. 120 Göttin des Glücks . 121 Milet , vielleicht die üppigste Stadt Kleinasiens , war reich an Liebesgeschichten , und den Anfang aller Romane machen die Millesiaka , d.i. Milesische Geschichten oder Mährchen eines gewissen Aristides aus Milet . Unter Milesischen Mährchen verstand man daher das , was man späterhin Romane nannte . Da Aristides um vieles später lebte als Aristipp , so kann dieser freilich den Namen nicht von jenem entlehnt haben . 32. Brief . 122 Der zehnte Monat der Athener , der dem letzten Drittel des Aprils , und den zwei ersten des Mai ' s entspricht . W. 123 Vermuthlich dachte Wieland hier mehr an Geßner als an Theokrit ; aber auch an diesen , später als er Lebenden , hätte Aristipp nicht denken können . Zu seiner Zeit gab es noch keine Idyllen in unsern Sinne , und als es welche gab , würde sich doch wohl Lais durch die Vergleichung mit einer Arkadischen Schäferin wenig geschmeichelt gefühlt haben . 124 S. Plinii Hist . Natur . L. 35. c. 11. Euphranor - fecit et Colossos , et marmora , ac scyphos scalpsit ; docilis et laboriosus ante omnes et in quocunque genere excellens atque sibi aequalis . Hic primus videtur expressisse dignitates Heroum et usurpasse symmetriam ; sed fuit universitate corporum exilior , capitibus articulisque grandior . Volumina quoque composuit de Symmetria et coloribus . Alles dieß hängt nicht sonderlich zusammen , scheint aber durch das , was Aristipp in diesem Briefe von Euphranorn sagt , und diesen selbst sagen läßt , wenigstens was den ihm gemachten Vorwurf betrifft , ein ziemlich befriedigendes Licht zu erhalten . W. 125 Einer der streitbarsten Helden der Griechischen Heroenzeit , bekannt durch seine Theilnahme an der Argonautenfahrt und der Jagd gegen den furchtbaren Kalydonischen Eber . 126 Als wackere Schmauser und Freunde von Lustbarkeiten aus der Odyssee bekannt . 127 Thesmotheten , hießen zu Athen unter den neun jährlichen Archonten die sechs letztern , denen die Oberaufsicht über die Vollziehung der Gesetze anvertraut war . W. 33. Brief . 128 Von diesem Horne wissen die Alten vielerlei zu erzählen . Es hatte einer Ziege gehört , und Zeus schenkte es den Nymphen , die ihn auferzogen hatten , und gab ihm die Kraft ihnen alles , wessen sie bedurften , zu spenden . Dadurch wurde es zu dem berühmten Horn des Ueberflusses . 129 Platons berühmtes Gastmahl , denn dieses veranstaltete der tragische Dichter Agathon nach einem Siege , den er über seine Mitbewerber um den poetischen Kranz errungen hatte . 130 Anagnosten , hießen die Sklaven , deren Geschäft war , während der Tafel vorzulesen , wozu sie theils mit der schönen Literatur bekannt , theils im Declamiren geübt seyn mußten . 131 Wer diese näher kennen zu lernen wünscht , der wird in Wolfs Einleitung zu seiner Ausgabe dieses Platonischen Dialogs volle Befriedigung finden . 132 Eine Art von weiblichem Staatsgewand . Besonders wurde die große prächtig gestickte Tapezerei so genannt , welche alle 5 Jahre an den großen Panathenäen ( einem Feste der Schutzgöttin von Athen ) in einem feierlichen Aufzuge aus dem Pompeion nach dem Tempel der Minerva geführt und daselbst aufgehangen wurde . S. Voyage du jeune Anacharsis Vol . 2. pag . 491 . W. 133 Der ungerechte Vortrag , der in den Wolken des Aristophanes als Streithahn auftritt . 134 Eyryproktos ist ein schmähliches Beiwort , womit Aristophanes in seinen Wolken die sämmtlichen Athener beschmitzt , und welches ich unter die unübersetzlichen gezählt hätte , wenn die Lexikographen in diesem Stücke die Maxime der Cyniker , naturalia non sunt turpia , nicht so weit ausdehnten , daß sogar der berühmte Professor Schneider in Frankfurt kein Bedenken getragen hat , es in seinem trefflichen Griechisch-deutschen Wörterbuch mit der möglichsten Treue und Energie durch das neugestempelte Wort Weitarsch in unsre ( ihrer Züchtigkeit wegen mit Recht gepriesene ) Sprache einzuführen . W. Voß hat , wie billig , da er einmal den Aristophanes übersetzte , keine Ansprüche darauf gemacht , züchtiger zu seyn als der Lexikograph und - der Dichter . Wieland selbst bei Uebersetzung dieser Stelle sagt : » Billige Leser werden , ohne mein Erinnern , von selbst einsehen , daß hier keine Möglichkeit war , das , was nun doch einmal gesagt werden mußte , auf eine anständigere Art zu sagen . Die gute Dame Dacier befand sich bei dieser Stelle , wie man denken kann , in einer schrecklichen Verlegenheit , und ihre beinahe schwärmerische Liebhaberei für dieses Stück läßt mich nicht zweifeln , daß sie sich nicht ohne einen harten Kampf endlich entschlossen habe , sich so schwer an den Aristophanischen Grazien zu versündigen , und den Vers 1079 fg . so zu dolmetschen - daß sie sich nun genöthigt sah , den Dikäologos auf alle die folgenden Fragen seines Gegners eine Antwort geben zu lassen , die den Witz ihres Lieblings bei ihren des Griechischen unkundigen Lesern um allen Eredit bringen mußte . « - Da nun aber einmal hier auf eine so kitzliche Stelle Bezug genommen ist ( S. die Anm . zum Peregrinus Proteus 1. Thl . Bd . 16 ) , so muß doch noch hinzugefügt werden , daß unter den Euryprokten zu verstehen sind Ehebrecher , wegen des Rettigs , und Mannspersonen , die man in dem Sinne Weiber nennen kann , in welchem Julius Cäsar Königin gescholten wurde . ( Suet . c. 49 ) 135 Mystagog wurde bei den Eleusintschen und andern Mysterien derjenige Priester genannt , der die Aspiranten in das Heiligthum zum Anschauen Geheimnisse einführte , und ihnen das , was sie hörten und sahen , erklärte . Man begreift hieraus , in welchem Sinne Platons Diotima in Aristipps Symposion scherzweise die Mystagogin der Liebe genennt wird . W. 136 Die Wissenschaft der Liebe ( bis jetzt noch nicht aufs reine gebracht ) . W. 137 Thorheit , Unsinn . - Aselgeia - Ueppigkeit , Wollust , Geilheit . 138 Lais sagt selbst , daß sie das