – bekanntlich ein Mäzen der schönen Künste – nach Italien schickte , um diese Bilder nach den Vorbildern großer Meister zu fertigen . Trotz ihrer Mängel bilden alle vier einen Bilderschmuck , wie er derart in märkischen Dorfkirchen schwerlich zum zweiten Male gefunden wird . Der Altar der Kirche weist noch eine andere Sehenswürdigkeit auf : das Herz des Fürsten-Staatskanz lers . Auf einem Kissen ruht es , von einer Glasglocke umschlossen . Der Schrein aber , der das Ganze birgt , trägt an seiner Außenseite folgende Strophe : Des Fürsten Herz , das liebend treu geschlagen , Für seinen König und für ' s Vaterland , Das – in den schweren , blut ' gen Kampfestagen , Wo vielen auch die letzte Hoffnung schwand – Durch Mut und Weisheit stark , in kühnem Wagen Des Vaterlandes Ruhm und Rettung fand , Und nach vollbrachtem Werk , gebaut dem heilgen Worte Des Herrn den Tempel hier – das ruht an diesem Orte . Diese Strophe , die dem Andenken des Fürsten eine maßvolle und wohlverdiente Huldigung darbringt , böte eine schickliche Gelegenheit , wenigstens den Versuch einer Charakteristik zu wagen . Ich nehme aber Abstand davon . Was ich sagen könnte , ist oft gesagt ; Neues , Schärferes , Zutreffenderes kann nur von denen erbracht werden , die im Vollbesitz des Materials sind . Eine solche Charakteristik des Fürsten gehört der Zukunft an . Eines aber möge schon heute hier seinen Ausdruck finden , die Überzeugung , daß Hardenberg ein ausgewählter Mann war , dem , nach dem Willen Gottes , die Aufgabe zufiel , die Rettung unseres Vaterlandes glücklich durchzuführen . Selbst seine Schwächen leisteten dieser Aufgabe Vorschub . Ein bloßer sans peur et sans reproche – etwa wie Stein oder Marwitz , zu denen wir freilich freudiger und gehobener aufblicken – hätte es mutmaßlich nicht vermocht . Der Fürst war kein sans reproche , seine Fehler liegen klar zutage , und man braucht , wie einer seiner Biographen sich ausdrückt » kein moralischer Herschel zu sein , um diese Fehler mühelos zu entdecken . « Aber diese Mischung von Edlem und minder Edlem , von Schlauheit und Offenheit , von Nachgiebigkeit und Festigkeit , war genau das , was die Situation erheischte . Eigensinn und Prinzipienreiterei hätten uns verdorben . Sein Leben , Vorbild oder nicht , hat uns gerettet . Wie er selber in Bescheidenheit hinzusetzen würde » durch die Gnade Gottes « . Friedland Friedland Der Nixen muntre Schaaren , Sie schwimmen stracks herbei , Nun einmal zu erfahren , Was in den Mauern sei . Uhland Alt-Friedland , vormals Kloster-Friedland , bildet die zweite Hälfte des Besitzes , den Markgraf Karl von Schwedt in diesen Gegenden , d.h. am Rande des Oderbruchs innehatte