Stelle in Pindars dreizehntem Olympischen Siegesgesange . 87 Homerisches Beiwort für Poseidon , Neptun . 88 Mannweib ; die letzte Bezeichnung als Anspielung auf die von Aristophanes in Platons Gastmahl vorgetragene Theorie der Liebe . 89 Wohllautendes Wort für eine garstige Sache , jedoch dem Sinne nach nicht verschieden . 25. Brief . 90 Diogenes von Laërta nennt unter denen , welche die Philosophie Aristipps aus der Quelle zu schöpfen vorzügliche Gelegenheit hatten , einen Antipater von Cyrene ; der Name ist aber alles , was er von ihm zu wissen scheint . Ob es eben derselbe ist , den wir aus diesen Briefen kennen lernen , oder nicht , kann uns gleichgültig seyn , wenn der unsrige nur gekannt zu werden verdient . W. 91 Milon von Krotona , der berühmteste Athlet seiner Zeit ( er wurde sechsmal zu Delphi und eben so oft zu Olympia gekrönt , und da er zum siebentenmal in die Schranken trat , sogar ohne Kampf , weil sich niemand fand , der es mit ihm aufnehmen wollte ) , soll auch ein Zuhörer und Freund des Philosophen Pythagoras gewesen seyn . W. 26. Brief . 92 Die bunte Halle in Athen , hatte diesen Namen von den vielen und merkwürdigen Gemälden erhalten , womit sie geschmückt war . Aristipp gibt seiner Gemälde-Galerie darum denselben Namen . 93 » Die Fahrt nach Korinth ist nicht jedermanns Sache . « Dieses Sprüchwort scheint schon lange vor der schönen Lais im Munde der Griechen gewesen zu seyn , wurde aber scherzweise auf diejenigen angewandt , die um ihrentwillen nach Korinth reiseten . W. 27. Brief . 94 Bathyll hieß der Liebling Anakreons , dessen einzelne Schönheiten der Dichter einem Maler schildert , damit er sie zum Ganzen eines Bildes zusammensetzte . 95 Zwei Gebirge in Attika , berühmt wegen ihrer Marmorbrüche und ihres Honigs . 96 Zu Elea in Unter-Italien geboren , ein weiser Gesetzgeber für seine Lansleute , gleich ruhmwürdig durch seinen Charakter als seinen Tiefsinn , blühte um die 79ste Olympiade ( 464 v. Chr. ) , und so konnte Platon in dem Dialoge , dem er des Parmenides Namen vorsetzte , diesen als Greis mit Sokrates als Jüngling redend einführen . Parmenides gehörte zu denen Philosophen , welche man , nach der Stadt Elea , Eleatische nennt , und deren Streben dahin ging , auf dem Wege des Pythagoras fortschreitend , im Philosophiren die Speculation oder Vernunfterkenntniß an die Stelle der bisherigen Beobachtung oder Sinnenerkenntniß zu setzen . Jene , ein Denken mittelst der Begriffe , gibt Erkenntniß des Allgemeinen ( rationale ) , diese , ein Denken mittelst der Vorstellungen , gibt Erkenntniß des Besondern ( empirische , Erfahrungs-Erkenntniß ) . Jenes Allgemeine nannte die philosophische Kunstsprache der Griechen das Eins , und dieses Besondere das Viele , so daß Erkenntniß des Eins gleichbedeutend ist mit rationaler , und Erkenntniß des Vielen mit empirischer Erkenntniß . Beide Arten von Erkenntniß sind sich gewissermaßen entgegengesetzt , und die Philosophen waren dadurch in zwei Parteien getheilt , in Anhänger des Einen ( speculative Philosophen , Rationalisten ) , und in Anhänger des Vielen ( empirische Philosophen ) . Diese suchten das Werden zu erklären ( die in einem ewigen Wechsel zwischen Entstehen und Vergehen schwebenden Veränderungen der Gegenstände der Sinnenwelt ) , jene hergegen das Seyn ( das bei allem Wechsel beharrliche Wesen ) , denn so war es dem Standpunkt eines jeden angemessen . Ehe man einsah , daß beide die Lösung desselben Problems , nur auf verschiedene Weise , versuchten , entstand zwischen beiden philosophischen Parteien Entzweiung , und bei dem Unbefangenen mußte die Frage entstehen , an welche von beiden Parteien man sich wohl zu halten habe , um die Wahrheit zu finden . Die Entscheidung war zu einer Zeit , wo man nach einer Psychologie , einer Logik , einer Wissenschaftslehre eben erst strebte , weder im Allgemeinen , noch in besonderer Hinsicht auf Parmenides zu erwarten . Gab es aber irgend einen Philosophen , der , von innerem Gefühl gedrängt und von einer dunklen Ahnung des Wahren geleitet , mit unablässigem Eifer nach jener Entscheidung strebte , so war es Platon , und wenn er , wie anderwärts , so auch in seinem Dialog Parmenides - einem , wie Schleiermacher sagt , für Viele von vielen Seiten abschreckenden Gespräch - sich durch alle Labyrinthe der Dialektik , wie sie damals zu Gebote stand , nach diesem Ziele hin arbeitet , so kann er nur unsern Dank , aber nicht unsre Vorwürfe verdienen . Man darf , um ihn richtig zu beurtheilen , nicht aus den Augen lassen , daß er von Parmenides und den Eleaten überhaupt ausgeht , und daß deren Hauptsätze , mit Hauptsätzen der Pythagoräer zusammenfließend , ihn auf die damit verbundenen Schwierigkeiten führen . Mag nun der Weg , den er führt , noch so dornig seyn , mag er noch so oft geirrt haben , dem Ziele näher hat er doch geführt . Wer davon eine größere Ueberzeugung gewinnen will , der lese in Fülleborns Beiträgen zur Geschichte der Philosophie ( Stück 6 ) dessen Erläuterungen zu den Fragmenten des Parmenides , und Schleiermachers Einleitung zu Platons Parmenides in der Uebersetzung von Platons Werken ( Theil 1. Bd . 2 ) . Antipater und Aristipp haben diesemnach hier kein Urtheil gefällt , das einen tieferen Blick verriethe ; Wieland aber - gesetzt auch , daß sein Urtheil von dem ihrigen verschieden gewesen wäre - hätte ihnen doch kein anderes in den Mund legen können , denn sie beide gehörten zu der entgegengesetzten Partei , die gegen die eleatische Speculation das Zeugniß der Sinne und den gesunden Menschenverstand auf ihrer Seite hat . Wenn sie sich also auf beide beriefen , urtheilten sie im Geist ihrer Philosophie , in besonderer Beziehung auf Platon aber ihrer Individualität gemäß , d.i. über seine Untersuchungen dieser Art etwas zu voreilig absprechend , weil sie von Natur keine Neigung hatten , sich damit zu befassen . Wieland läßt sich den