wenn Ihr meint , vorwärts . ‹ Aber schon waren die Kosaken ganz nahe gekommen . Joachim Bernhard wandte sich um und schoß den feindlichen Offizier vom Pferde . Dies machte die Verfolger einen Augenblick stutzen , der König gewann mit seiner kleinen Schar einen Vorsprung , und jene vermochten ihn nicht wieder einzuholen . Mehrmals rief er dabei aus : › Prittwitz , ich bin verloren ! ‹ Auf diese Weise rettete sich Friedrich vom Mühlberg herab ins Tal über die sogenannte große Mühle , hinter deren Defileen er vorläufig sicher war . Hier ritt er auf die erste Anhöhe und sah auf die zerschossenen Bataillone , die vorüberzogen . Mit Tränen in den Augen rief er ihnen zu : › Kinder , verlaßt mich heute nicht , euren König , euren Vater . ‹ Und dann ritt er weiter und kam spät abends nach dem Dorfe Ötscher . Auf dem Rücken Joachim Bernhards schrieb er hier mit Bleistift an den Minister Finkenstein in Berlin die berühmt gewordenen Worte : › Alles ist verloren , retten Sie die Königliche Familie , Adieu für immer . ‹ Während in Ötscher der unglückliche König nur von wenigen Getreuen umgeben , sich aufs Stroh warf , sammelte Joachim Bernhard die aufgelösten Trümmer der Armee , etwa 3000 bis 4000 Mann , so daß ihm nicht nur der Ruhm gebührt , den König , sondern auch den Rest der Armee gerettet zu haben . Denn wurden diese Truppenreste nicht in der Nacht noch nach Ötscher , wo die Schiffsbrücken waren , dirigiert , so waren sie auf dem rechten Oderufer verloren . Als er dem Könige melden wollte , daß sich einige Bataillone gesammelt hätten , verhinderten ihn die Adjutanten daran , die bei der verzweifelten Stimmung des Königs fürchteten , derselbe werde , sobald er erführe , er habe noch Truppen in Händen , den unglücklichen Kampf von neuem beginnen . « So erzählen die meisten zeitgenössischen Schriftsteller . Etwas abweichend davon berichtet Frau von Blumenthal in ihrer trefflichen Lebensbeschreibung Zietens über denselben Hergang , und in Erwägung des Umstandes , daß Prittwitz selbst eine Vorrede zu dieser Lebensbeschreibung schrieb , also das Buch oder doch wenigstens diese ihn selbst so nah angehende Stelle gelesen haben muß , können wir nicht umhin , dieser andern Darstellung eine vorzugsweise Bedeutung beizulegen . In dieser heißt es : » Am Abend der unglücklichen Schlacht stand das Detachement von Zietenhusaren zur Rechten des Königs , als der Monarch für seine Person noch nicht die Hoffnung zum Siege aufgeben wollte , obgleich schon aller Anschein dazu verloren war . Der König warf sich mit etwas Infanterie in das stärkste Feuer . Ihm wurde das Pferd , das er ritt , erschossen ; sein Adjutant , der Oberst von Goetz , gab ihm zwar das seine , allein eben jetzt drängte auch die Österreichische Reiterei des General Laudon mächtig auf ihn ein , und Friedrichs Person geriet in augenscheinliche Gefahr , um so mehr , als er nicht zurückgehen und auf seine Sicherheit bedacht sein wollte . In diesem furchtbaren Augenblicke , an dem Preußens Glück und Ehre hing , sprengten , entflammt von Wut und Rache , die Zietenschen Husaren herbei , hieben mit Nachdruck in die Österreichische Reiterei ein , und hielten sie von dem Regiment von Diricke – an dessen Spitze der König stand – bis zur Rettung des letzteren glücklich entfernt . Unter ihnen zeichnete sich besonders der Leutnant Velten aus , indem er der erste war , der einen Trupp Österreichischer reitender Grenadiere zurückwarf , die schon den König umringen wollten . Der Rittmeister von Prittwitz , nachmaliger General der Kavallerie , hatte unterdessen den Mut , daß er sich ohne Anfrage zum Geleitsmann des Königs aufwarf , ihn halb mit Gewalt aus dem Feuer herauszog , und ihn über das Defilee bei der Mühle bis zur Schiffsbrücke bei Göritz durchbrachte , wo sich die Armee bald darauf wieder formierte . So wurde Prittwitz der Retter Friedrichs und der Retter des Vaterlandes . « Der Krieg war zu Ende und Prittwitz Herr auf Quilitz . Es war ein schönes Gut , aber unwohnlich geworden , wie die meisten Güter , die lange in Pächterhänden sind , und da der nunmehrige Oberstleutnant von Prittwitz , der kurz zuvor ( 1762 ) eine Freiin Seherr-Thoß geheiratet hatte , standesgemäß zu leben gedachte , so mußte er vor allem darauf aus sein , ein Haus aufzuführen , das den Ansprüchen seiner übrigens auch in Schlesien begüterten Gemahlin entsprach . Der Bau wurde unverzüglich begonnen und war schon bis zu den ersten Steinen des ersten Stocks gediehen , als König Friedrich des Weges kam , sei es auf einer seiner Revuereisen in die östlichen Provinzen , oder eigens zu dem Zwecke , das Oderbruch und die Melioration desselben zu inspizieren . » Prittwitz , Er baut ja ein Schloß ; Er will ja hoch hinaus « , waren die nicht allzu gnädigen Worte , mit denen der König sich an den zur Seite stehenden Oberstleutnant wandte , der nunmehr seinerseits nichts Eiligeres zu tun hatte , als dem Wunsch und Winke des Königs nachzukommen und unter Fortlassung einer Beletage sofort das Dach auf das Erdgeschoß setzen zu lassen . Erst in den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts wurde durch Schinkel ein Umbau des Schlosses vorgenommen . Stelle ich nunmehr zusammen , was in Quilitz noch an die Prittwitzzeit erinnert . Die Zimmer des Erdgeschosses sind im wesentlichen dieselben geblieben , namentlich gilt dies von dem großen , mit Stuckreliefs geschmückten Gartensalon , der auf eine Parkwiese , und jenseits derselben auf die Wasser- und Baumpartien des Parks blickt . Auch dieser Park selbst stammt noch aus der Prittwitzschen Zeit , ebenso wie zwei seiner Gedenksteine . Der eine derselben ist ein unscheinbarer Grabstein , unter dem der Schimmel begraben wurde , den Rittmeister von Prittwitz in der Schlacht bei Kunersdorf ritt , der also den historischen Moment der Rettung des Königs miterlebte , resp . seinen Anteil